In der Not findet der Schüler den Lehrer

„Ist der Schüler bereit, ist sein Meister nicht weit“ bedeutet schlicht, dass man offen für die Anleitungen eines erfahrenen Menschen ist. Das beinhaltet nicht einfach Ratschläge zur Lebensführung, sondern die Bereitschaft, sich auf neue Erfahrungen einzulassen.

In der Not findet der Schüler den Lehrer

Es bedeutet zu erkennen, dass man nicht alles alleine bewältigen kann. Kommt es zu einer Notsituation, das können körperlich oder seelische Beschwerden sein, macht man sich auf die Suche nach Hilfe. So bin auch ich zum Yoga gekommen und viele Teilnehmer in meinen Yogaklassen berichten mir ebenfalls davon. Der Lehrer oder Guru kann jede Person sein, die einem in einer schwierigen Lebensphase den Weg weisen kann. Das muss absolut keine Yoga-Lehrerin oder Yoga-Lehrer sein. Der Yoga-Weg wird jedoch gern philosophisch als eine Landkarte betrachtet: Der Yoga ist die Karte, die Landschaft muss jeder Wanderer auf diesem Weg selbst erkunden. Hat man sich verirrt, hilft einem ein Lehrer oder Guru: „Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“ Galileo Galilei

Wie sollte sich der Schüler verhalten?

Guru bedeutet wörtlich übersetzt Auslöscher der Dunkelheit oder Lichtbringer und im übertragenen Sinne vernichtet er die Unwissenheit seines Schülers. Dazu muss dieser aber auch eine gewisse Bereitschaft mitbringen. Voraussetzung ist in erste Linie die Offenheit, Neues auszuprobieren zu wollen, und es auch so zu machen, wie man angeleitet wird. Wenn man das Gelernte verinnerlicht hat, wird man sicherlich danach auch andere Wege beschreiten können. Doch zunächst sollte man sich darauf einlassen. Wie bei einer Psychotherapie sollte man seine Wünsche nicht auf den Lehrer spiegeln, sondern Unterscheidungsfähigkeit und Demut erlernen.

Guru-Scharlatane

Das stößt bei vielen auf Widerstand. Sie haben Angst, von einer Sekte vereinnahmt zu werden. Die Angst sitzt im Westen tief, surften doch in den 70er und 80er Jahren auf der New-Age-Welle einige Scharlatane mit. Auch der Lehrer unterliegt ethischen Regeln. Man kann einfach herausfinden, wer ein würdiger Meister ist: Begegnet er einem auf Augenhöhe und respektiert die eigenen Grenzen, übt er Druck aus oder wirbt um Verständnis? Ist das der Fall, kann ein natürlich der Respekt gegenüber dem Meister bestehen. Dann entwickelt sich der Schüler weiter, bis er den Meister verlassen kann. Ein guter Lehrer wird den Schüler immer befähigen, weiter voran zu schreiten und ihn nicht halten wollen. Das führt ihn über die eigenen Begrenzungen und Hindernisse hinweg zu einer größeren Freiheit und Selbstermächtigung.

 

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