Superkräfte dank Yoga!

Der Buddhismus lässt grüßen mit seinen Techniken zur liebenden Güte und Achtsamkeit: „Der emotionale Rucksack“ von Viviane Dittmar ist alte Weisheit, neu verpackt. Und auch im Titel „The Force“ von Phil Stutz und Barry Michels geht es um die Befreiung der inneren Kraft. Na dann: Her mit den Superkräften!

Ungesunden Gefühlen begegnen

"Der emotionale Rucksack" von Vivian Dittmar © Kailash

„Der emotionale Rucksack“ von Vivian Dittmar © Kailash

Der Titel „Der emotionale Rucksack“ von Vivian Dittmar besteht aus drei Teilen. Erst wird uns das emotionale Gepäck wie ein Rucksack erklärt: Ob klein oder groß, wie haben unsere Erfahrungen in einem Gepäckstück verstaut. Sie können zu Unzeiten hochkommen und sich „entladen“. Im zweiten Teil geht es daher um den bewussten Umgang mit diesen Ladungen. Dabei nennt sie Techniken, die aus der „Gewaltfreien Kommunikation“ oder dem Buddhismus bekannt sind: Liebenden Güte, den Dialog mit anderen Suchen und Achtsamkeit. Eigentlich ganz einfach, allerdings braucht es für den Dialog ein Gegenüber. Also kann man eben nicht alleine mit einer Technik, sein emotionales Gepäck entladen. Zur Weiterentwicklung benötigt man also einen Menschen, „der einen Raum halten kann“. Gemeinhin nennt man so jemanden Therapeut.

Den „emotionalen Schließmuskel“ kontrollieren

Das Ergebnis dieser „Technik“ wäre die geglückte Kontrolle über seinen „emotionalen Schließmuskel“! Echt jetzt? Und dann in Kombination mit „Entladung“? Das lässt an emotionalen Durchfall denken. Ich mag es ja auch mal deftig, aber das ist eklig! Und das soll es doch nicht sein? Im dritten Teil geht es um „Was wäre wenn…“ alle ihre Emotionen kontrollieren könnten, alle nett miteinander wären und sich selbst besser kennen würden. Ja, das wäre schön! Wie das gelingen soll, lässt die Autorin offen. Es ist ein leicht lesbares Buch. Das Thema wird jedoch im Buddhismus und im Yoga Sutra schlüssiger erklärt. Da ist man schon über die Körperarbeit dicht an seinen Emotionen. Yoga ist eben genau dafür gedacht. Ich empfehle stattdessen jedes Buch von Ralph Skuban.

Mixtur aus allen Bereichen

"The Force" von Phil Stutz und Barry Michels © arkana

„The Force“ von Phil Stutz und Barry Michels © arkana

Das Buch „The Force“ ist ebenfalls ein Teller bunte Knete, überall zusammengeklaut. Die Autoren Phil Stutz und Barry Michels möchte an das unbegrenzten Potenzial der Kraft heranführen, das in jedem von uns steckt. Soweit finde ich das gut. Ab da wird es aber etwas verschwurbelt: Jeder ist ein Supermann, wenn er nur die schwarze Sonne in sich findet. Aha. Wir kommen nicht in unsere Kraft durch den inneren Verhinderer. Dieser wiederum erscheint bei Energielosigkeit, falschen Hoffnungen, verletzten Gefühlen und unguten Belohnungsstrategien. Dagegen sollen die vorgeschlagenen vier Power-Tools helfen. Man visualisiert eine schwarze Sonne. Wie wärs mit einer Meditation auf die Unendlichkeit, also übt Yoga? Für mehr Lebensenergie kann man den Wirbel aktivieren. Schon mal was von Chakras gehört? Man soll die Verantwortung übernehmen, wie „die Mutter“. Naja, das innere Kind muss man schützen und es erwachsen werden lassen. Dabei hilft es eine innere Instanz zu installieren, die das übernehmen kann. Geklaut aus der Psychotherapie. Das vierte Werkzeug ist „der Turm“: Verletzungen überwinden, danach resilienter sein. Jeder Schmerz stellt eine Gelegenheit dar. Ach, was?

Dosenöffner für deine Seele

Die Autoren bezeichnen ihr Werk als „Dosenöffner für deine Seele“. Das ist fast so schlecht wie der oben erwähnte Schliessmuskel… Vielleicht muss man einfach nur erkennen, dass das Leben ist wie es ist. Im Hier und Jetzt leben und annehmen, was ist. Damit erleichtert man sich das Dasein. Man wird frei vom ewigen Wollen und Nicht-Wollen, also Anhaftungen. Das sind buddhistische und yogische Ideen, die jeder für sich entdecken kann. Die Abwandlung und Verbrämung mit anderen Disziplinen sind unnötig. Ich verstehe aber auch, dass diese Ideen neu verpackt einem anderen Publikum zugänglich gemacht werden sollen. Das ist mir zu viel Blabla, statt einfach auf die Matte zu gehen, zu üben, zu meditieren und Gelassenheit durch Achtsamkeit zu erlernen. Dann, ja dann, erlangt man Superkräfte durch Yoga!

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