Rückbildung: Yoga nach der Schwangerschaft

„Yoga nach der Schwangerschaft“ von Romana Lorenz-Zapf und Holger Zapf und „Mama & Baby Yoga: Zeit für dich und dein Kind“ von Maria Eschstruth.

Wenn es das Kind zulässt

Eine Kollegin findet dieses Buch sehr gut: In „Yoga nach der Schwangerschaft“ von Romana Lorenz-Zapf und Holger Zapf ist alles beschrieben, was bei und nach einer Geburt anatomisch und energetische im Körper passiert. Das sogenannte vierte Trimester stellt eine besondere Herausforderung da. Für Erstlingsmütter stellt das Kapitel „Nach der Geburt ist alles anders“ eine sinnvolle Hilfe dar. Über die Atmung, Prana und die Vayus werden die energetischen Abläufe erklärt yogisch erläutert. Um die Energie zu lenken braucht es dann nur noch ein Grundverständnis der Bandhas und Chakras. Et voilà: Ohne eine einzige Asana steht die ganze Yogaphilosophie vor einem. Gut gelöst und anschaulich erklärt.

Beckenboden, Beckenboden, Beckenboden

"Yoga nach der Schwangerschaft" von Romana Lorenz-Zapf und Holger Zapf © Irisiana

„Yoga nach der Schwangerschaft“ von Romana Lorenz-Zapf © Irisiana

Im zweiten Teil des Buches geht es um den Beckenboden, der natürlich auch yogisch einen zentralen Aspekt der Energie darstellt. Mütter müssen das Kind, wenn es größer wird, auf gesunde Weise heben können, ohne dass Beckenboden und Rücken darunter leiden. Nicht nur jede frischgebackene Mutter, nein jede Frau sollte sich mit dem Thema Beckenboden auseinandersetzen (siehe nächsten Artikel „Pussy Yoga“ am 11. April 2019). Das kann über Yoga, ein gezieltes Beckenbodentraining oder durch Bauchtanz erlernt werden. Hier ist das Zentrum der Frau und die Energie- und Kraftquelle der Weiblichkeit.

Rückbildung: Yoga nach der Schwangerschaft

Nach dem Kapitel über den Beckenboden folgen im dritten Teil zehn Übungsreihen. Dass sich die Yoga-Übungen problemlos im Alltag mit Baby durchführen ließen, wollen wir mal dahingestellt sein lassen. Ich beglückwünsche Frau Lorenz-Zapf, wenn es denn bei ihr so geklappt hat! Das liegt wohl am jeweiligen Kind: Wenn es mitmacht ist es schön, fängt es an zu krabbeln, rennt man dem kleinen Liebling immer hinterher. Auch eine Art Gymnastik – und wenn dabei der Beckenboden aktiviert wird, gut so. Oder man übt heimlich, wenn sie schlafen! Genau dafür sind die Yoga-Übungsfolgen mit 10 und 15 Minuten sinnvoll, knackig und machbar. Schade, dass die Sequenzen am Ende nicht noch mal zusammengefasst werden. Das erschwert den Ablauf für Yoga-Unkundige, wenn sie immer weiter blättern müssen. Die Übungen sind jedoch sehr gut erklärt und bebildert.

Zeit für dich und dein Kind

"Mama & Baby Yoga" von Maria Eschstruth © Meyer & Meyer Verlag

„Mama & Baby Yoga“ von Maria Eschstruth © Meyer & Meyer Verlag

Das Buch „Mama- & Baby-Yoga: Zeit für dich und dein Kind“ von Maria Eschstruth widmet sich ebenfalls der Rückbildung durch Yoga. Das erste Babyjahr fordert viel Flexibilität. Mal hat man mehr Zeit, mal weniger. Dafür sind kürzere Übungen genauso im Buch zu finden wie kräftigenden 60-Minuten-Einheiten. Für die Babys gibt es eine Besonderheit: Indische Massageanleitungen und Übungsabfolgen, die die Entwicklungsschritte des Kindes unterstützen sollen. Die Fotos dazu sind sehr fröhlich: Das Modellkind scheint die Massagen sehr genossen zu haben! Frau Eschstruth ist Hebamme und Yogalehrerin hat die Abfolgen an ihren drei eigenen Kindern erprobt und als Kurskonzept zur Vollendung gebracht.

Mal die Mutter, mal das Baby

Die Übungen starten mit ein paar Grundübungen, die die Mutter erst mal körperlich wieder ins Gleichgewicht bringen und auf die Übungen mit dem Baby vorbereiten sollen. Die Sequenzen mit dem Baby werden sehr achtsam angeleitet und im Wechsel Übungen für die Mutter und dann wieder mit Kind vorgestellt. Einerseits soll der Beckenboden aktiviert, die Rumpfmuskulatur und der ganze Körper gestärkt werden, um dann auch schrittweise die Yogapraxis mit dem Baby vertiefen zu können.

Das Nervenkostüm der Eltern

Im letzten Kapitel wird an das Nervenkostüm der Eltern gedacht: Meditation ist Entspannung und ein wichtiger Gegenpol zur Anspannung. Man gewinnt Abstand zum Alltag und Mütter und Väter können so den Herausforderungen, denen sie ausgesetzt sind, mit mehr Gelassenheit begegnen. Ich denke, dass ist ein wichtiger Aspekt, der oft in der ersten Zeit nach der Geburt zu kurz kommt. Woher nehmen Eltern die Energie? Eine Chakren-Meditation bietet hier einen leichten Einstieg in die nicht immer einfache Disziplin. Einfach rund und gelungen.

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