Gott Shiva Darstellungen

Er ist Blau, hat wilde Haare und trägt ein Tigerfell um seine Hüften. Mit einem Dreispitz posiert er neben seinem treuen Reittier, dem Stier Nandi. Dabei bedeutet sein Name „der Gütige“.  Die Rede ist von Gott Shiva. Er hat einen Haufen Attribute, aber was bedeuten sie?

Shiva Darstellungen

Die Haut von Gott Shiva wird meist Blau dargestellt, dabei ist sie mit Asche eingerieben. Sie steht für die asketische Lebensweise von Heiligen, Sadhus. Sie haben sozusagen die Illusion (Maya) mit der Hitze (Tapas) ihrer Askese und Meditation verbrannt. Der Hals von Shiva ist allerdings wirklich Blau, man nennt ihn auch den Blauhalsigen, Nilakanta. Den hat er sich erworben als er einst das schlimmste Gift geschluckt hat, um das Universum zu retten. Zwischen seinen Augen auf der Stirn befindet sich ein drittes Auge, das meist geschlossen ist. Er ist also auch Tryambak, der Dreiäugige. Wenn er es öffnet und das dritte Auge auf etwas richtet, verbrennt es zu Asche. Ich stelle mir das immer wie einen Laserstrahl vor. Im wilden Haar trägt er eine Mondsichel und ein Wasserstrahl: Der  Fluss Ganges sprang in Form der Göttin Ganga vom Himmel, Shivas Haar fing sie auf und lenkte den Fluss sanft zur Erde. Seine drei Aschestreifen auf der Stirn stehen für Vollkommenheit und höchste Gottheit.

Pashupati, der Herr der Tiere

Eines der ältesten Siegel, das Mohenjodaro-Siegel, zeigt Gott Pashupati mit vielen Tieren. Auch in den Veden wird Shiva noch nicht erwähnt, Pashupati gilt als sein Vorläufer, als Schutzpatron für die Tiere und Hüter der Seelen. In der Inkarnation des Gottes Sharva ist er auch Jäger und seine Jagdwaffe ist der Dreispitz, genannt Trishula und als Rudra wird er mit Pfeil und Bogen dargestellt, hat aber oft auch eine Schlinge dabei. Er benötigt sie zum Jagen; sie steht symbolisch für das Anbinden des Geistes und die Selbstbeherrschung. Der Stier Nandi, „der Glückliche“, ist sein treues Reittier und hingebungsvoller Diener. Er steht vor jedem Shiva Lingam/Heiligtum für Shiva und bewacht es. Manchmal liegt eine Kobra um seinen Hals oder je eine Schlange windet sich um seine Oberarme, je nach dem mit wie vielen Armen er gerade dargestellt wird. Schlangen stehen für die Kundalini-Kraft.

Shiva Lingam ≠ Sex

Eines der ältesten Symbole für das Göttlich, ist ein länglicher ovaler Stein, der oft in einer runden ovalen Öffnung aufgerichtet steht. Man nennt diese Darstellungen Shiva Lingam und sie werden als das Göttliche Bewusstsein in uns selbst betrachtet. Das Göttliche liegt allem zugrunde, was ist. Also ist es auch in uns. Der Shiva Lingam wird von einigen als Phallus, als männlich-schöpferische Kraft gedeutet, eigentlich ging es aber gerade darum nicht: Das Göttliche ist Formlos. Manche interpretieren entsprechend den Sockel für den Lingam als Yoni, als das Gegenstück zum Lingam. Alles das hat aber in diesem Fall nichts mit körperlichem Sex zu tun, sondern ist die Verschmelzung des Göttlichen, die Verbindung des männlichen und weiblichen Prinzips.

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