Nada: Yoga des Klangs

Nada Yoga ist ein weiterer Weg, den Körper in Ein-Klang zu bringen. Das Wort Nada bedeutet Ton oder Klang und stellt ist die älteste Weise des Menschen dar, sich mit dem Göttlichen zu verbinden.

Der Klang betört die Götter

Früher gab es in Indien Musik nur in Tempeln, also für Heilige und Götter. Das ist auch in unserem Kulturkreis nicht anders gewesen: Schon die alten Schamanen wussten, dass man die Spirits mit Musik anzieht und die Naturgeister gewogen stimmt, in den griechischen und römischen Tempeln sangen noch Tempeldienerinnen, bis die christliche Kirche nur noch Knaben und Männergesänge duldete. Die Wissenschaft glaubt an den Urknall; wie man schon lange im Nada Yoga weiß, ist das Universum aus Klang entstanden: Die Göttin Sarasvati war dafür zuständig. Alles das ist zwar interessant, richtig spannend wird es aber, wenn man die Dimensionen von Klang selbst durch Nada Yoga erfährt. Ein westliches Standardwerk zum Thema ist das Buch/Hörbuch von Joachim-Ernst Behrendt „Die Welt ist Klang“ (ich empfehle das Hörbuch mit tollen Beispielen!). Nada, der Klang, trägt laut Behrendt den Samen alles Seins in sich: „Bevor wir die Musik machen, macht die Musik uns.“

Nada: Yoga des Klangs

Man entwickelt beim Nada Yoga die Kunst des Hörens und Zuhörens, konzentriert sich und meditiert auf den Klang. In der Bhagavad Gita erfahren wir von Gott Krishna, der Arjuna erklärt, dass man durch die Wiederholung von Klängen oder Mantras auf direktem Weg zu Gott gelangen kann. Gott ist in diesem Fall Atman, der eigene Wesenskern, die Urseele oder einfach das Selbst. Das bekannteste Mantra ist wohl OM, man wiederholt es einfach immer wieder, laut oder im Geiste, und so wirken Klang und Schwingungen auf den feinstofflichen Körper. Alle Energien werden in Bewegung gebracht, reinigen die Nadis, Chakras und dringen durch alle Koshas.

In der Schwingung erfahren wir uns selbst

Das eigentliche Nada Yoga steht für die Einheit oder Vereinigung mit der ewigen Ur-Klangquelle, man geht in Resonanz mit dem Unendlichen. Denn hinter den hörbaren Klängen gibt es noch viel mehr zu hören, Tiere wie Hunde nehmen diese Töne und andere Frequenzen besser wahr als Menschen. Auch Licht und Farben bestehen aus Schwingungen, die für uns sichtbar werden. Deshalb werden Klänge und Musik im Yoga und Ayurveda als Heilmittel eingesetzt: Man verändert die Grundstimmung und erreicht den Menschen auf geistiger, emotionaler und körperlicher Ebene. Nada Yoga ist der älteste Weg in der Yogatradition und soll direkt zur Befreiung (Moksha) führen. Wie das geht, erfährt man in der Hatha Yoga Pradipika.

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