Weiblich meditieren lernen

Die Erkenntnisse über den weiblichen Weg zur Meditation nimmt sich Karin Jonas in „Der Weg des Wassers“ vor.  Daneben stelle ich „Yoga-Meditation für Anfänger“ von Anna Trökes. Beide Bücher sind bedeutsam.

Werde wie das Wasser…

"Der Weg des Wassers" von Karin Jonas © Innenwelt Verlag

„Der Weg des Wassers“ von Karin Jonas © Innenwelt Verlag

Das Buch von Karin Jonas „Der Weg des Wassers“ ist besonders: Es geht um eine weibliche Herangehensweise an Meditation. Ja, warum muss man jetzt auch daran herum“gendern“? Doch tatsächlich hat die Autorin herausgefunden, dass die Meditationswelt maskulin geprägte ist und Frauen an ihren weiblichen Bedürfnissen vorbei meditieren. Klar, wenn man erst mal im Zustand ist, ist alles eins, im reinen Bewusstsein fallen alle Unterschiede weg. Doch wenn frau mit dem meditieren beginnen möchte, ist ihr Weg ein anderer. Denn nur mit weiblichen Qualitäten sollen man und frau in der Lage sein, Energien zum Fließen zu bringen. Frauen erfahren das Fließen in sich besser über das Körperbewusstsein und ihre Sexualität als über den Verstand und Logik. Maskulinen Konzepte müssen durch weibliche Kreativität in den Fluß kommen, um berührbar zu werden. Das benötigen Männer genauso wie Frauen und jede*r hat beide Seiten in sich. Leider erleben inzwischen auch Frauen, über Jahrhunderte gebrainwashed, ihr Sein nur durch männliche Konzepte wahr.

Das Weibliche in sich umarmen

Um wieder die weibliche Seite zu entwickeln, müssen wir diese Konzepte erkennen. Das gelingt über Wahrnehmung des Körperempfindens, ein Ernstnehmen der eigenen Intuition und Kreativität. Der Autorin geht es darum, ins Gleichgewicht zu kommen. Für uns und die ganze Welt. Ihr Manifest beschreibt sie in drei Sätzen: „Ein neues Bewusstsein muss her!“, „Die Essenz des Femininen liegt im „Inneren Wissen““ und „Das volle Potenzial entwickeln durch Meditation“. Das wollen doch alle gern! Und Meditieren ist der Weg dorthin. Mit Freestyle-Techniken und Espresso-Explorationen kann frau lernen, sich auf sich zu besinnen. Das Angebot im Buch ist spannend. So holt Frau Jonas jede*n von uns ins Meditations-Boot! In der Rezepte-Bar gibt sie Hinweise auf Meditationsressourcen und in der Me-Time-Lounge kann frau ihre persönlichen Anmerkungen und Erfahrungen notieren. Auch Männer können nur vollständig werden, wenn sie sich der weiblichen Kraft bewusst öffnen. Katrin Jonas bleibt dabei neutral und wertfrei bezüglich weiblicher und männlicher Weltanschauungen. Das ist sehr wertvoll und macht das Buch auch für Männer lesenswert.

Unterschiedlichen Traditionen und Ziele

"Meditation für Anfänger" Anna Trökes © vianova.jpg

„Meditation für Anfänger“ Anna Trökes © vianova.jpg

Anna Trökes kann großartig und mit Leichtigkeit Sachverhalte auf den Punkt bringen. Das macht das Buch „Yoga-Meditation für Anfänger“ so bedeutsam. Wunderbar beschreibt sie die Grundlagen des Yoga und die Ziele der unterschiedlichen Traditionen: In der Bhagavad Gita geht es um die Erlösung von Leid, im Yoga Sutra um wahres Verstehen udn Erkennen und im Hatha Yoga um das Einssein und reines Gewahrsein. Das ist schon mal ein toller Überblick und es wird noch besser: Im zweiten Kapitel geht es um die Gründe, die uns am Meditieren hindern oder unterstützen. Allein um das herauszufinden, gilt es in eine „wache Ruhe“ zu kommen. Und das hört sich doch weniger beängstigend an, als still zu sitzen und die Gedanken anzuhalten. Meditieren ist eine innere Qualität und eben nicht nur „Rumsitzen“. Das geht auch gar nicht so einfach! Kommt man in die Stille, geht das Gedankenkarrussell erst richtig los! Aber wache Ruhe, ja, das lässt sich ausprobieren.

Einfach meditieren lernen

Im dritten Kapitel erkunden wir in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung die sieben Lernschritte: Entspannen auf immer feineren Ebenen, eine korrekte Sitzhaltung erarbeiten, Achtsamkeit entwickeln, die Technik der „Nicht-Identifikation“, Sammlung und Reinigung des Geistes und die Umsetzung in allen Lebenssituationen. Denn wozu machen wir das? Damit wir im Alltag gelassen bleiben. Folgt man der Anleitung, ist es auf einem Male geschehen: Und Zack!, man ist zur Ruhe gekommen! Im zweiten Teil des Buches stellt Frau Trökes in den Kapiteln vier bis zwölf unterschiedliche Herangehensweisen der Meditationen vor. Beispielsweise über Yantras, Mudras, Licht- und Atemmeditationen kann man den Geist sammeln und reinigen. Sehr gelungen ist auch der Bezug zum Yoga: In den „Meditationen zum Schutz der Welt und aller Wesen“ vertiefen wir uns in die Yamas und Niyamas, also den regeln für den Umgang mit der Welt und sich selbst. Sehr spannend! Für jeden geeignet, der sich mit Meditation beschäftigen möchte. Besonders für Anfänger.

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