MBSR: Das Erlernen von Achtsamkeit

Mindfulness-Based Stress Reduction, kurz MBSR, ist ein achtwöchiges Programm zum Erlernen von Achtsamkeitsübungen. Die Achtsamkeit soll anders als bei einem Retreat in dieser ganzen Zeit täglich im Alltag eingeübt werden. Die Chance wird größer, danach weiterzumachen und in sich ruhend das Leben zu meistern. Manchmal schlafe ich dabei leider ein – aber auch das trägt schließlich zur Stress-Reduzierung bei!

Der Erfinder von MBSR: Jon Kabat-Zinn

In den 70er Jahren entwickelte der Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn ein Programm zur Stressbewältigung für traumatisierte Menschen. Gute Erfolge konnte er dabei für Menschen aus Krisen- und Kriegsgebieten erzielen, aber auch chronisch Kranke konnten sich damit selbst helfen. Dabei mischte er verschiedene körper- und psychotherapeutische Techniken zusammen: Leichte Körperübungen aus dem Yoga, Meditationen aus dem buddhistischen Zazen und Vipassana, Geh- und Achtsamkeitsmeditationen. Es geht darum zu beobachten, was gerade im Körper passiert, welche Gefühle, Wahrnehmungen und Gedanken man dabei hat, es anzunehmen und dabei nicht zu werten. Das Nicht-werten scheint mir dabei die spannendste und schwierigste Aufgabe zu sein. Dabei kehrt man wie beim Yoga immer wieder zur Wahrnehmung und zum Atem zurück.

MBSR: Das Erlernen von Achtsamkeit

In Schmerz-Kliniken oder im privaten Rahmen wird MBSR als achtwöchiges Programm angeboten. Einmal die Woche trifft man sich für drei Stunden in einer Gruppe, um gemeinsam in zu üben. An den anderen Tagen der Woche übt man 45 Minuten zu Hause den Body Scan, Sitzmeditation und leichte Yoga-Übungen. Das fordert und fördert das eigene Bemühen heraus und allein dadurch, dass man dafür Zeit schaffen muss, ermöglicht es, Meditation längerfristig in den Alltag zu integrieren. Das ist eine schlaue Lösung: Wie beim Yoga erlernt man durch Selbstermächtigung und die sich einstellenden guten Erfahrungen, dass man „dran bleiben“ möchte, und eröffnet die Möglichkeiten sich selbst anders wahrzunehmen. Ich bin nicht DER Schmerz, sondern ja, ich habe manchmal Schmerzen. Das ist ein riesiger Unterschied für chronisch Kranke und anders als nur eine kurzfristige Linderung.

MBSR: Die Übungen

Es geht bei allen Übungen um Körperwahrnehmungen und Achtsamkeit. Zu Beginn ist es der täglichen Body-Scan für 45 Minuten im Liegen, in jeder weiteren Woche kommt eine länger werdenden Sitzmeditation dazu und der Body-Scan kann durch sanfte Yoga-Übungen ersetzt oder erweitert werden. Gehmeditationen und Atem-Übungen führen allmählich zur Verinnerlichung von Achtsamkeit bei allen alltäglichen Tätigkeiten. Diese ganzen acht Wochen sind wie eine Reise zu sich selbst. Wichtig dabei: Wenn Gedanken kommen, kehrt man zurück zur Wahrnehmung und seinen Atem. Manchmal gelingt es, manchmal nicht, aber auch das soll nicht gewertet werden. Es ist wie es ist. Das gefällt mir besonders gut. Also wenn ich einschlafe, ist das nunmal so. Ehrgeiz ist hier wie beim Yoga völlig fehl am Platze!

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