Mythos Überforderung

Ein richtig erhellenden Buch kann ich heute vorstellen: Michael Winterhoffs „Mythos Überforderung“ erklärt das Verhalten heutiger Menschen und wie es dazu kam, das es kaum noch Erwachsene gibt!

Mythos Überforderung

Viele Menschen leiden unter mangelnder Durchsetzungsfähigkeit in der Erziehung oder unter Konfliktangst im Beruf. Woher kommt das und wie lässt es sich ändern? Da viele nicht mehr die Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen, bleiben sie in kindlichen Verhaltensmustern stecken. Fazit: Es gibt kaum noch erwachsen handelnde Menschen. Ein solches, erwachsenes Verhalten zeichnet sich durch Abgrenzung, Übernahme von Verantwortung, klare Entscheidungen und langfristiges Denken aus. Ohne das kann der Einzelne nicht mehr für sich und schon gar nicht für seine Kinder gut sorgen. Ist diesen Menschen etwas zu viel, werfen sie sich auf dem Boden und heulen rum, laufen davor davon oder geben einfach die Schuld anderen. So ist zur Zeit ein Großteil unserer Gesellschaft. Na, herzlichen Glückwunsch!

Die infantile Gesellschaft

Wir legen uns die Schlingen zur Überforderung selbst und denken, wir wären die Opfer: Opfer unserer Erziehung, der Gesellschaft, der Politik. Das ist so schön einfach, aber wenn wir anfangen, uns selbst und unsere Bedürfnisse ernst zu nehmen, können wir uns daraus befreien. Michael Winterhoff beschreibt sehr anschaulich, wie wir in den „Mythos Überforderung“ gelangt sind und auch den Weg wieder heraus: Man muss nicht Reiz ständig nachgeben. Wann waren Sie beispielsweise allein eine längere Zeit im Wald spazieren (Shinrin-yoku, japanisch für „Waldbaden“) oder haben sich mal so richtig ausgiebig mit sich selbst beschäftigt?

Einfach erwachsen sein

„Mythos Überforderung“ von Michael Winterhoff © Pengiun Books

Die Lösung gibt uns der Autor im Untertitel an: „Einfach erwachsen sein“! Leider fühlt sich seine Analyse ganz so an: Jeder ist sich selbst der nächste, keiner mag gern eine endgültige Entscheidung treffe, alle eiern rum. Auch in der Politik wird alles ausgesessen, am Ende müssen die Bürger Initiativen gründen, wofür auch immer. Dabei sind unsere gewählten Volksvertreter doch eigentlich dafür da, für das Volk die besten Entscheidungen zu treffen. Nicht für die Industrie und die Lobbyisten. Dumm gelaufen. Aber den Politikern die Schuld zu geben, ist wieder zu einfach. Jeder muss für seine eigene psychische Gesundheit sorgen, dann erst kann ein Wandel stattfinden: Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Handeln. Trauen Sie anderen mehr zu. Lassen Sie es zu, dass Ihre Entscheidungen anderen wie Ihre Kinder/Partner/Mitarbeiter nicht immer toll finden. Man muss nicht alles Schönreden und nicht alles ist immer kuschelig! Entwickeln Sie Ihr eigene Haltung auch gegen Widerstände. Und wäre da Yoga nicht eine wunderbarer Hilfe?

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