Kriya Yoga

Laut Patañjali besteht der Kriya Yoga aus drei Teilen: Tapas, Svadhyaya und Ishvara Pranidhana. Was ist darunter zu verstehen?

Kriya Yoga

Unter den fünf Niyamas verbindet Patañjali die letzten drei Prinzipien zum Kriya Yoga: Der sogenannte Yoga der Tat setzt sich aus Selbstdisziplin (Tapas), Selbststudium (Svadhyaya) und der Hingabe an etwas Höheres als man selbst (Ishvara Pranidhana) zusammen. Yogananda nannte Kriya Yoga die „Schnellstraße zu Gott“. Manche Leute überantworten ihre guten Taten Gott, etwas Höherem oder verstehen darunter die Energie des Universums.

„Mit Bereitschaft zum Verzicht leidenschaftlich handeln, dabei durch Rücksicht auf die eigenen Kräfte und Grenzen über sich selbst lernen und dem Unvorhersehbaren gegenüber offen zu sein, das wird Kriya Yoga genannt.“ Yoga Sutra, II.1 (Übertragung R. Sriram)

Tapas ist Hitze und Disziplin

Tapas ist nicht nur die Kraft, regelmäßig auf der Matte zu üben, es ist auch die Disziplin die aus Hitze oder Glut ensteht. Sie lässt einen dran bleiben: Es ist die Reinigung von Körper und Geist durch freiwillige Intensität. Man lässt sich mit innerer Glut nicht so schnell entmutigen. Bei den Übungen zur Reinigung der Energiebahnen (Nadis) setzt man neben Asanas auch Atemtechniken ein (Pranayama): Die Lebensenergie (Prana) wird auf diese Weise angereichert und zum Fließen gebracht, man wird ruhiger und ausgeglichener, die Konzentrationsfähigkeit erhöht sich. Und die benötigt man für das Selbststudium und zur Selbstbeobachtung .

Svadhyaya, die Selbststudium

Das Selbststudium ist keine selbstsüchtige Nabelschau. Im Gegenteil, das Ego tritt zurück, um den Ausblick auf das ganze, komplexe Bild freizugeben: Man erforscht das eigene Denken, Fühlen und Handeln wie ein Feld, und zwar wohlwollend und nicht kritisch. Selbstkritiker und Selbstoptimierer haben mal Pause. Die Kunst besteht darin, weiter hinzuschauen auch wenn es unangenehm wird, und offen zu bleiben, für das was man sieht. Wie gehe ich mit mir und anderen um? Kann ich für meine Handlungen Mitgefühl entwickeln und daraus eine Transformation beginnen? Die Verbindung mit dem Atem erzählt uns alles über uns selbst.

Hingabe an etwas Höheres: Ishvara Pranidhana

Erst wenn Tapas und Svadhyaya mit Hingabe an etwas Höheres verbunden werden, kann man sich von Anhaftungen lösen und den Geist offen halten. Man erlangt die Erkenntnis, dass man mit allem Verbunden ist, und kann Menschen und Situationen mit Mitgefühl begegnen. Wie geschieht das? Indem man akzeptieren lernt, dass man sich gut vorbereiten und hart arbeiten kann, aber am Ende wird die Zukunft zeigen, was daraus wird. Man muss ebenso loslassen lernen, um Freiheit zu gewinnen. Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht! Wichtig ist es zu akzeptieren, dass jedem Tun Grenzen gesetzt sind. Die Früchte des Handelns kommen, weil wir üben und nicht, weil sie uns zustünden!

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