Yoga zur Befreiung von Schuldgefühlen

Wenn man begreift, dass man nicht automatisch durch die Erbsünde verdorben zur Welt kam, kann man lernen Schuldgefühle loszulassen. Wie kann mir Yoga dabei helfen?

Yoga zur Befreiung von Schuldgefühlen

Wenn man erkennt, wie sie zustande kamen, kann man lernen Schuldgefühle loszulassen. Durch Ursachenforschung können wir unterscheiden (Viveka), ob eine Wiedergutmachung ansteht oder ob das Gefühl „einfach“ gehen darf. Wenn der Grund nachvollziehbar ist, wird man leichter einen Wegen finden, damit umzugehen. Dabei gibt es unterschiedlich Arten, angefangen mit einem Bedauern, etwas getan oder unterlassen zu haben über das Gefühl nicht gut genug zu sein bis hin zur Wahrnehmung, völlig ungenügend dem Leben gegenüberzustehen.

Natürliche Schuldgefühle

Die erste Kategorie bezieht sich immer auf ein konkretes Ereignis. Man kann natürliche Schuldgefühle ziehen lassen, wenn man sich entschuldigt oder kompensatorisch etwas Gutes tut. Dazu muss man erst mal wahrhaftig sein (Satya) und sich selbst den Fehler eingestehen. Erst muss man sich selbst vergeben und kann dann beim anderen um Verzeihung bitten. Dadurch kann der Schaden kompensiert und eine Verhaltensänderung ermöglicht werden. Ohne das kann keine Entwicklung geschehen und zu ethischem Verhalten führen.

Peinlich berührt sein

Schwieriger sind diffuse Schuldgefühle, sie vergiften den ganzen Verstand und man fühlt sich peinlich berühert und unwohl mit sich selbst. Durch ethisch korrektes Verhalten, über die Yamas und Niyamas, können wir uns selbst überprüfen und herausfinden, wo die Schwierigkeiten in der Selbstwahrnehmung (Kleshas) liegen. Sie stellen Hindernisse auf dem Yoga-Weg dar, die erkannt und mit Selbststudium, Disziplin und Loslassen-Lernen überwunden werden können. Es gilt zu erkennen, welche Umstände man ändern kann und welche nicht. Perfektionismus ist zum Scheitern verurteilt: Man muss sich selbst gegenüber nachsichtig sein können, denn niemand ist perfekt und wir haben alle unsere Fehler.

Toxische Schuldgefühle

Richtig übel wird es, wenn man sich grundfalsch im Leben fühlt. Man denkt, man wäre ein schlechter Mensch. Schuldgefühle haben sich derart festgesetzt, dass man nur noch schwer herausfinden kann, wo der Anfang davon lag. Wenn man als Kind in seiner Persönlichkeit Ablehnung erfahren hat, kann sich ein Grundgefühl des Falschseins manifestiert haben. Hierbei hilft neben einer Psychotherapie auch Körperarbeit, um sich mit sich selbst wieder zu fühlen. Man kann sich begleitend auch über traumasensibles Yoga den Gefühlen nähern. Das Yoga Sutra und die Karma-Lehre der Bhagavad Gita liefern Erklärungen zu Ursache und Wirkung und Yoga bietet Übungen an: Beginnend bei reinigenden Yogapraktiken und das Rezitieren von Mantras bis hin zu selbstlosem Dienen (Karma Yoga).

Der wichtigste Gedanke im Yoga

Wer das Leben durch die Schuld-Brille sieht, wird ewig mit der sogeannten Erbsünde leben müssen. Deshalb ist Yoga so hilfreich und der wichtigste Gedanke sollte sein: Wir sind im Grunde unseres Herzen alle gut und richtig, Teil der göttlichen Allseele. In jedem Leben machen wir hier nur unsere Erfahrungen und sammeln darüber Erkenntnisse. Mein persönliches Mantra lautet deshalb: „Alle Schuld ist dir vergeben.“

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