Gewahrsein

Man kann im Yoga-Unterricht viel üben und erfahren. Das erlernte Wissen muss aber durch die eigene Praxis erforscht werden. Yoga ist keine Religion, man hinterfragt, denn nicht blindes Vertrauen, sondern die eigenen Erfahrungen machen uns zu Yogis.

Klarheit, Wissen & Weisheit

Yoga Sutra 2.16
„Zukünftiges Leid kann vermieden werden.“

Im Yoga führen die Übungen zu der Erkenntnis über die Zusammenhänge und fördern die Unterscheidungsfähigkeit (Viveka). Man lernt zwischen die angemessenen Etnscheidungen zu treffen, da das Nicht-Wissen beseitigt wurde. Diese Klarheit lässt uns achtsam werden, Gewahrsein wird zu Weisheit. Bekommt man mit, wie es einem selbst und anderen geht, kann Leid vermieden werden. Eigentlich ganz einfach zu verstehen, aber nicht immer leicht umzusetzen. Ist meine Stimmung gerade schlecht, bin ich vielleicht traurig oder ungeduldig, bekomme ich weniger mit, denn ich bin mit mir beschäftigt. Dann ist es entscheidend, sich auf andere zu konzentrieren, ihnen zu helfen. Dabei verfliegen Wut und Trauer und man wird milder. Durch verstärktest Mitgefühl hören allmählich die Bewertungen auf und man schaut genauer hin.

Gewahrsein mit Blick aufs Karma

Durch gewahrsames und selbstloses Handeln beeinflusst man die negativen Auswirkungen auf das Karma. Die Zukunft soll ohne Leid sein? Dann muss man sich nur ausmalen, welche Auswirkungen das Handeln auf alle Beteiligten hat. Eine positive Grundhaltung wird sich auf die Zukunft auswirken, also habe ich es fast immer selbst in der Hand, Leid zu verhindern. In jedem Moment sät man den Samen der Handlungen für die Zukunft, die dann als Früchte der Erfahrungen geerntet werden können.

Wozu Achtsamkeit?

Viele möchten gar nicht genauer hinschauen, mehr Gewahrsein oder Achtsamkeit gewinnen, denn dann müssten sie bei sich selbst anfangen, Dinge zu verändern. Aber jeder kann nur bei sich selbst beginnen! Achtsamkeit gilt an sich als ein buddhistisches Heiligtum. Wer diesen heiligen Raum betritt sollte Demut und Dankbarkeit mitbringen, nur genau das fällt uns oft schwer. Das eigene Leid steht im Vordergrund, ist da noch Platz für andere? Um das zu erkunden und auch Abstand zum eigenen Leid zu ermöglichen, kann man das MBSR-Achtsamkeitstraining erlernen. Es eröffnet Horizonte!

Das Geschenk des Yoga: Gewahrsein

Gewahrsein ist etwas anderes als den Beobachter in sich zu finden. Auch das Wahrnehmen von Gedanken und Gefühlen, also die Selbsterforschung, greift dabei zu kurz, denn auch das ist schon wieder zu kopflastig. Gewahrsein ist eine grundlegende Dimension des menschlichen Erlebens, nur durch die Erfahrung des Geistes UND das Erforschen wie der Geist funktioniert kommt man in diesen Zustand. Die Yoga Sutras des Patañjali kann man als Anleitung zum Gewahrsein nehmen.

Selbsterforschung im Yoga

Die Selbsterforschung dient im Yoga der Klarheit und Reinheit. Man erlangt sie durch Yoga Asanas, die Kriyas (Reinigunstechniken) und Pranayama-Übungen. Ist der Geist klar und der Körper rein, schafft man erst die Grundlagen für die weiteren Stufen der Meditation: das Loslassen von Konzepten und Anhaftungen.

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