Wer oder was ist Buddhi?

Buddy ist amerikanisch der gute Freund. Was aber ist Buddhi? Im besten Falle ist es ebenfalls etwas sehr Nahes, mit dem man sich gut verträgt.

Wer oder was ist Buddhi?

Buddhi ist der erwachte Geist und steht für Vernunft, Intellekt und Unterscheidungsfähigkeit (Viveka). Man kennt das Wort von Siddhartha Gautama, genannt der Buddha. Er wurde Erleuchte und erlangte Erkenntnis über diesen anderen Zustand. Auch diesen Zustand nennt man Buddhi, die geistige Fähigkeit, die über den normalen Verstand hinausgeht. Es ist eine Art Intuition, die zwischen Richtig und Falsch unterscheiden hilft.

Das höhere Erkenntnisvermögen

Die Menschen haben sich schon sehr lange mit der höheren Intelligenz oder Intuition beschäftigt. Man wollte wissen, woher wir kommen und wohin wir gehen, so kam es zu Meditationstechniken und Versuchen beispielsweise mit Askese. In der Katha Upanishad im Vers 3,10 findet man die erste Erwähnung von Buddhi. Sie soll etwa vor 3000 bis 2500 Jahren entstanden sein und ist die älteste Schrift, die sich bereits mit Yoga befasst. Es geht um nichts Geringeres in dieser Upanishad als um die Weltprinzipien der Vedanta, die bei Purusha (Urseele, geistiges Prinzip) und Prakriti (Natur) anfangen. Aus beiden Prinzipien entsteht Maha Atman, die große Seele, das ist der sich manifestierende Geist. Und erst danach folgt das höhere Erkenntnisvermögen: Buddhi.

Das innere Instrument

Aus diesem Erkenntnisvermögen entsteht der Verstand, Manas, und dann das niedere Erkenntnisvermögen und die Sinnesorgane. In späteren Upanishaden kommt der „Ich-Macher“ (Ahamkara) dazu. Das ist das Ego-Prinzip oder die Wahrnehmung als Einzelwesen, würde man heute sagen. Er gehört zu den vier Teilen des „inneren Instruments“ (Antarkarana). Das innere Instrument ist das Gemüt, der Geist oder die Psyche, die einen Menschen ausmacht und ebsteht aus: Chitta, Manas, Ahamkara und Buddhi. Chitta ist das Unterbewusstsein mit Gedächtnis, Erinnerungsvermögen und  Neigungen, Eindrücken (Samskaras) im Unterbewusstsein und Wünschen (Vasanas).

Manas und Ahamkara

Manas, das ist das einfache Denken und Fühlen, und Ahamkara ist wie gesagt der Ich-Macher, der sich mit der äußeren Welt identifiziert. Er führt weg von der Vernunft. Buddhi fragt: „Wie mache ich etwas?“ und hinterfragt auch den Wunsch oder die Aktion: „Ist es sinnvoll?“ Es entscheidet, was gut ist und stärkt den Willen und die Disziplin. Ein weiterer Aspekt von Buddhi stellt die grundlegenden philosophischen Fragen: „Wer bin ich? Wer will das wissen? Was ist real und was nicht?“ Es gibt uns überhaupt erst die Möglichkeit des freien Willens und der freien Entscheidung und verschafft den Abstand zur Identifikation. Man benötig Buddhi um die Identifikation, die Wünsche, das Unterbewusstsein und letztlich ihn selbst zu überwinden.

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