Wind im Körper: Die fünf Vayus

Prana kennt man vielleicht aus dem Yoga-Unterricht, es ist die alles durchdringenden Lebensenergie. Durch Yoga möchte man sie anreichern. Prana ist ayurvedisch betrachtet ein Vayu, ein Wind im Körper. Davon gibt es insgesamt fünf, die alle andere Aufgaben haben.

Schlacke im Körper

Auch Schlacken sind ein Thema im Yoga. Apana entfernt man beispielsweise durch Vorbeugen und Drehungen, um das Verdauungsfeuer Agni anzuregen. Gute Verdauung, gesunder Mensch. Aber so leicht macht man es sich im Ayurveda nicht. Gut beobachtet stellte man schon vor tausenden von Jahren fest: Es gibt neben Apana und Prana noch drei weitere Energie- oder Wind-Richtungen: Udana, Samana und Vyana.

Wind im Körper: Die fünf Vayus

Vayu bedeutet Wind und setzt sich aus den Elementen Luft und Raum (Äther=Akasha) zusammen. Sie bewegen die fünf aufgenommen Energien in unserem Körper, aber auch auf der geistigen, emotionalen und spirituellen Ebene. Ihr Zentrum liegt um den Bauchnabel, hier laufen alle Energien zusammen ebenso wie die fünf Koshas über die Chakras mit dem Körper verbunden sind. Die fünf Vayus sind im ganzen Universum vorhanden.

Die fünf Vayus im Alltag

Die Vayus spielen alle zusammen wie ein Basketballteam. Macht der eine nicht mit, wird es für die anderen stressig. Mit Prana-Vayu nimmt man von außen etwas auf, das können Reize, Informationen, Nahrung und Energie sein. Samana-Vayu spaltet das Aufgenommene und verdaut es, Apana-Vayu scheidet Abfallprodukte und überflüssige Informationen aus. Die aufgenommene Energie oder Information wird durch Udana-Vayu nach oben gelenkt und von Vyana-Vayu im ganzen Körper verteilt. Diese fünf Vayus unterstützt man durch eine gesunde Lebensweise, gute Nahrungsmittel, Bewegung und guten Schlaf. Deshalb sind Yoga und eine ayurvedisch Ernährung mit Blick auf die drei Gunas  so wertvoll.

Einatmung: Prana & Udana

Prana bedeutet hervor strömen oder atmen und  ist mit der Einatmung verbunden. Der Ort für Prana-Vayu befindet sich im Kopf- und Brustraum, es kontrolliert den Bereich Atmung und Herz, alle Sinnesfunktionen und die geistigen Tätigkeiten. Auch Udana ist mit der Einatmung verbunden und bedeutet aufsteigend, nach oben. Der Ort für Udana liegt im Kehlkopf, betrifft aber den ganzen Körper. Die Themen sind Sprache, Wille und Ausdruck, Gedächtniskraft und geistige Entwicklung.

Ausatmen: Apana

So wichtig es ist, Energie aufzunehmen, so entscheidend ist es auch, Unnützes loszulassen. Apana bedeutet nach unten und steht in Verbindung mit der Ausatmung. Neben der Ausscheidung gehören noch Sexualität, Fortpflanzung und Kreativität zu Apana-Vayu, also auch das Zur-Ruhe-Kommen, Hingabe und Vertrauen entwickeln. Der Ort ist der Unterleib, absteigend. Apana-Vayu ist deshalb so interessant, weil es so viele verschiedene Themen anspricht, körperlich, geistig und emotional. Es unterstützt alle Ausscheidungsvorgänge, aber auch die Abgrenzung. Denn man möchte nicht alles aufnehmen, was einem angeboten wird. Hier fördert Yoga die Unterscheidungsfähigkeit (Viveka) und hilft damit sogar Apana bei seiner Arbeit. Apana kommt ins Spiel, wenn wir „nicht alles schlucken möchten“.

Ausgleich und Verteilung: Samana & Vyana

Samana bedeutet gemeinsam oder ausgleichend und sitzt im Dünndarm. Samana-Vayu ist nährend, versorgt das Verdauungssystem und die Nerven mit Energie. Vyana bedeutet dagegen nach außen fließen, sitzt im Herzen. Es schafft Verbindung und Koordination im ganzen Körper. Vyana-Vayu verteilt die Energie im Blutkreislauf, Gelenken und Muskeln. Vyana sorgt für die Kommunikation zwischen allen fünf Vayus.

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