Komm in deine Kraft: Übernimm Verantwortung!

Verantwortung hört sich nach Pflicht und Disziplin an. Jede Handlunge und Nicht-Handlunge hat eine Wirkung, für die man die Verantwortung trägt. Ob man mag oder nicht. Für unangenehme Sachen, mag man das oft nicht, dabei ist genau das die Tugend.

Opferhaltung aufgeben…

Wenn man nun denkt, man würde nur sich selbstverantwortlich sein, ist man schief gewickelt. In unterschiedlichen Gemeinschaften hat man verschiedene Pflichten: Das sind die Menschen in der Umgebung, aber auch im Land, der Tradition. Auch der Gesellschaft und der Umwelt gegenüber muss man sich verantworten. Im größeren Rahmen denkt man vielleicht, das fällt nicht ins Gewicht. Oh doch: Wie wir am Artensterben, der Vermüllung der Meere und dem Klimawandel sehen, muss jeder seinen Teil dazu beitragen! Jeder muss Verantwortung übernehmen. Oft hat man sich diese Pflichten und Aufgaben gar nicht selbst ausgesucht. Sie sind allen aus ethischen Gründen auferlegt, ob man das mag oder nicht. In Indien beispielsweise ist es übliche, dass Reiche Armen etwas geben. Und das ist in christlichen Glaubensgemeinschaften heute noch so: Wer mehr hat gibt anderen ab, die weniger haben. Almosen nannte man das früher. Heute gehen viele davon aus, dass das der Staat schon übernehmen wird und alle können wegschauen. NEIN! Wir sind alle gegenüber allen verantwortlich. Auch wenn es nur ein bisschen ist.

… Verantwortung übernehmen

Nun fragen Sie vielleicht, wie soll das denn gehen. Doch, wenn jeder auf alle anderen in seinem Umfeld acht gibt (und nicht nur in der eigenen Familie), achten auch mehr Menschen auf mich. Ich fühle mich nicht mehr hilflos ausgeliefert und ohnmächtig in einer Gesellschaft, der alles egal zu sein scheint. Das schafft Freiheit von Ohnmacht und für diese Tugend. Das funktioniert hervorragend über eine Ehrenamt, Vereinsarbeit und Nachbarschaftshilfe. Oft ist es aber gar nicht so sehr im Außen, wo man die Verantwortungslosigkeit findet. Die Menschen kneifen vor ihren eigenen unerwünschten Gefühlen und erkennen nicht ihre Gedanken als Bewegungen des Geiste (Vrittis). Eifersucht und Neid, Wut und Gier verschleiert man vor sich selbst und anderen. In dem Moment, indem man seine Gefühle und Gedanken anschaut, ihnen Raum gibt, kann man sie erforschen. Man erkennt, wo sie begründet liegen, und kann sie mit Verständnis annehmen oder als Hirngespinste entlarven (vor allem die Gedanken!). Loslassen finde ich schwierig, denn alle diese Erfahrungen und Gefühle gehören doch zu mir. Sie waren und sind Teil meines Seins. Deshalb nehme ich sie alle durch das Fühlen an.

Schattenanteile umwandeln, Selbstermächtigung gewinnen

Durch Eifersucht kann man erwachsen werden, wenn man den Schmerz des Verlassenwerdens fühlt. Das ist die Heilung für zurückgewiesene Liebe. Man übernimmt die Verantwortung, zu sich selbst gut zu sein. Lernschritt: Andere im Außen können mich nicht glücklich „machen“, das kann ich nur mit mir selbst sein. Statt im Neid verhaftet zu bleiben, soll man in Kontakt gehen und eine Verbindung herstellen. So kann man Dankbarkeit erfahren. Aus Hochmut wird auf dieselbe Weise Demut. Wut und Zorn lassen sich prima für Veränderungen einsetzen. Wenn etwas ungerecht ist, muss man die Missstände beheben. Die Wut stellt einem die Kraft dazu zur Verfügung. Trägheit ist oft eine Form von Ängsten, der man liebevoll ins Licht helfen sollte. Annehmen, was ist, und Verantwortung übernehmen, wie man es seinem Kind gegenüber tun würde. Man geht mit den eigenen Gefühlen liebevoll und schützend um.

Freude an dem, was ist

Hat man das alles mal sortiert, empfindet man tatsächlich eine große Lust am Leben. Das ist Glück. Es entsteht über die volle Palette an Empfindungen, ohne die „schlechten“ Gefühle auszusparen. Aus Lebensfreude und Glück entwickelt sich Unterscheidungsfähigkeit und Resilienz. In schwierigen Zeiten kommt man mit dem Leben trotzdem zurecht. Man lernt über die eigenen Gefühlswelt, sein Leben selbst zu gestalten, hat weniger Erwartungen und Schuldgefühle und kommt dadurch gar nicht erst in die Opferrolle. Man behält die Kontrolle durch verantwortliches Handeln. Wenn ich mich als Opfer fühle, gebe ich meine Macht an andere ab. Das passiert leichter, wenn ich nicht achtsam in meiner Wahrnehmung bin. Je besser ich mich selbst kenne und meine Gefühle beherrsche (wohlgemerkt: nicht unterdrücke!), umso seltener werde ich zum Opfer. Ohnmacht macht passiv und handlungsfähig zu bleiben, heißt, die Verantwortung und die Macht wieder zu übernehmen.

Mehr dazu im Beitrag „Verantwortung durch Tugend“.

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