Sadhana Pada

Übende, die täglich ihre Sadhana befolgen, also ihre Yoga-Übungen machen, gelangen auf den Weg der Erkenntnis und Weisheit. Dazu übt man Asanas, Pranayama, Meditation und Mantras am besten gleich nach dem Aufstehen. Die Sadhana Pada, das zweite Kapitel im Yoga Sutra, liefert dazu den philosophischen Hintergrund.

Das zweite Kapitel des Yoga Sutras

Viele Leute denken, sie müssten jeden Tag 90 Minuten üben, doch ist das im normalen Alltag für viele nicht zu stemmen. Deshalb sollte man sich Thomas von Aquins Satz zu Gemüte führen:
„Wähle den Weg über die Bäche und stürze dich nicht gleich ins Meer! Man muss durch das Leichtere zum Schwierigen gelangen.“
Man setzt sich ein Zwischenziel und arbeitet sich langsam vor, bei jedem Marathon läuft man am besten immer nur jeden Kilometer für sich über die 42 Kilometer insgesamt. Das zweite Kapitel des Yoga Sutras von Patañjali heißt Sadhana Pada und widmet sich den Praktiken des Yoga. Es benennt die Instrumente der Aufmerksamkeit, die verwendet werden können, um systematisch alle Hindernisse und Blockaden zu eliminieren, die das innere Licht verdunkeln und einen davon abhalten Yoga zu üben.

Sadhana Pada

Sadhana Pada soll etwa im Zeitraum von 200 vor bis 600 Jahre nach Christus verfasst worden sein, der Zeitraum ist nicht eindeutig zuzuordnen. Es enthält 55 Sutras, die den Weg der spirituellen Praxis, Sadhana, erklären und aufzeigen möchte, wie eine Landkarte für den Reisenden muss man dennoch den Weg selbst gehen. Sadhana Pada beantwortet auch die zentrale Frage, wie man Yoga üben soll. Zum einen bietet der achtgliedrige Pfad eine klare Anleitung, wie geübt werden soll, nämlich sthira sukham, stabil und mit Kraft, dabei gelassen und entspannt zugleich. Aber auch die Frage „Warum soll man aber überhaupt Yoga üben?“ wird beantwortet: Um körperliche Dysbalance auszugleichen, Beschwerden zu lindern und geistige Zweifel auszuräumen.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Im Sadhana Pada geht es um das Tun, Kriya Yoga. Es setzt sich zusammen aus Tapas, Svadhyaya und Ishvara Pranidhana. Was dabei hinderlich sein kann, analysiert Patañjali anhand der Zustände im Leben eines Menschen und macht es an Elend und Leiden fest. Sie entstehen durch die fünf Kleshas: Avidya, Asmita, Raga, Dvesa und Abhinivesa. Dagegen helfen die ersten fünf der acht Stufen des Yoga nach Patañjali: Yamas, Niyamas, Asanas, Pranayama und Pratyahara. Das ist der äußerliche Ansatz als Vorbereitung für den Weg nach innen, zur Meditation. Die Hindernisse, die auf diese Weise durch Yoga entfernt werden können, sind körperliche Beschwerden und die Zweifel des Geistes, also gleichzeitig die Begründung, warum man Yoga üben sollte. da schließt sich der Kreis!

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