Shiva, Weltenzerstörer & Erneuerer

Shiva gehört mit Brahma und Vishnu zu den wichtigsten Göttern des Hinduismus. Sie verkörpern die drei Aspekten des Göttlichen: Brahma ist der Schöpfer, Vishnu der Bewahrer und Shiva steht für kreative Zerstörung, aus der immer etwas Neues entstehen kann. Ohne ihn wäre nur Stillstand.

108 Namen

Einhundertacht ist eine heilige Zahl in Indien. Deshalb soll es für Gott Shiva ebenfalls 1008 Namen geben. Sie beziehen sich auf seine Eigenschaften, die je nach Inkarnation betont werden. Er ist der Gott mit blauem Hals „Nilakantha“, der Gift aus dem Milchmeer getrunken hat, um die Welt zu retten. Aus dem Milchmeer entstammt auch Gott Dhanvantari. Shiva gilt als der Schreckliche „Bhairava“ oder der große Gott „Mahadeva“, wird als „Pashupati“ bezeichnet, als Herr über alle Wesen, als der Wilde „Rudra“ oder als Segen bringender „Shankara“.

Shiva, Weltenzerstörer & Erneuerer

Als König des Tanzes ist er „Nataraja“ und so heißt ebenfalls eine Yoga-Haltung: In Darstellungen findet man Shiva einbeinig auf einem Dämonen tanzend, das andere Bein in der Luft. Er besiegt seine Dämonen, sein Ego. Übertragen auf Yoga: Bleib bei Deiner Sadhana, dann überwindest Du alle Hindernisse. Bitte üben Sie das nicht, ohne sich vorher aufzuwärmen! Für Yogis ist der Gott der Asketen, da er auf dem Berg Kailash in tiefster Meditation versunken war. Nichts konnte ihn aus der Meditation holen, obwohl die Welt drohte unterzugehen. Den Göttern viel nichts mehr ein, wie sie ihn für ihre Belange interessieren konnten. Irgendeiner hatte dann die geniale Idee „Sex sells“ und brachte eine Frau in Spiel, Parvati. Sollte sich der große Ober-Asket wirklich von einer Frau aus der Ruhe bringen lassen?

Gott der Gegensätze

Shiva steht für Zerstörung. Schlechtes Karma besiegt er symbolhaft mit dem Tanz auf dem Dämonen. Indem er sein drittes Auge öffnet, verbrennt er alles in seinem Umfeld. Das stelle ich mir immer wie einen Laserstrahl vor. Allein wenn Kali in Rage gerät, seine weibliche Inkarnation, legt er sich lieber still auf den Boden und lässt sich von ihr besiegen. Das weibliche Prinzip besiegt das männlich! Ach, was? Auf der anderen Seite bildet er mit Parvati und Ganesha die Heilige Familie. Parvati konnte ihn tatsächlich als ebenbürtige Asketin aus der Reserve locken, da sie ungerührt neben ihm meditierte, eine echte Männerversteherin.

Die heilige Familie

Shiva heiratete Parvati. Ihre Eltern waren von dem wilden Mann nicht wirklich angetan: Stellen sie sich einen mit Asche beschmierten Typen mit wilden Haaren wie aus dem Musical „Hair“ vor. Möchten sie diesem Mann Ihre Tochter geben? Wie kommt nun Ganesha ins Spiel? Götter formen sich ihre Kinder selbst aus Lehm, nichts leichter als das: Mit etwas Ganges-Wasser erweckt man den Lehm zum Leben. Parvati hatte einen kleinen Jungen aus Lehm geformt, nur Shiva hatte das nicht mitbekommen. Sie begeneten einander als Shiva in Parvatis Gemächer wollte. Ganesha stand jedoch davor Wache und wollte ihn nicht heinein lassen. Shiva kann sehr aufbrausend werden und gilt nun mal als Gott der Zerstörung: Er schlug Ganesha kurzerhand den Kopf ab. Sagen wir mal: eine unschöne Situation. Das fand Parvati auch gar nicht lustig. Um sie zu besänftigen, versprach Shiva ihr daraufhin, den ersten Kopf zu nehmen, der vorbeikommt, und ihn auf ihren Sohn zu pflanzen. Nur leider kam ein Elefant vorbei… Das tut aber der Beliebtheit Ganeshas keinen Abruch, im Gegenteil: Er ist beliebt wie ein Popstar!

 

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