Was ist das Hier & Jetzt?

Meditation, Yoga oder Achtsamkeitstraining sollen ins Hier und Jetzt führen. Aber wie komme ich dahin, mit meinem Gedanken nicht ständig abzuschweifen?

Im Augenblick sein

Meist hängt man Gedanken nach und ist damit in der Vergangenheit. Die Zukunft hat nicht nicht stattgefunden. Trotzdem planen wir und hoffen, dass es dann so kommt. Die eigentliche Zeit, in der wir leben können, ist jedoch die Gegenwart. Nur im Hier und Jetzt können wir etwas verändern. Also liegt es nahe, sich darauf zu konzentrieren. Jetzt kann man das Leben genießen, wer weiß was morgen ist. Ängste beziehen sich auf die Zukunft oder sind in der Vergangenheit entstanden. Beides ist also nicht real, wird nur vorgestellt. Trotzdem muss man seinen Ängsten Raum geben.

Vergangenes ist vorbei

Mit der Vergangenheit verbinden wir schöne und weniger schöne Erinnerungen. Je öfter wir schmerzliche Erfahrungen durchleben und damit wiederbeleben, umso mehr schleifen sie sich im Gehirn ein. Sie schaffen Samskaras, eingetreten Pfade, die zu großen Straßen werden können. Grübeln und sich Vorwürfe machen vertieft ebenfalls Schuldgefühle. Wäre doch schön, wenn wir das alles loslassen könnten. Auch gute Erinnerungen verstellen den Blick: Man möchte so etwas wieder erleben. Das wiederum schafft Anhaftung. Man ist nicht offen für neue Erfahrungen. Um beides loszulassen, widmet man sich dem Selbststudium. Man reflektiert, schwelgt jedoch nicht in Erinnerungen, und übernimmt Verantwortung für das, was ist.

Die Zukunft planen wollen

Das Grübeln kommt von Ängsten, denen wir Raum geben. Es ist nicht falsch, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Jedoch ist nicht das Planen sinnvoll, es geht eher darum, WIE ich in Situationen reagiere. Ich möchte aus dem Reiz-Reaktions-Gefängnis ausbrechen und erst mal zur Ruhe kommen. Dann entsteht eine neue Lage. Dann und erst dann, werde ich reagieren. Wozu also etwas planen? Im besten Falle stellt man sich selbst glücklich und erfolgreich vor. Das schafft eine positive Grundstimmung und gibt hoffentlich Selbstbewusstsein. Ansonsten nutzt es im Moment gar nichts. Wünsche kommen vom Ego. Das hat auch am meisten Angst, wenn wir unseren Gedanken nicht beachten.

Was ist das Hier & Jetzt?

„Diese beiden Extreme (Anhaften und Selbstqual) vermeidend, ist der Vollendete zum mittleren Vorgehen erwacht, das sehend und wissend macht, das zur Beruhigung, zum Überblick, zum Erwachen und zum Nirvana führt.“

Die Gegenwart ist kostbar. Denn sie ist der einzige Moment, in der wir wirklich leben. Um das Gedankenkarussell zu beenden, kann man sich selbst immer wieder ins Hier und Jetzt zurückholen. Man sagt den Gedanken, sie haben mal Pause. Gerade jetzt möchte ich nicht denken, sondern sein. Das ist Meditation: Die Gedanken vorbeiziehen lassen, dahinter die Ruhe und sein wahres Selbst entdecken. Oder wir machen uns bewusst, was wir alles schon erreicht haben und kultivieren Dankbarkeit. Denn immer nur auf das Morgen, den neuen Job oder einen tollen Partner zu warten, verschwendet das Hier und Jetzt. Und ZACK, schon ist wieder ein kostbarer Augenblick verstrichen.

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