Lebensfreude mit Yoga entwickeln

So viele Ratgeberbücher, doch welche sind sinnvoll? Wirkliche Lebensfreude geht für mich nur mit Yoga. Schauen wir uns dazu „Regeln für ein besseres Leben“ von Gabriela Bunz-Schlösser und „Happy-End im Kopfkino“ von Katharina Middendorf und Ralf Sturm an.

Das gute Leben

"Regeln für ein besseres von Leben" von Gabriela Bunz-Schlösser © riva

„Regeln für ein besseres Leben“ von Gabriela Bunz-Schlösser © riva

Zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude soll das Buch „Regeln für ein besseres Leben“ von Gabriela Bunz-Schlösser verhelfen. Der Ansatz ist gut: „Im Laufe unseres Lebens verschwenden wir viel Zeit und Energie für Dinge, die wir gar nicht brauchen, vergleichen uns immer mit anderen, geben uns ununterbrochen Mühe, anderen zu gefallen und immer noch besser, schneller und erfolgreicher zu werden. Irgendwann verliert man sich und die eigentlichen Ziele aus den Augen. Die seelische Gesundheit bleibt auf der Strecke.“ Es geht also um Ausmisten, das ist also die Konmarie-Methode für die Seele.
Die Diplom-Psychologin Bunz-Schlösser liefert uns die 12 wichtigsten und allgemeinen Regeln für ein besseres und erfüllteres Leben schon im ersten Kapitel:

Lerne,

  1. weder dich noch andere zu verurteilen
  2. dich nicht mehr zu ärgern
  3. deinen nächsten so zu lieben wie dich selbst
  4. aufzuhören, alles in „gut“ und „schlecht“ einzuteilen
  5. deine Gedanken zu disziplinieren
  6. dankbar zu sein
  7. den anderen mindestens in Bezug auf eine Sache anerkennen zu können
  8. unabhängig von einem Partner existieren zu können – und zwar gut!
  9. Verantwortung für dich selbst zu übernehmen
  10. Gib deine Autoritätsgläubigkeit auf und trau dich, eine eigene Meinung zu haben
  11. Vertraue deinem gesunden Menschenverstand und lass dich von den vielen Lügen um dich herum nicht irremachen
  12. Lerne, anderen zu verzeihen.

Ballast aus dem Leben abwerfen

Wer diese Punkte alle geklärt hat, ist ein echter Yogi. Diese Liste ist ein Manisfest! Das Buch liest sich leicht, obwohl es keine leichte Kost ist, bei sich selbst hinzuschauen. Und das war erst das erste Kapitel! In den weiteren Kapiteln geht es um funktionierende Partnerschaften, Partnerschaften mit Kindern, Altwerden und den Umgang mit psychischen Problemen. Alles wichtige Bereiche für mehr Lebensfreude, die jeder im Leben erfährt. Im letzten Kapitel wird der „wichtigste Schritt“ besprochen: „Speichern Sie Ihre Energie, indem Sie sich regelmäßig und gut schützen.“ Worum geht`s? Technischer Fortschritt, die Informationsflut und Fake News machen uns verrückt. Um uns zu schützen, müssen wir unsere Wahrnehmung schulen. Dann können wir mit den anschließenden fünf Übungen einen Schutz aufbauen. Das Buch ist knapp und gut. Ich halte es für sehr wertvoll, auch wenn man schon eine Psychotherapie absolviert hat.

Kopfkino-Realitäten versus Lebensfreude

"Happy-End im Kopfkino" von Middendorf/Strunz © GU

„Happy-End im Kopfkino“ von Middendorf/Strunz © GU

In die gleiche Richtung geht das Buch von Katharina Middendorf und Ralf Sturm: „Happy-End im Kopfkino“. Der Untertitel beschreibt worum es geht: „Wie wir uns von Überzeugungen befreien, die unserem Glück im Weg stehen“. Unsere Gedanken spielen uns Streiche und wir glauben, das wäre die Realität. Lebensfreude wird damit zunichtegemacht. Vielen Sorgen und Nöte beruhen auf Denkfehlern. In diesem Text benutzen die Autoren uralte Schriften aus Yoga, Buddhismus und modernen Schriften und gehen fünf typischen Denkfallen auf den Grund. Jedem Muster ist ein Zitat entgegengestellt:

  1. „Ich weiß Bescheid!“
    Isak Newton:
    „Was wir wissen, ist ein Tropfen,
    was wir nicht wissen,
    ein Ozean.“
  2. „Ich denke, also bin ich!“
    Friedrich Wilhelm Nietzsche:
    „Und wohin ich auch steige,
    überallhin folgt mir mein Hund,
    der heißt „Ich“.
  3. „Ich will das aber so!“
    Johann Wolfgang Goethe:
    „Ich habe nur begehrt und nur vollbracht,
    und abermals gewünscht,
    und so mit Macht mein Leben durchgestürmt.“
  4. „Bloß nicht!“
    Prentice Mulford:
    „Zu rufen ‚Unmöglich!‘,
    weil etwas unmöglich scheint,
    heißt die verhängnisvolle Gewohnheit
    der Ablehnung überhaupt züchten.“
  5. „Ich will hier raus!“
    J. R. R. Tolkien:
    „Und schließlich gibt es das älteste
    und tiefste Verlangen, die große Flucht:
    dem Tode zu entrinnen.“

Mit vielen Geschichten zeigen die Autoren auf, in welchen Denkmustern wir uns bewegen. Das ist sehr unterhaltsam und leicht verständlich geschrieben. Wie eigentlich bei beiden Autoren nicht anders zu erwarten war! Die Anregungen, wie wir uns daraus befreien können, soll nicht der Selbstoptimierung dienen, sondern einen achtsamer Umgang mit uns selbst hervorrufen. Es geht vielmehr um (Selbst-)Mitgefühl und Entspannung. Dann kann man auch in angespannten Situationen gelassen bleiben.

Lebensfreude mit Yoga entwickeln

Nun besitzen diese fünf Denkfallen auch positive Seiten. Mit ihnen kann man (yogisch) daran arbeiten. Wahrnehmen, Hinschauen, Annehmen sind dabei der Weg. Mit dem beschriebenen (Selbst-)Mitgefühl, aber auch Selbstakzeptanz und geduldigem Beobachten der eigenen Gedanken und Gefühle gehen wir auf eine Schatzsuche zu uns selbst. So, wie es im Yoga üblich ist, wenn man von den Körperübungen ausgehend tiefer gehen möchte. Zum „Happy End im Kopfkino“ verhelfen Übungen, Entspannung, Pausen und Spazierengehen. Die Klassiker eben. Ein wirklich schönes und freundliches Buch.

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