Alle Schuld ist Dir vergeben

Schuld ist ein Gefühl, wenn man eine moralische oder ethische Grenze überschreitet. Festgelegt sind manche dieser Grenzen und Regeln durch den kulturellen und sozialen Kontext. Andere erlegt man sich selbst auf.

>Alle Schuld ist Dir vergeben

Schuld wird einem gemacht. Sie kann sogar den Zweifel am Selbstwert fördern. Wer sich schuldig fühlt, wird vielleicht unbewusst versuchen, die Schuld durch  Leistung zu kompensieren. Man möchte es besser machen. Das ist erst mal nicht verkehrt. Wenn dieses Schuldgefühl aber bleibt, oder sogar zu einem Schuldkomplex führt, geht es in Richtung Verdrängung durch Arbeit. Das ist dann krankhaft und das Schuldgefühl wird verinnerlicht.

Schuld oder Trauma?

Wenn man in diesem Kreislauf gefangen ist, wird es nie gut genug sein. Man bleibt der eigenen Vergangenheit verhaftet und kann sich nicht lösen. Loslassen ist aber wesentlich im Leben, um in den Moment zu gelangen und eine Zukunft zu haben. Das ist wie bei einem Trauma: Man hat Angst vor dem Schmerz, der hochkommt, wenn man sich der Aufbereitung stellen muss. Deshalb stellt man sich ihm nicht und unterdrückt die Gefühle, die hochkommen würden solange bis man platzt. Viele Menschen leben dadurch nur sehr eingeschränkt. Schuld ist so ähnlich, wenn sie zum Komplex wird. Die Bewältigung der Schuld gelingt nur über den Blick auf die Ressourcen.

Seien Sie mit sich selbst gnädig

Wenn man eine Regel verletzt oder eine moralische Grenze überschritten hat, ist es wichtig, das Gefühl von Gerechtigkeit und Gnade zu erfahren. Später muss man lernen, sich selbst gegenüber gnädig zu sein. Das können viele sich nicht selbst gestatten, sie führen einen sehr negativen inneren Dialog. Reue gehört auch zu diesem Thema: War wirklich etwas nicht in Ordnung, kann man mit der Einsicht, das etwas falsch war, einen konstruktiver Umgang mit Schuld möglich machen. Und dann kann man sich selbst Gnade gewähren. Dabei helfen folgende Lösung-anregende Fragen: Wofür fühle ich mich schuldig? Mache ich mir selbst einen Vorwurf oder kommt er von jemand anderem? Wenn er von außen kommt: Ist diese Person kompetent, über mich und die Situation zu urteilen? Wer wurde geschädigt? Ist mein Handeln allein die Ursache für das Leiden des anderen oder hat der Geschädigte vielleicht einen Vorteil dadurch?

Schuld vs. Scham

Man kann eine Unterscheidung zur Scham so formulieren: Schuldgefühle beziehen sich eher auf eine bestimmte Handlung, bei Scham geht es eher um mich als Person. Bei einem Verschulden kann man Reue empfinden und weiß, dass es vielleicht einfach nur menschlich es Versagen war. Bei Scham grenzt man sich aus der Gruppe der anderen aus und verurteilt sich selbst, ohne dass es jemand anderes tut. Schuld ermöglicht eine Wiedergutmachung, bei Scham möchte sich die Person nur noch verkriechen oder weist die Schuld von sich. Yoga hilft eingefahrene Pfade (Samskaras) zu verlassen und neue, positive durch Erkenntnis zu bahnen.

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