OM für Yogalehrer: Strategie

Brauchen Yogalehrende Strategien? Social Media bringt einen doch mehr nach außen als nach innen. Wie kann man diese Apps und Portale als gute Strategie im yogischen Sinne nutzen?

Yoga ist eine Dienstleistung

Yoga ist zwar eine Anleitung zur Selbsthilfe. Yogalehrende sollten ihr Angebot aber nicht kostenlos oder zu günstig anbieten. Sich unter Wert zu verkaufen bedeutet in Deutschland, es ist nichts Wert! Das ist einerseits schade, aber andererseits auch wieder nicht: Geld und Zeit sind in die Ausbildung geflossen und jeder muss seine Miete bezahlen. Es ist also nur folgerichtig, sich zu überlegen, was bisher investiert wurde, denn daraus ergibt sich bestimmt eine fünfstellige Summe! Man mietet einen Raum, lässt Flyer drucken und schaltet Anzeigen. Und dann kommen nur zwei Leute. Spätestens an dieser Stelle muss man sich überlegen, wo man seine Kunden antreffen kann und eine (Online-)Marketingstrategien entwickeln. Klar, heute ist die Mehrzahl am ehesten im Netz: Man informiert sich über Google, wo der nächste Yogakurs ist.

Social Media für Yogalehrer?

Mit Instagram brachte ein Social-Media-Kanal Yoga ganz nach vorn. Wahrscheinlich hat jeder schon mal Bilder als Hochglanz-Yoga gesehen. Die Selbstdarstellung mancher Yogalehrer*innen kann dabei ganz schön nerven! Nichtsdestotrotz hat es dazu geführt, dass sich viele fotoscheue Yogalehrende nun auch ablichten lassen: Leute, es macht totalen Spaß mit einer guten Fotografin die eigenen besten Seiten herauszuarbeiten. Es ist ein Schnellkurs in „Wer bin ich?“ Mich selbst in Szene zu setzen, finde ich jedoch immer noch peinlich. Auch wenn man nicht auf Instagram Selfies posten möchte, kann man den Kanal nutzen, um auf sich inhaltlich aufmerksam zu machen. Je nach dem wo die Zielgruppe unterwegs ist, kommen auch Facebook, WhatsApp und Pinterest infrage.

OM für Yogalehrer: Strategie

Wichtige Fragen für die strategischen Ziele sind: „Wer bin ich und wofür stehe ich?“ (Alleinstellungsmerkmal) Danach richtet sich, welche Zielgruppe etwas von mir haben möchte. „Wer gehört zu meiner Zielgruppe?“ Hat man die Zielgruppe definiert, muss man überprüfen, ob diese tatsächlich mein Angebot haben will. Oder sind es ganz andere Menschen? Wer ist es, der zu mir kommt? Ob ich das gut finde oder nicht, diese Menschen gehen mit mir in Resonanz und stellen zur Zeit meine Zielgruppe dar. Und jetzt kommt im nächsten Schritt die Recherche, wo meine Resonanzmenschen im Netz unterwegs sind. Dort kann ich meine Werbung schalten, mit ihnen Kontaktaufnehmen (Engagement) und weiter analysieren, wer sich für mein Angebot interessiert. Kommen sie direkt über Google, dann ist die Webseite der erste Kontakt: Hier muss ein gutes Foto her, dass die Persönlichkeit widerspiegelt. Auch der Text sollte klar sein, denn auf den Inhalt kommt immer es an!

Wie immer: Content is king

Die Webseite und ein oder zwei Social-Media-Kanäle sollten regelmäßig, am besten täglich, gepflegt und bestückt werden. Google legt großen Wert auf Aktualität, genauso wie sicherlich Ihre Kunden. Am besten betrachtet man Google als Kunden und informiert sich, wie die Suchmaschine tickt (dazu mehr in einem der nächsten Artikel). Zusätzlich ist heute ein Mehrwert gefragt: Ein Video erstellen, um den Yogalehrenden kennenzulernen (habe ich auch noch nicht) oder gleich regelmäßige Videos auf Youtube veröffentlichen, gehört heute schon zum Standard. Wer das nicht leisten kann oder möchte, kann sich überlegen, ein eBook zum Downloaden anzubieten. Viele decken Aktualität und Mehrwert mit einem Blog ab. So oder so punktet man mit gutem Inhalt (Content im Fachjargon): Korrekte Rechtschreibung, schöne Gestaltung mit Fotos/Videos und eine geringe Ladezeit der Seite, klares Design… die Möglichkeiten sind so wahnsinning vielfältig. Contentplanung hilft, den Überblick zu behalten und letztlich  Zeit zu sparen: Wochen- und Monatsplanung über Inhalt, Art und Tag der Anzeige, des Posts oder Blogbeitrags und auf welchem Kanal etwas erscheinen soll, ist eine sinnvolle Einteilung. Regelmäßigkeit hält einen selbst und die Follower bei der Stange!

Wie passen aber nun Yoga und Marketing zusammen?

Ohne Inspiration nichts los? Schauen Sie sich andere Yoga-Webseiten an. Was spricht Sie an? Wie würden Sie etwas erklären wollen? Und schon gehts los! Schreiben, gestalten, fotografieren. Erstellen Sie sich Themenlisten, worüber Sie kreativ werden möchten. Kreativität hilft, sich mit dem Inhalt der Yoga-Philosophie zu beschäftigen. Wir vertiefen das eigene Wissen und geben es an andere weiter. Die Verbindung zu sich selbst und zu anderen wird geschaffen und aufrecht erhalten: Na, wenn das nicht yogisch ist, weiß ich auch nicht! Klar, man darf sich dabei nicht ver-surfen. Wer viel im Netz und den Social-Media-Kanälen unterwegs ist, verliert unter Umständen seine Mitte. Anregungen liefert Cal Newports´ Buch „Digitaler Minimalismus“: Der Autor meint, die Ursachen liegen in der

  • ständigen (Online-)Verfügbarkeit
  • des sofortigen Reagierens auf Anfragen über Computer oder Handy
  • ständiger Ablenkung und Konzentrationsmangel

Zu allem Übel hat das Ganze bekanntermaßen zusätzlich einen Suchtfaktor (Dopamin wird ausgeschüttet).

Strategie: Digital Entrümpelung

„Digitaler Minimalismus“ von Cal Newport Yogannetteblog.de

„Digitaler Minimalismus“ von Cal Newport © Redline

Deshalb schlägt Newport als Lösung vor, zu hinterfragen:

  • Wobei bringen mir diese Geräte, Dienste und Programme einen tatsächlichen Nutzen? Beispiel: Wozu nutze ich meinen Facebook-Account?
  • Wie kann ich diesen Nutzen am effektivsten und effizientesten erreichen? Beispiel: Wie viel Zeit verbringe ich mit der Pflege des Accounts?
  • Was ist das beste Ergebnis dabei? Beispiel: Was kommt am Ende wirklich raus? Ist es das, was ich erreichen wollte? Gibt es alternative Methoden für das gleiche Ergebnis?

Für digitalen Minuimalismus benutzt man einen Monat lang nur noch die Technologien, die für einen wirklich wichtig sind. Man soll also nicht im Netz surfen und sich darüber im Klaren sein, wann man aus Langeweile handelt! Und ich füge hinzu: Reflexion, Meditation, also Yoga, führt zu genau diesem Minimalismus! Rückbesinnung auf die wesentlichen Werte wie Gespräche mit echten Menschen! Fazit: Die Strategie zur Selbstvermarktung für einen besseren Zweck ist also nicht verwerflich, sondern sinnvoll.

2 Antworten zu “OM für Yogalehrer: Strategie

  • Neben Google, Facebook und Co gibt es auch noch die Plattform Finde Dein Yoga (https://findedeinyoga.org/) auf der sich jede/jeder Yogalehrer/in ein kostenloses Profil anlegen kann.
    Liebe Grüße
    Maria von Finde Dein Yoga

    • Liebe Maria,
      über Social Media ist sowieso ein weiterer Artikel geplant. Strategie gibt nur einen Überblick.
      Allerdings werde ich nur die großen Plattformen nennen, auf denen ein Austausch stattfindet: „Social Media (…) sind digitale Medien (…), die es Nutzern ermöglichen, sich im Internet zu vernetzen, sich also untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in einer definierten Gemeinschaft oder offen in der Gesellschaft zu erstellen und weiterzugeben.“ (Wikipedia)
      Ich würde eure Plattform nicht zu Social Media rechnen, da sie zur Information und zum Marketing dient. Darüber werde ich ebefalls einen Artikel anbieten… :)))
      Liebe Grüße,
      Annette

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