Gott Dhanvantari

Dhanvantari ist der Gott der Heilkunst im hinduistischen Glauben. Er soll als Arzt der Götter dem Milchozean, einem Urmeer, entstiegen sein. Er gilt als Begründer und Schutzgott des Ayurveda, man betet zu ihm, wenn man der ayurvedischen Medizin verpflichtet ist, um Wissen und Heilkunst.

Der ayurvedische Gott Dhanvantari

Dhanvantari wird bereits in ältesten Schriften, den Veden und den Puranas, als Inkarnation von Vishnus erwähnt. Dhanvantari wird auf Abbildungen als junger Mann in gelben Gewändern dargestellt, die die Sonne und das Leben symbolisieren sollen. In seinen vier Händen hält er ein Gefäß mir Amrita, ein Muschelhorn, ein Feuerrad und einen Blutegel. Amrita ist der kostbare Trank der Götter, der unsterblich mach, das Muschelhorn steht für Reinheit und Kraft, aber auch für die Schöpfung der Welt durch den Urlaut OM. Das Feuerrad sieht wie ein Diskus aus und steht für Schutz, der Blutegel stellt Heilung durch Naturheilverfahren dar.

Die Entstehung der Welt: Das Quirlen des Milchmeeres

Nach Hindu-Mythologie entstand das ganze Weltgefüge durch das Quirlen des Milchmeeres, dabei wurde Gott Dhanvantari geboren. Und das kam so: Vor der Entstehung der Welt kämpften Göttern und Dämonen gegeneinander. Götter waren noch sterblich und mussten sich etwas einfallen lassen, um gegen die Dämonen zu gewinnen. Deshalb gingen sie eine scheinbare Allianz mit den Dämonen ein, um mit vereinten Kräften an den Nektar der Unsterblichkeit zu gelangen. Dazu nahmen sie die Riesenschlange Vasuki, wickelten sie um den Berg Meru. Die Götter zogen am Schwanz der Schlange, die Dämonen am Kopf, damit das Gift der Schlange sie zusätzlich schwächen würde. So hatten sich die Götter das überlegt. Vishnu wandelte sich zu Kurma, einer Schildkröte, schwamm unte den Berg Meru und hob ihn an. Dann bewegten die Dämonen auf der einen, die Götter auf der anderen Seite den Berg wie einen Quirl hin und her und die Milch wurde zu Sahne und Butter.

Dinge steigen aus dem Milchmeer auf

Es entstanden verschiedene gute und schlechte Dinge aus dem Milchmeer, die die Götter und Dämonen untereinander verteilten: Darunter war das schlimmste Gift, das Gott Shiva neutralisierte indem er es schluckte. Die Dämonen bekamen ein siebenköpfiges Pferd und Varuni, die Weingöttin. Die Götter erhielten den Mond, einen Wunschbaum, eine heilige Wunscherfüllungs-Kuh, Lakshmi, die Göttin der Schönheit und der Künste, und schließlich Gott Dhanvantari, der das Gefäß mit Amrita in den Händen hielt. Dann ging der Kampf zwischen Göttern und Dämonen erst richtig los. Als sie sich einigten, durften die Götter als erstes trinken, wobei der Dämon Rahu sich darunter mischte und auch einen Tropfen abbekam. Bis auf diesen einen Patzer waren die Kräfte jetzt endlich so verteilt, dass das Böse und Dunkle zukünftig  in Schach gehalten werden konnte.

Mantras für Dhanvantari

Deshalb wird Dhanvantari auch Sudhapani genannt, und bedeutet „er trägt Nektar in seinen Händen“. Die hinduistische Mythologie hat viele solcher Geschichten, um dem einfachen Menschen die hinduistische Weltsicht zu erklären und erstrebenswerte Eigenschaften plausibel zu machen. Am Ende sind aber alle verschiedenen Gottheiten letztlich Inkarnationen des einen Gottes. Um auf Dhanvantari zu meditieren tönt oder denkt man „Om namo bhagavate Dhanvantaraye svaha“.

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