Special: Buchvorstellungen im September

In meinem Buchvorstellungs-Special geht es diesen Monat um das Thema Yoga, Frauen und Älterwerden, aber auch um Tantra, Teen Yoga und Heilung durch Yoga. Die zwölf Bücher haben es in sich!

„Restorative Yoga“ von Lorna Neuber

"Restorative Yoga" von Lorna Neuber © südwest Yogannetteblog.de

„Restorative Yoga“ von Lorna Neuber © südwest

Die erste Buchvorstellungen im September kommt von einer lieben Kollegin: Bei Lorna Neuber wird schnell deutlich, dass sie versteht, worum es im Restorative Yoga geht. Ihre Kurse sind ebenfalls sehr zu empfehlen: Man kann erfahren, wie Asanas ausschließlich ohne Muskelkraft geübt werden. Mit Unterstützung von Hilfsmitteln wie Kissen, Decken und Blöcken kann man durch dieses Buch auch zu Hause das Loslassen üben. Für jeden geeignet, also für passionierte Yogis als Ausgleich zu kraftvollen Yogastunden, für Reha-Patienten, absolute Yoga-Anfänger, Schwangere und Menschen, die sich gestresst fühlen. Das Buch von Lorna Neuber ist klar aufgebaut und praxisnah, denn die Übungen sind einzelnen Anwendungsgebieten zugeordnet.

„Yoga – Was es verspricht – und was es kann“ von William J. Broad

"Yoga" von William J. Broad © Herder Yogannetteblog.de

„Yoga“ von William J. Broad © Herder

Mit dieser Buchvorstellung im September möchte ich jedem Yogalehrer und Yogatherapeuten das Buch von William J. Broad ans Herz legen: Er liefert auf unterhaltsame Weise Ergebnissen aus der Yogaforschung, räumt mit Yogamythen auf, verdeutlicht geschichtliche Zusammenhänge, Yoga-Protagonisten und wie Yogastudien zustande kamen. Nun, Broad ist Wissenschaftsjournalist und hat nicht ohne Grund unzählige Preise gewonnen: Launig geschrieben und interessant. Leider überbetont er das Verletzungsrisiko durch Yoga. Das ist allerdings sehr kraftvollen Stilen geschuldet, die vor allem aus den USA zu uns kommen. Auch die kommerzielle Vermarktung des Yoga wird thematisiert und trägt seiner Meinung nach zur Verzerrung der Idee des Yoga bei.

„Älter werden wir später!“ von TV-Ärztin Aylin Urmersbach

"Älter werden wir später" von Aylin Urmersbach © zs Verlag Yogannetteblog.de

„Älter werden wir später“ von Aylin Urmersbach © zs Verlag

Ein Buch über alle Bereiche des Lebens in den besten Jahren:

  1. Ernährung, Bewegung und Lebensfreude: Bewegungs-, Atem- und Entspannungs-Übungen
  2. Rezepte aus der Anti-Aging-Küche
  3. Krankheiten und Beschwerden lindern und vermeiden

Das Buch macht fast Lust aufs Älterwerden. Mit einem Test zum biologischen Alter kann man für sich selbst herausfinden, wo man steht. Gott, bin ich jung! Ihre Botschaft ist, dass die Zufriedenheit in der zweiten Lebenshälfte zunimmt, wenn denn auch die Gesundheit mitspielt. Lebensqualität durch Zuversicht – dafür kann man etwas tun! Es geht natürlich auch um Phytohormone, dass Essen vegan oder vegetarisch (machbar und lecker) gesünder ist und Ängste angeschaut werden müssen. Tja, daran kommt man nicht vorbei, wenn man jung im Alter bleiben möchte. Frau Urmersbach hat Ahnung: Sie ist Ärztin, Fitnesstrainerin, Ernährungsberaterin und Lebenscoach. Älter werden ist kein Schicksal, sondern eine Chance: Statt Anti-Aging ist es eher Proaging, wie im Buch von Elena Lustig:

„Pro Age Yoga“ Elena Lustig

"Pro Age Yoga" von Elena Lustig © Theseus/Kamphausen Yogannetteblog.de

„Pro Age Yoga“ von Elena Lustig © Theseus/Kamphausen

Yogalehrerin Elena Lustig hat mit ProAgeYoga ein Programm entwickelt, um den Prozess des Älterwerdens als bereichernd zu erfahren. Sie betrachtet es nicht nur als individuelles, sondern auch als gesellschaftliches Thema. Mit Methoden aus Coaching und Yoga können wir Prozesse der Veränderung anstoßen und Körper und Geist wach halten für das, was kommt. Älter zu werden bedeutet, besser zu werden durch Erfahrung und Weisheit, Yoga kann erhalten und neue Möglichkeiten schaffen. Das Ziel von diesem Programm ist es, durch das Training dem Älterwerden mit Selbstachtung und Selbstakzeptanz zu begegnen. Unter dem Motto „ProAgeYoga“ bietet die Autorin auch ein Online-Programm an.

„Teen Yoga“ von Nicole Schröter

"Teen Yoga" von Nicole Schröter © Windpferd Yogannetteblog.de

„Teen Yoga“ von Nicole Schröter © Windpferd

Von den Alten zu den Jungen: In beiden Altern steht die Welt Kopf, wenn die Hormone Achterbahn fahren. Auch „Teen Yoga“ soll entschleunigen und möchte Stabilität anbieten. Die Idee von Nicole Schröter ist, den Schulalltag mit etwas Spiritualität anzureichern und die Jugendlichen resilienter zu machen. Es ist jugendfreundlich geschrieben und spricht die Leser*innen mit du an, bietet Anregungen zur Selbstreflexion, zur Stärkung des Selbstwertes und zur Wahrnehmung der eigenen Gefühle. Ich denke, es ist durch die praktischen Tipps für jeden geeignet, nicht nur für Teens. Auch Eltern lernen, ihre Sprösslinge besser zu verstehen, und können sich mit den gleichen Übungen entspannen!

„Mit Yoga zur Selbstheilung“ von Anna Trökes

"Mit Yoga zur Selbstheilung" von Anna Trökes © Herder Yogannetteblog.de

„Mit Yoga zur Selbstheilung“ von Anna Trökes © Herder

In Anna Trökes neuestem Werk geht es um Übungen zur Stärkung des Immunsystems. Denn Yoga kann mehr: Mit der Erforschung der Mind-Body-Medizin können wir die Selbstheilungskräfte aktivieren und schulmedizinische Ansätze unterstützen. Die regelmäßige Entspannung des vegetativen Nervensystems im Alltag trägt zur Stärkung unseres Immunsystems bei. Eine Buchvorstellung zu der nur zu sagen ist, interessant wie immer, denn die Autorin liefert auf altbewährte Weise Wissenswertes über die Wirkung von Yoga. Das Buch bietet Körper-, Atem- und Achtsamkeits-Übungen und Meditationen, also wie gewohnt ein Schatz an Weisheit! Ich bin wieder sehr angetan von der Einfachheit der Übungen. Wer noch nichts von Anna Trökes gelesen hat, kann mit dem „Großen Yogabuch“ beginnen: Die Neuauflage kommt im November bei Gräfe & Unzer raus. das kommt dann im Buchvorstellungs-Special im Dezember.

„Doktor Yoga: Das große Buch der Heilung“ von Kerstin Leppert

"Doktor Yoga" von Kerstin Leppert © Knaur Yogannetteblog.de

„Doktor Yoga“ von Kerstin Leppert © Knaur

Auf diese Buchbesprechung habe ich mich ebenfalls sehr gefreut und ich kann es allen Yogalehrern ans Herz legen. Es ist ein Nachschlagewerk für alle gängigen Beschwerden und Erkrankungen, die mit Kundalini-Übungen ausgeglichen werden können. Im Kundalini Yoga beschäftigt man sich damit, die Energie zum Fließen zu bringen und sieht darin die Chance auf Heilung bzw. Vorbeugung von Krankheiten. Eigentlich wie im Hatha Yoga auch, nur werden hier meist schwungvolle Körper- und Atemübungen, Übungsreihen und Heilmantras angeboten. Für jede der vorgestellten 112 Erkrankungen werden ein oder mehrere Übungen vorgeschlagen. Kerstin Leppert beruft sich dabei auf die Heilkunst Sat Nam Rasayan, die Yogi Bhajan bei uns bekannt gemacht hat. Die Kapitel:

  1. Gesund bleiben – Yoga zur Prävention: Transformationskraft des Yoga, Lebensführung und innere Haltung
  2. Gesund werden – Symptome lindern und Krankheiten heilen: 112 Beschwerdebilder
  3. Gesund machen – Die Fähigkeit, andere zu heilen: We man sich sein Heilerpotential  erschließen kann

„Yoga für Einsteiger“ von Harry Waesse und Martin Kyrein

"Yoga für Einsteiger" von Waesse/Kyrein © G&U Yogannetteblog.de

„Yoga für Einsteiger“ von Waesse/Kyrein © G&U

Die zwei Yoga-Lehrer Harry Waesse und Martin Kyrein bieten ein Buch über die Grundlagen des Yoga und einfache Sequenzen für Einsteiger an. Eine Anregung fand ich neu: Bin ich der Erd- oder der Lufttyp? Sicherlich gehört das zu der ayurvedischen Idee von Kapha und Vata. Was aber, wenn ich der Feuertyp bin? Vielleicht übt dieser ohne einen bestimmten Fokus. Die Autoren leiten den Leser durch ein Zehn-Schritte-Programm, um die zentralen Bereiche der Yoga-Praxis kennenzulernen. Die Übungsfotos geben eine gute Anleitungen und die spezielle Wirkung, die DOs und DONTs werden jeweils erläutert. Als Bonus gibt es auch ein Aufbauprogramm für fortgeschrittene Einsteiger und Yoga für zwischendurch: ein feines, kleines Buch.

„Yoga verstehen: Die Anatomie der Yoga-Haltungen“ von Ann Swanson

"Yoga verstehen" von Ann Swanson © DK Yogannetteblog.de

„Yoga verstehen“ von Ann Swanson © DK

Dieses Buch ist sehr gut aufgemacht und zeigt großformatig die Anatomie und Physiologie in den verschiedenen Yogahaltungen: Wir lernen die Auswirkungen auf Knochen, Sehnen, Muskeln, Bänder und Gelenke kennen und was gedehnt und was angespannt wird. In einer ausführlichen Einleitung werden alle Organsysteme vorgestellt. Dreißig Asanas kann man dann in detaillierten Grafiken, aus verschiedenen Perspektiven und in Bezug auf ihre Hauptwirkungen erforschen: Erst die ganze Asana, dann auf weiteren Seiten die wichtigen Details. Die Muskeln werden in Deutsch und Latein benannt. Am Ende gibt es noch einen Frage-Antwort-Teil zu allen themenübergreifenden Yoga-Fragen. Ich würde dieses Buch jeder Yoga-Lehrerausbildung empfehlen.

„Yin Yoga des Herzens“ von Tanja Seehofer und Doris Iding

"Yin Yoga des Herzens" von Seehoder & Iding © Windpferd Yogannetteblog.de

„Yin Yoga des Herzens“ von Seehoder & Iding © Windpferd

Yin Yoga kombiniert Yoga mit der chinesischen Medizin und der Faszienlehre. Tanja Seehofer und Doris Iding sind Expertinnen und kennen sich mit Yoga, Meditation und weiteren geistigen Disziplinen aus. Deshalb ist dieses kleine Buch ein Schwergewicht, das jeder im Alltag aber auch bei Stress, Ängste oder Burnout heranziehen kann. Die beiden haben ihr umfangreiches Wissen zusammengetragen und heraus kommt ein sehr gutes Buch. Eigentlich kann ich alle Bücher der beiden empfehlen! Mit Yin Yoga entspannt man die gesamte Muskulatur und dadurch den Geist, was das Herz zur Ruhe kommen lässt, um, wie sie schreiben: „… den inneren und äußeren Kampf mit den Widersprüchen des Lebens aufzugeben und sich ganz in den Fluss des Seins hineinzubegeben.“ Einfach schön!

„Schön, wild und weise“ von Anna Gamma

"Schön, wild und weise" von Anna Gamma © Theseus/Kamphausen Yogannetteblog.de

„Schön, wild und weise“ von Anna Gamma © Theseus/Kamphausen

Yoga und Weiblichkeit ist ein weites Feld, das immer öfter in den Fokus rückt. Dazu ist es sinnvoll, die weiblichen Rolle in unserem Kulturkreis zu durchleuchten und zu hinterfragen. Zen-Meisterin Anna Gamma befasst sich mit der wilden Schönheit und tiefen Weisheit, die sich in allen Frauen befindet: Die Quelle der Kraft und der Schöpfung entdeckt sie für uns über Rollenbilder der jüdisch-christlichen Geschichte, Polinesien und Ägypten: Die weiblichen Archetypen von Maria, Eva, Lilith, Kanzeon, Pel, Nut oder der Wolfsfrau werden vorgestellt und mit Übungen und Meditationen verknüpft, um sie fühl- und erlebbar zu machen. Das Buch macht neugierig und Lust darauf, alles zu entdecken, was in uns ist. Für Ermutigung und mehr Selbstvertrauen.

„Das große JA zum Leben!: Tantra als Weg zu innerer Freiheit“ von Diana Sans

"Das große Ja zum Leben" von Diana Sans © Königsfurt Yogannetteblog.de

„Das große Ja zum Leben“ von Diana Sans © Königsfurt

Diana Sans har für sich als moderne Spiritualität die Philosophie des Tantra entdeckte und versteht es als großes JA zum Leben. Anders als weltabgewandte Philosophien ist Tantra aus dem indischen Mittelalter sehr alltagstauglich und viel genußvoller (und hat nicht nur mit Sex zu tun!). Man nimmt an, was ist, und versucht nicht den Körper zu leugnen oder durch asketische Praktiken „reiner“ zu werden. Spiritualität ist gerade schwer im Kommen und Diana Sans vermittelt dazu ganz praktische Übungen:

  1. Die leidvolle Identifikation mit Vergänglichem
  2. Der harmonische Tanz erfüllter Beziehungen
  3. Die Magie des Sankalpa
  4. Ich in einer anderen Form
  5. Atme. Lächle. Lebe.
  6. Der Umgang mit schwierigen Gefühlen
  7. Dem Atem lauschen

Special: Buchvorstellungen im September

Es gibt so viele interessante neue Bücher jeden Monat. Ich werde sie nicht mehr einzeln besprechen, sondern einmal im Monat davon spannende oder ungewöhnliche vorstellen. Im Oktober wird es um richtig tolle spirituelle Bücher gehen!

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