Yogalehrer als Reiseführer

Wenn man Yoga als eine Reise zu sich Selbst und in die Verbindung betrachtet, ist man als Yogalehrer eigentlich auch Reiseführer.

Yoga vs. Heldenreise: Gibt es überhaupt Unterschiede?

Yoga ist wie eine Heldenreise mit Höhen und Tiefen ausgestattet. Man muss Hindernisse überwinden, Aufgaben oder Knoten lösen (Granthis) und Drachen oder das Ego töten. Und das Prinzessinnen-Erretten kann man mit der Erkenntnis vergleichen, dass alles göttlich ist. Also praktisch haben alle blaues Blut! Damit ist für mich klar, Yoga ist eine Heldenreise, denn es geht in jedem Fall um Entwicklung hin zu einem anderen Sein: Freiheit ist nicht nur die Befreiung von etwas, sondern auch die selbstermächtigende Freiheit zu etwas.

Die Reisegruppen, eine eingeschworene Gemeinschaft

Zu Beginn sind sie vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Stunden, wächst zusammen, was zusammengehört: Die Teilnehmenden einer Yoga-Gruppe verbindet die Suche nach Entspannung, Wohlbefinden und eben auch Gemeinschaft. In einer Zeit, in der man dermaßen viele Informationen in kürzester Zeit verarbeiten muss, ist die Yogastunde wie eine Oase in der Wüste. Und Kontakte können direkt entstehen, nicht mit einem Bildschirm dazwischen. Vielleicht ist Yoga die letzte Bastion gegen die Digitalisierung? Wobei es ja genug Yoga-Filme im Netzt gibt. Doch ist und bleibt das Original beim Yoga immer besser.

Erkundung des Landesinnern

Auf dieser Reise erkundet man als erstes die Tagesform, das was jetzt ist. Wie geht es mir heute, jetzt und hier? Dort beginnt man, Yoga zu üben. Jeder kann da starten, wo er oder sie sich gerade befinden. Das macht Yoga so wunderbar individuell. Hat man körperliche Schwierigkeiten überwunden, kann man tiefer gehen und gelangt vom Individuellen zum Universalen. Wir nähern uns der Quelle und damit werden die Wege jedes einzelnen zu einer großen Straße. Da ähneln sich dann asiatische Kampfsporttechniken, Meditation und Yoga, die verschiedenen Religionen, Schamanismus und andere spirituelle Wege.

„Der Pfad des Yoga“ von Rolf Gates und Katrina Kenison

„Der Pfad des Yoga“ von Gates und Kenison © riva

Ein besonderes Buch dazu ist „Der Pfad des Yoga“ von Rolf Gates und Katrina Kenison. Es liefert für 365 Tage im Jahr kurze Texte und hält sich dabei an den achtgliedrigen Pfad nach dem Yoga Sutra von Patañjali. Es ist ein ganz wunderbarer Begleiter, um jeden Tag dabei zu bleiben, die Philosophie zu vertiefen und Spaß an Yoga zu haben. Dabei werden Zitate aus aus allen Bereichen bemüht: Popkultur, Schriftsteller oer Politiker. Leider ist die Textschrift in hellgrau gedruckt und deshalb nur bei guter Beleuchtung (oder für junge Augen) gut lesbar. Trotzdem ist es ein sehr gutes Buch, wie eben ein guter Reiseführer es sein sollte.

Innen . Aussen: Das Yoga-Chakra-Buch

„Innen .Aussen“ Soehnlein, Lustig © Theseus / Kamphausen Media

Genau so ein Reiseführer möchte auch „Innen . Aussen: Das Yoga-Chakra-Buch“ von Annette Söhnlein und Elena Lustig bieten: Ein sehr hochwertig hergestelltes Buch aus dem Theseus Verlag mit tollen Fotos und Layout. Chakra-Yoga wird mit den Anusara-Yoga-Elementen zusammengebracht und die einzelnen Begriff knapp erläutert. Das Kernstück ist aber eine Reise durch die Chakras und die Energetisierung dieser Kraftzentren im Körper. Das erschließt ein spannendens Entwicklungspotential auf körperlicher und geistiger Ebene für den Übenden. Einzelne Asanas und Sequenzen werden vorgestellt. Das würde ich sagen, wie üblich in Yogabüchern, aber dennoch: Ein wunderschöner Bildband, mit allem, was man zum Yoga-Üben wissen muss.

Yogalehrer als Reiseleiter

Als Yogalehrender ist man erst dann Reiseleiter, wenn man an den Aussichtspunkten selbst schon mal war. Erst dann kann man anderen Menschen den Weg dorthin weisen. Man kann nur das weitergeben, was man selbst erfahren hat. Deshalb übt ein Reiseführer im Idealfall täglich Yoga, und gerade nicht nur das, was er oder sie gut kann! Die beiden Bücher sind jedenfalls dabei eine tolle Hilfe und machen viel Spaß. Man erkundet die Grenzregion und die inneren Schätze, dadurch entdeckt man so viel Neues. Beherrscht man die Werkzeuge und kennt die Weg und Pfade dorthin und zurück, kann man auch andere führen. Eigentlich logisch!

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