Yoga, Müßiggang und Berufung

Wie passen diese Yoga, Müßiggang und Berufung zusammen? Und warum ist das in unserer heutigen Zeit von so großer Bedeutung?

Yoga, Müßiggang und Berufung

Was haben diese Sachen mit einander zu tun? Wenn ich regelmäßig, also täglich Yoga übe, bekomme ich Abstand zu meinen Handlungen des im Alltags. Vielleicht weiß ich, dass mein Job nicht so ganz die Erfüllung ist. Dann hilft mir die tägliche Übung im Yoga und Meditation eine andere Perspektive zu gewinnen. Mit einer inneren Haltung der Offenheit und Neugier kann ich Einsichten gewinnen und andere Entscheidungen treffen. Bertrand Russel erkannte bereits im letzten Jahrhundert, dass eine Arbeitszeit von vier Stunden technisch möglich und ausreichend wäre, um genug für den Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei ging es ihm vor allem um Zeit für Müßiggang. Er dient nicht zum Faulenzen, eher um die wirklich wichtigen Fragen der Menschheit zu lösen. Oder wann haben Sie das letzte Mal dafür Zeit gehabt?

Krishna in der Bhagavad Gita erklärt den Weg

Eigentlich ist nur falsches Denken die Ursache für alle Probleme, die Menschen miteinander haben. Yoga schult in der Unterscheidungsfähigkeit und führt zu richtigem Denken. Daraus ergibt sich der nächste Schritt: Er führt uns über die Selbstlosigkeit und die Sorge um andere zum eigentlich Erfolg im Leben. Jede Handlung kann ein Gebet sein. Wenn das Ego und die eigene Wichtigkeit nicht mehr den Blick verstellt, wird man ewig glücklich sein indem man sich täglich mit dem höheren Bewusstsein verbindet. Was man dadurch erfährt, soll man dann auch leben und weitergeben (und nicht nur sagen). Man gibt sich deshalb nicht selbst auf, im Gegenteil, man soll sehr gut auf sich achten und seine Gaben ehren. Wenn man dann in allem das göttliche Wirken erkennt, sieht man die Wahrheit, wie sie ist. In dieser Klarheit ist es leicht, sich dem großen Ganzen zu überantworten und sein Herz zu öffnen. Die Entbindung von Maya und die Anbindung an das Göttliche sind der Kern der Bhagavad Gita.

Yoga als Berufung

Durch die Lektüre der Bhagavad Gita kann man eine Vision für sich entwickeln, die lebbar wird. Der Lebensstil passt sich dem an, man benötigt plötzlich gar keine teuren Dinge mehr und misst Erfolg nicht mit dem Geldbeutel. „Gut sein“ ist schon die Belohnung an sich! Das Richtige zu tun und nicht den bequemen Weg zu wählen, ist ein echtes Zeichen der Macht: Die Macht, die wir über uns selbst kultivieren können. Die Berufung  fällt einem nicht in den Schoß, man erhält sie auch nicht als Erleuchtung von Gott oder durch intensive Selbsterforschung. Sie ergibt sich aus dem, was man mit Ausdauer gern tut. Man muss schon selbst die Verantwortung übernehmen, sich für das einzusetzen und es als Beruf zu leben, das einem den Flow beschert. Nur dann sind wir mit der Quelle verbunden und können aus ihr schöpfen, sind also kreativ.

Lesetipps:
Bertrand Russel „Lob des Müssiggangs“
Robert Wringham „Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung“
Tom Hodgkinson „Anleitung zum Müßiggang“

 

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