So viel Liebe: Bhakti-Yoga

Das Taj Mahal steht in Agra. Es gilt als das Wahrzeichen der Liebe, weil ein Raja dieses Wunder-Bauwerk als Grabmal für seine Lieblingsfrau erbauen lies. Ist das Liebe? Im Bhakti-Yoga geht man von allumfassender Liebe zu Gott aus, einer Liebe, die niemanden ausklammert.

So viel Liebe: Bhakti-Yoga

Das Herz ist ein Muskel, den man in Bezug auf Liebe auch trainieren kann. Ohne eine aufrichtige innere Haltung findet kein Yoga statt, sondern gesunderhaltende Gymnastik. Dazu muss man weg vom Ego-Yoga und hin zur Hingabe: Wie gelingt Hingabe? Man muss darauf vertrauen, gut behütet zu sein, und anderen offenen Herzens begegnen. Umso mehr in dieser Zeit, nicht weil Weihnachten ist, sondern weil Menschen nicht grundlos ihre Heimat verlassen, wenn sie nicht müssten. Hingabe und Vertrauen stellen aber auch im eigenen Leben und Erleben eine gesunde Hilfe beispielsweise gegen Burnout dar.

Hingabe und Dankbarkeit? Singen!

Ishvara pranidhana bedeutet die Hingabe an etwas Höheres, man entwickelt Vertrauen (Shradda), das alles schon gut gehen wird –  nicht blauäugig, sondern aus einem Verständnis für die Zusammenhängen des großen Ganzen heraus. Bhakti Yoga ist ein Mittel, um den Geist, das Denkorgan (citta) zu zügeln und Dankbarkeit  und Liebe zu entwickeln, die nicht selbstsüchtig oder bindend ist. Beim Bhakti Yoga verehrt man das Göttlich in allem, oft mit viel Einsatz: Man sucht das Einswerden. Deshalb bieten sich Gruppen, und das Singen in der Gruppe an, denn durch Singen kommt man schneller zu Gott, also in die Einheitserfahrung.

Bhakti-Yoga: Weg der liebenden Hingabe

Beim Bhakti-Yoga praktiziert man den Weg der liebenden Hingabe an Gott entweder bezieht man sich auf ein Objekt oder man verehrt den Lehrer oder Guru als Repräsentanten Gottes. Bhakti kommt in allen Religionen vor, nicht nur im Hinduismus, auch bei uns ist liebende Hingabe eine christliche Tugend. Auch wir verehren Heilige als Stellvertreter Gottes und beten zu ihnen. Im Bhakti-Yoga kennt man verschiedene Formen der Anbetung: Beim Japa wiederholt man den göttlichen Namen oder ein Mantra in Gedanken oder in Worten, beim Kirtan singt man im Wechselgesang in einer Gruppe ebenfalls göttliche Namen oder Mantras. Daneben gibt es noch Zeremonien wie Pujas, man bringt einer Statue oder dem Guru Gaben dar, meist Nahrungsmittel. Und ganz wichtig für Bhakti-Yoga, der Dienst an der Gottheit: Alles was man tut, macht man in Verehrung des Göttlichen. Durch die innere Einstellung und Disziplin von Karma-Yoga (= man schielt nicht nach dem Erfolg seines Tuns), wird es erst zur echten Hingabe.

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