Tapas

Tapas bedeutet im besten Sinne Wärme, Hitze oder Glut. Für manchen plagen dann eher Qual und Schmerz, oderder Weg führt über Askese, Kasteiung und sogar Buße. Alles Übersetzungen für den Begriff Tapas aus dem Sanskrit. Nix mit spanischen Häppchen zu einem schönen Glas Wein! Aber wer regelmäßig seine Yoga-Übungen ausführt, wird auf eine andere, eigene Art verstehen, wieso das Konzept von Tapas sinnvoll und wichtig ist.

Tapas: Wärme, Hitze oder Glut

Wenn man seine täglich Praxis (Sadhana) mit Begeisterung ausführt, wird man durchaus ins Schwitzen geraten. Auf der körperlichen Ebene wird man dadurch reiner, schwitzt alles raus, was raus soll. Das geht natürlich genauso mit Pranayama. Und wenn man dabei angekommen ist, sich wohlzufühlen, mit Körper- und Atemübungen, möchte man weiterkommen. Dazu muss man sich aber mit ethischen Fragen auseinandersetzen und gelangt unweigerlich zu einer Spirituellen Praxis. Um Reinheit auf dieser Ebene zu erlangen, muss man sich ethisch verhalten, nicht nur anders auch sich selbst gegenüber. So gehört Tapas als Disziplin auch zu den Niyamas und fordert neben heiterer Gelassenheit (Samtosha) zu Reinheit (Sauca) auf.

Qual, Schmerz und Plage

Wenn man eine Weile übt und versucht, Hindernisse und die neun Zerstreuungen zu überwinden, wird man Tapas als Qual und Schmerz empfinden. Am Ende ist es immer die Konzentration auf den Augenblick, auch wenn man sich plagt und denkt, man kämen nicht vorwärts: Wo wollen Sie denn eigentlich hin? Genau im Hier und Jetzt ist der einzige Moment, indem man lebt. Hier lauern Erkenntnis und Freiheit – nicht mehr und nicht weniger! Als kleiner Tipp: Yoga ist Meditation in Bewegung. Also geht man am besten mit äußerster Konzentration zu Werke. Wille und Energie setzt man konzentriert ein, um Körper, Geist und Seele zu verbinden und in Einklang zu bringen.

 Askese, Kasteiung und Buße

Im Hinduismus und Buddhismus gilt Tapas als die Hingabe an Gott und wird natürlich von Mönchen und Menschen so intensiv wie möglich praktiziert. Ob im Kloster oder ob man das gesamte Leben als gebet an Gott begreift, so kann auch die yogische Praxis zur inneren Befreiung (Moksha) führen. Und das alles mit etwas Disziplin! Laut Bhagavad Gita werden drei Formen der Askese angeboten: Direktheit, körperliche Sauberkeit und sexuelle Reinheit gehören zur Askese des Körpers. Wenn man bei niemand anderem Schmerzen durch Wörter verursacht, sich im Studium der Schriften übt und wahrhaftig bleibt, ist das die Askese der Rede. Die Askese des Geistes übt man  durch Gelassenheit, Verständnis, Rückzug der Sinne und Meditation auf Atman.

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