Mit Shopping zur Erlösung?

Inzwischen gibt es Trends wie Green Shopping, wahrscheinlich für ein gutes Gewissen. Aber die Frage bleibt: Wieso ist Shopping zu einer Freizeitbeschäftigung geworden? Sind wir wirklich alle so unglücklich?

Konsum als Belohnung

Shopping oder Kaufrausch als Ersatzbefriedigung, Belohnung oder sogar als Weg zur Erlösung? Was ist uns im Laufe der Zeit verloren gegangen, dass wir das durch Kaufen wiedererlangen möchten? Inzwischen gilt es als eine Krankheit: Shopaholics oder die „Shopping-Abhängigkeit“. Haben wir nur mehr Zeit, müssen unser Überleben nicht mehr sichern und sind deshalb gelangweilt? Yoga bietet einen Ausweg durch die innere Ausrichtung auf etwas ganz anderes. Doch selbst im Yoga gibt es Konsum und Kaufrausch. Oder wie viele Matten braucht ein Mensch? Dabei braucht man doch nur eine Matte, vielleicht noch ein Kissen und eine Decke. Anhäufen und sammeln verbirgt „nur“ die Angst vorm Tod.

Müllberge durch kollektiven Kaufrausch

Die Schnäppchenjagd bewirkt, dass viele Leute Dinge kaufen, die sie nicht nur nicht benötigen, sondern die auch nach einem kurzen Gebrauch auf dem Müll landen. Aparigraha in seiner schlimmsten Form. Eine Ressourcenverschwendung ohnegleichen! Immer mehr wird immer schneller produziert, aber wozu? Nichts wird mehr geflickt oder ausgebessert, aber da müssen wir wieder hinkommen. Der Stopfpilz für die Socken, den Fahrradschlauch wieder selbst reparieren. Bei den Technischen Geräten ist das vielleicht heute nicht mehr so einfach möglich. Trotzdem entstehen heute großartige Möglichkeiten wie Carsharing. Das Auto steht ja sonst den ganzen Tag nur vorm Büro und nachts vorm Haus rum. Warum nicht auch eine Waschmaschine teilen?

Mit Shopping zur Erlösung?

Was suchen wir den für eine Erlösung im Kaufrausch? Im Menschen gibt es zwei Bedürfnisse: Nach Wachsen und Gedeihen und nach Ausgleich. Unser Konsum beruht auf der Idee, das wir nicht gut genug sind und zum Glücklichsein noch etwas benötigen. Das sollen wir uns kaufen: Freiheit und Glück durch ein neues Handy, Limonade oder Klamotten. Wir erleben auch ein kurzes Glücksgefühl im Belohnungszentrum des Gehirns, aber das ist leider nur von kurzer Dauer. Dahinter steckt ein Gefühl von Mangel und unbefriedigter anderer Wünsche. Aber welche sind das? Um sich selbst auf die Schliche zu kommen, helfen Yogaübungen, Pranayama und der Rückzug der Sinne (Pratyahara).

Mit Yoga den Ausweg finden

Über Yoga findet man einen Weg, Gedanken, Gefühle und Überzeugungen zu erkennen und neue Wege einzuschlagen. Man muss die ausgetretenen Pfade (Samskaras) verlassen. Es muss eine neue Begeisterung für andere Werte entstehen und so wird das Belohnungssystem mit einer neuen, positiven Erfahrung verknüpft. Statt also einzukaufen, geht man auf die Yogamatte und fühlt sich danach völlig entspannt. Das ist die neue Belohnung.

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