Wie man etwas oder sich mit Yoga vermarkten kann

Noch zwei Bücher, auch zum Thema Yoga. Oder doch nicht? Geht es vielleicht doch nur darum, wie man etwas mit Yoga vermarkten kann.

Yoga vermarkten mal anders

Es gibt schöne Bücher, die durchaus sinnvolle Inhalte vermitteln möchten. Um das Produkt oder sich selbst besser zu vermarkten, verbindet man sie mit Yoga. Das finde ich albern. Trotzdem haben sie, wie gesagt, lohnenswerte Inhalte. Also schauen wir uns zwei Exemplare mal an:

  • „Optimale Regeneration mit Yoga und Blackroll“ von Shida Pourhosseini
  • „Weight Loss Yoga“ von Kate Hall

Haltung durch geschmeidige Faszien

"Yoga und Blackroll" von Shida Pourhosseini © riva

„Yoga und Blackroll“ von Shida Pourhosseini © riva

Nach dem Standardwerk von Robert Schleip und einem Blackrollbuch, war über Faszien erst mal alles gesagt. Auch Faszienyoga und Faszientraining erhielt vor ein paar Jahren hinreichend Aufmerksamkeit. „Optimale Regeneration mit Yoga und Blackroll“ bietet nun die „besten Übungen für mehr Mobilität, Stabilität und Leistung im Sport“. Shida Pourhosseini erklärt die Trainierbarkeit von Faszien, stellt Rollübungen, Mobilisationsübungen, Körper- und Entspannungshaltungen vor und hat Trainingspläne für verschiedene Sportarten zusammengestellt. Das ist reine Vermarktung: Nachdem Blackroll in die Kritik geraten war, stellt man die Firmenphilosophie jetzt also auf Regenerationn um. Die Übungen sind sicherlich für Sportler (oder eigentlich für jeden!) sinnvoll. Auch im Yogaunterricht kann ich die Blackroll sehr gut einsetzen. Mir gefällt nur nicht, dass Yoga als „Ergänzungsprogramm“ verkauft wird. Die Blackroll ist eher eine Ergänzung zum Yoga! Denn es ging im Yoga schon immer um Faszien bevor die westliche Medizin sie überhaupt entdeckt hatte.

Leistungssteigerung mit Yoga

Es soll unterschiedliche Trainingsplänen geben, die dann aber für verschiedene Sportarten zusammengefasst werden. Vielleicht gelingt das für Mannschafts-Ballsportarten, aber wie soll das gehen für die Triathlon-Disziplinen Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Hockey und Badminton? Hier läuft eher die Vermarktung von 14 verschiedene Blackroll-Produkten, teilweise benötigt man gleich mehrere davon für eine Übung. Diese Produkte sind dann auch in einigen Übungen reine Accessoires, die Heldenhaltung geht auch ohne Rolle! Mit einer regelmäßigen Yogapraxis wäre man kostengünstiger und nachhaltiger unterwegs. Der Entspannungsteil ist sehr kurz und beschreibt nur Schneidersitz (Sukhasana), eine Umkehrhaltung (Viparita Karani), die Stellung des Kindes (Balasana) und den Fisch (Matsyasana). Dieser ist allerdings in zwei Varianten bloß eine Rückenlage mit Rolle im Nacken oder unter den Knien. Echt jetzt?

Entspannung durch Wunschgewicht?

"Weight Loss Yoga" von Kate Hall © dk

„Weight Loss Yoga“ von Kate Hall © dk

Kate Hall ist Yogalehrerin und Fitnesstrainerin und hat sich das Ziel gesetzt, Menschen zu ihrem Wunschgewicht zu führen. Deshalb heißt der Untertitel auch „Entspannt zum Wunschgewicht“. Tatsächlich geht es doch nicht nur darum, ungeliebte Fettpolster loszuwerden. Das lässt der ganzheitlichen Ansatz des Yoga gar nicht zu, wenn man, wie Hall, Meditation und Ernährung einfließen lässt. Spoiler: Bewegung und Ernährung führen zum Wunschgewicht. Ach, was? „Yoga hilft dir aber nicht nur dabei, besser mit Stress umzugehen, deinen Cortisolspiegel zu regulieren, deine Muskeln zu trainieren und deinen Stoffwechsel zu beschleunigen, sondern es [Anmerkung: er!] hilft dir auch zu einem ganz neuen Umgang mit deinem Körper.“ In den ersten zwei Kapiteln werden Yoga-Übungen einzeln erklärt und Kate zeigt ihre vier Lieblings-Asana-Abfolgen zum Abnehmen. Im Kapitel „Meditation“ beschreibt sie Gründe, warum Meditationen beim Abnehmen helfen können, Meditationen, zwei Atemtechniken, und Visualisierungen. Nach einem Kapitel mit Rezepten folgt das „Drei-Wochen-Weight-Loss-Yoga-Programm“. Und wenn das nichts bringt, kann man von Kate Hall DVD s mit verschiedenen Fitness-Programmen erstehen. Meine Meinung: Wer wirklich abnehmen möchte, muss seine Ernährung umstellen und diese Umstellung beibehalten. Yoga kann einen dabei mental unterstützen. Noch besser ist eine Beratung beim Ernährungs- oder Ayurvedatherapeuten, der einen dabei begleitet. Das ist besser als jedes Buch!

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