Klarheit durch Yoga

Ist etwas unklar, treffen wir ungute Entscheidungen. Klarheit führt zu Erkenntnis. Sie ist unerlässlich und bedeutsam auf dem Yoga-Weg.

Licht ins Dunkel bringen

Der Begriff Klarheit ist aus der Optik entlehnt: Ist die Linse schmutzig, ist sie obskur. Ist sie rein, hell, durchsichtig, ist sie klar. Beides Begriffe, die im Sprachgebrauch auch im übertragenen Sinne verwendet werden. So wird deutlich, das Klarheit wünschenswert ist und auf dem Yoga-Weg unerlässlich: Tappe ich im Dunkeln oder sehe ich schon das Licht? Wo befinde ich mich gerade? Kenne ich alle Hindernisse? Ist das Denken klar, kann man sich auf seine Intuition verlassen. Sie stellt die Verbindung mit dem inneren, höchsten Selbst dar. Klarheit kultiviert man im Zusammenhang mit der Unterscheidungsfähigkeit. Mit Klarheit kann man den Weg gut erkennen, wird sich nicht verlaufen und bessere Entscheidungen treffen.

Klarheit durch Yoga

Gedanken formen unsere Wahrnehmung, deshalb muss Klarheit geschaffen werden. Unklarheit führt zu Leid und entsteht laut Yoga-Sutra durch Krankheit und Konzentrationslosigkeit, Starrsinn, Zweifel, Maßlosigkeit, Nachlässigkeit und Faulheit uvm. Das kann sogar den Atemfluss (Yogasutra 1.29 bis 31) stören. Und das kann der Beginn von Krankheit sein! Wie stellt man es also an, zu mehr Klarheit zu gelangen? Patañjali gibt über die Techniken der Sammlung in Sutra 1.32 bis 1.39 Auskunft:

  1. YS 1.32: Der Geist soll auf ein Objekt ausgerichtet werden. Das erhöht die Konzentration und kann eine Kerzenflamme oder der Atem sein.
  2. YS 1.33: Sich selbst absichtlich in eine der vier liebevollen Grundhaltungen (Brahmavihara) versetzen: Man lernt, sich nicht von äußeren Einflüssen leiten zu lassen und grundsätzlich positiv an Dinge heranzugehen.
  3. YS 1.34: Wird der Atem ruhig, beruhigen sich auch die Gedanken. Dazu verlängert man im Yoga die Ausatmung und arbeitet mit den Pausen danach (Kumbhaka).
  4. YS 1.35: Sind Körper und Geist entspannt, kommt der Organismus insgesamt zur Ruhe. Das ist bedeutsam, um nach innen gehen zu können. Man gelangt dort hin, über die Ausrichtung des Geistes (Konzentration).
  5. YS 1.36: Mit Ausrichtung auf das innere Licht: Dazu muss man seine Vorstellungskraft bemühen. Damit begegnet man ebenfalls den oben erwähnten neun Zerstreuungen.
  6. YS 1.37: Durch Abhyasa und Vairagya erlangt man genügend Abstand, um Loslassen zu können. Durch Wunschlosigkeit kann man auch die Kleshas wie Gier und Abneigung überwinden.
  7. YS 1.38: Die vier Zustände des Bewusstseins kann man erkunden und für Veränderung nutzen. Es gibt das Wachbewusstsein, Traum- und Tiefschlaf und den Zustand dahinter (Turiya).
  8. YS 1.39: In diesem Sutra rät Patañjali, sich ein geeignetes Objekt auszuwählen und dranzubleiben. Meditieren Sie auf die Liebe! Finden Sie heraus, was für Sie passt. Das ist doch richtig nett, oder?

Klare Kommunikation

Eine klare und freundliche Kommunikation sollten das Resultat dieser Bemühungen sein. Sie führt zu Selbstermächtigung. Denn was man im Innern anwendet, wird sich auch im Aussen als sehr hilfreich erweisen. So kommt es zu einer immer besseren Klarheit im Leben. Das bedeutet: Drücken Sie die Wahrheit auch verbal aus, sagen Sie, was Ihnen wichtig ist. Je klarer Sie werden, um so besser werden Sie auch gehört ohne schreien zu müssen. Das geht natürlich mit einem besseren Zuhören Hand in Hand.

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