Napoleon Hill, yogisch: „Denke nach und werde reich“

Zwei Bücher, die ich sehr beeindruckend finde: „Denke nach und werde reich“ in der ungekürzten Originalfassung von 1937 und „Der geheime Weg zu Freiheit und Erfolg: Wie man den Teufel in sich selbst besiegt“ von Napoleon Hill. Beide Werke beinhalten viel Yogisches.

Erfolgsanleitung für jedermann

„Denke nach und werde reich“ gehört zu den erfolgreichsten Büchern aller Zeiten. Napoleon Hill interviewte für dieses Buch mehr als 20 Jahre lang 500 Millionäre und unzählige gescheiterte Menschen. Von den einflussreichsten Persönlichkeiten seiner Zeit wie Thomas Edison, Alexander Graham Bell, Henry Ford, John D. Rockefeller oder Theodore Roosevelt erfuhr er deren Erfolgsrezepte. Er fand für seine Anleitung zum Erfolg 13 Faktoren. Gleichzeitig untersuchte er aber auch die Stolperfallen auf dem Weg und benennt 30 Fehler, die man auf dem Weg zu Glück und Reichtum machen kann. Beides zusammen ist bis heute aktuell und beinhaltet viel Transformativ-Yogisches.

Napoleon Hill, yogisch: „Denke nach und werde reich“

„Denke nach und werde reich“ von Napoleon Hill © FBV

Napoleon Hill fordert, das Buch mindestens dreimal durchzulesen. Doch auch schon beim ersten Durchlesen finde ich das wichtigste Kriterium das „dringende Anliegen“. Das Ziel will also sehr gründlich gewählt werden. Erst wenn ich mit Klarheit eine Vision finde, kann ich sie zielstrebig umsetzen. NLP lässt grüßen, da haben wohl alle Ratgeber und Lebenshilfebücher abgeschrieben. Im zweiten Kapitel findet man ein 6-Schritte-Programm. Hier soll man sein finanzielles Ziel festlegen, was man als Gegenleistung bietet und für sich Zieldatum festlegen. Danach erst kommt die genaue, schriftlich festgehaltene Planung. Mit Affirmationen soll man sich tägliche mehrfach an sein Ziel erinnern und sich mit positiven Gedanken aufladen. Das erinnert an das Ausmerzen von Samskaras im Yoga.

Ist „Wissen ist Macht“?

Nein, es ist nur eine potentielle Macht. Wenn man in einem Mangelbewusstsein festhängt, kann man es zu nichts bringen. Es geht dabei um geistige Gesetze: Fülle ist Leere und Leere ist Fülle. Wissen wird dann machtvoll, wenn wir uns selbst besser kennen und es nutzen, um ein konkretes Ziel zu finden und einen machbaren Handlungsplan entwickeln. Manche Kapitel wirken etwas altbacken: Das Hohelied auf die amerikanische Freiheit klingt heute wie ein Hohn und wie man sich taktisch bewirbt, sollte heute bereits im Selbstverständnis angekommen sein. Nun ist Napoleon Hill damit selbst nicht reich geworden. Es fehlte ihm eine spirituelle Dimension. Ein Jahr nach dem Erscheinen brachte er deshalb ein weiteres Buch heraus: „Der geheime Weg zu Freiheit und Erfolg: Wie man den Teufel in sich selbst besiegt“.

„Der geheime Weg zu Freiheit und Erfolg“

„Der Geheime Weg zu Freiheit und Erfolg“ von Napoleon Hill © FBV

Wie man seine persönlichen Ziele erreicht und was einem zum Stolpern bringt, beschreibt sein zweites Buch. Den Teufel muss man in sich selbst erkennen: Ängste, Gier, Hinauszögern, Wut oder Eifersucht hindern uns daran, erfolgreich zu sein. Es geht um nichts Geringeres, als sein ureigenes Potential zu entfalten. Ob Herr Hill schon Yoga kannte? Dabei führt Hill ein imaginäres Interview mit dem Teufel höchstpersönlich, der seine Vorgehensweise erläutert. Es gibt Menschen, die sich treiben lassen, und Zielstrebige. Was das Buch etwas anstrengend macht, sind die meist überflüssigen Kommentare von Sharon Lechner, die damit das Buch in unsere Zeit „übersetzen“ möchte. Das war bei „Denke nach und werde reich“ auch nicht nötig.

Wie man den Teufel in sich selbst besiegt

Die zentrale Aussage lautet: „Die einzigen Einschränkungen sind die, die wir uns selber setzen.“ Wenn wir das Mangeldenken entfernen, erfahren wir, dass das Leben unerschöpflich in seinen Möglichkeiten ist. Das betont Hill in beiden Büchern und untermauert es mit positiven Affirmationen. Hat bloß nicht gereicht, denn danach setzt er sich im zweiten Buch mit den inneren Widerstände der Menschen auseinander. Da kann auch positives Denken nicht zum Erfolg führen. Deshalb sollte man beide Bücher nacheinander lesen. Hat man die schlechten Eigenschaften erkannt, kann man sie dennoch nicht sofort beenden: Ohne Disziplin, Ausdauer und Dranbleiben klappt es nicht. Das ist das ganze Geheimnis und dennoch muss es immer wieder betont werden.

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