Wozu Meditation?

Wie entspannen Sie sich? Was hilft Ihnen dabei? Und wie regelmäßig nehmen Sie sich Zeit dafür? Wenn man sich damit mal auseinandersetzt, wird klar, wie wenig wir uns selbst pflegen, wie viel von außen auf einen einstürmt und warum Achtsamkeitstraining und Meditation für unserer Gesellschaft immer wichtiger werden (sollten).

Was passiert eigentlich in der Meditation?

Wenn Sie es noch nicht ausprobiert haben, fangen Sie bald damit an: Es ist tatsächlich DER Weg zu einem entspannteren Leben. Die Hürde scheint aber für viele Menschen sehr hoch zu sein, sich täglich fünf Minuten auf einen Stuhl oder ein Kissen zu setzen, um innezuhalten. Woran liegt das? Ahnen wir insgeheim, dass das eine sehr große Herausforderung für unseren Geist bedeutet? Kennen wir die vielen selbstverletzenden Gedanken auch ohne Meditation bereits? Man wird diese negativen Gedankenspielen nur meistern, wenn man/frau sich ihnen stellt. Das ist dann Meditation: Nichts von wegen Ruhe und Stille im Geist, das geht in den paar Minuten richtig ab – oder auch länger, wenn man kann und es aushält.

Wozu Meditation?

Also, wozu soll ich mich diesen vielen Gedanken aussetzen? Um Ordnung ins Chaos zu bringen und zu lernen, wie der Geist funktioniert. Das hat schon Patañjali vor über 2000 Jahren im Yoga Sutra dokumentiert. Dort ist in kurzen Merksätzen aufgelistet, was mit dem Geist passiert und welche Kapriolen er schlägt, um uns davon abzuhalten, still zu werden. Die Stille findet der Geist bzw. das Ego bedrohlich, es bekommt Angst, ausgelöscht zu werden. Doch das passiert nicht, die wilden Gedanken kommen einfach langsam zur Ruhe, bis die Wellen im Geiste aufhören, Kreise zu ziehen. Setzt sich das aufgewühlte Wasser, wird der See klar und man kann bis auf den Grund schauen.

Der Geist ist wie eine ruhiger, klarer Bergsee 

Auf der Oberfläche des Sees spiegeln sich die Gedanken wie Wolken und ziehen vorbei, ohne Wellen zu schlagen. Und auf dem Grund des Sees befindet sich das Selbst, das Ur-Bewusstsein aller Seelen. Hier findet man nicht nur Klarheit, sondern es verhilft zu Unterscheidungsfähigkeit und zu heiterer Gelassenheit. Man nimmt sich selbst nicht mehr so wichtig. Herrlich, was für ein entspanntes Leben!

Die Innenschau gibt es in verschiedenen Ausführungen

Natürlich kann man sich zehn Tage lang in ein Schweige-Retreat wie beispielsweise Vipassana zurückziehen. Das ist die Hardcore-Methode, wenn man Meditation noch nicht kennt. Man kann auch ein achtwöchiges Seminar besuchen, bei dem man verschiedene Methoden der Innenschau kennenlernen kann. Das geht mit dem MBSR-Achtsamkeitstraining. Oder man nähert sich über Yoga auf dem Weg der Stille (Dhyana). Auf allen Wegen bedarf es der Ausdauer und Disziplin (Abhyasa und Vairagya).

Meditation als Selbstoptimierung?

Natürlich dient Meditation auch der Gesundheit und dem Wohlbefinden. Manche Firmen setzen das bereits zur Optimierung ihrer Mitarbeiter ein. Das ist dann wohl etwas über das Ziel hinaus: Man praktiziert es nicht, um irgendwo hin zu gelangen oder besser im Sinne von leistungsfähiger zu werden. Das ist zwar ein Nebeneffekt, doch muss Meditation an sich als Selbstzweck betrieben werden, nicht zur Optimierung von etwas oder jemandem. Sonst wird man ungeduldig und sucht immer nach einem messbaren Ergebnis. Aber das genau ist es nicht, es ist ein Gewinn  an Wohlbefinden udn Zufriedenheit durch Dankbarkeit und Gelassenheit.

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