Sangha, nicht Sangria: Komm zum Yoga!

Die Gemeinschaft von Yoga-Praktizierenden ist schön. Wir unterstützen uns gegenseitig. Nein, nicht mit Sangria: Man nennt es Sangha.

Miteinander auf dem Weg

Verbundenheit und Gemeinschaft sind Grundeigenschaft von Yoga. Denn einerseits kann uns ein Gegenüber als Spiegel helfen zu sehen, was wir lernen wollen und sollen. Psychologisch nennt man es Schattenarbeit und auch mit einem Therapeuten kann man das Gefühl von Getrenntheit überwinden. Andererseits ist es in einer Gemeinschaft leichter die blinden Fleck sozusagen nebenbei zu erkennen und zu lösen: Man lernt gemeinsam zu beobachten und zuzuhören. Das ist ein Weg der zu mehr Demut und Dankbarkeit führt. Denn allein ist das nicht zu bewerkstelligen, außer man ist bereits in einer spirituellen Umgebung aufgewachsen und in diesen Praktiken geschult. In Indien sind die Menschen in dieser Hinsicht höher entwickelt, im Alleinsein ist Erkenntnis dann möglich. Widerspricht sich das?

Sangha, nicht Sangria: Komm zum Yoga!

Sangha bedeutet Menge, Schar oder Gruppe, aber auch Verbindung und Vereinigung: Eine Anzahl von Leuten leben und üben zusammen. Im Buddhismus geht es darum, dass eine Gruppe ein gemeinsames Ziel oder eine Vision hat. In so einer spirituellen Gemeinschaft unterstützt man sich in der Praxis gegenseitig. Nein, das hat nichts mit einer Sekte zu tun! Es kann eine Resonanz und Schwingung entstehen, wenn mehrere Yogis üben und sich gemeinsame weiterentwickeln, die allein nicht gelingt. Dabei ist es wichtig, weich zu werden, etwas zuzulassen, offen zu sein. Weniger reagieren, mehr entspannen und sich selbst nicht so wichtig nehmen. Gemeinsam schafft man die Hürden der Meditation leichter. Hat man sie bewerkstelligt, kann man diese Erkenntnisse in die Einsamkeit mitnehmen. Man wird sich dann auch nicht einsam fühlen, da man durch die Sangha und die Praxis verbunden bleibt.

Sangha versus Sangria

Früher hat man Zuflucht in der Sangha gesucht. Man musste unter sich bleiben, wenn man einer Richtung oder Praxis verpflichtet war, die den offiziellen Ritualen entgegenstanden. Daher kommt die Idee des Sektentums. Wenn man dabei nicht manipuliert wird, sondern zu mehr Selbstermächtigung gelangt, ist es keine Sekte! Auch heute noch (und nicht bloß im Buddhismus) ist Sangha ein wichtiges Prinzip: Gemeinsam etwas aufbauen und dranbleiben. Man hält gemeinsam besser durch, kann sich austauschen und unterstützen. Man zieht sich mit Gleichgesinnten zurück, um wieder den Fokus auf das eigentliche Ziel zu schärfen. Kommen wir von Sekte zu Sekt und zu Sangria: Gemeinsames Feiern und Saufen verbindet vielleicht für einen Abend, danach ist man sich aber oft gegenseitig peinlich. Das Verbindende ist der Alkohol, die Peinlichkeit das Trennende. Was ist also mit Sangria gewonnen? Nichts! Die Praktiken des Yoga und der Meditation setzen Reinheit (Sauca) voraus. Ohne das sind Klarheit und Unterscheidungsfähigkeit nicht erreichbar, die benötigt werden, um gesunde Entscheidungen zu treffen. Das ist eine der Nebenwirkungen des Yoga!

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