Georg Feuerstein: Yoga-Moral I

Georg Feuerstein war ein anerkannter Yoga-Gelehrter, der in seinem Leben Yoga-Schriften studiert und viele Yoga-Bücher darüber herausgebracht hat. Darunter das Buch „Yoga Morality“, also Yoga-Moral. Soweit ich weiß, gibt es das Buch leider nur auf Englisch, doch kann man die ethischen Richtlinien für Yoga-Lehrende („Ethical Guidelines for Yoga Teachers“) stichpunktartig als PDF zusammengefasst aus dem Netzt herunterladen. Darin finden sich strenge Anweisungen, wie man das heutige Yoga vernünftig anpassen und, mit der richtigen Kenntnis, die Weisheit des Yoga weitergeben kann.

Yoga ist ein edles Unterfangen

Zu den ethischen Richtlinien für Yoga-Lehrende gehört das Wissen, dass Yoga zu unterrichten ein edles Unterfangen ist. Es ist schließlich ein großes philosophisches System, das den Geist von Unzufriedenheit und die Menschheit sogar von Krieg befreien könnte. Die in Yoga enthaltenen Möglichkeiten sind unvorstellbar, denn Yoga trägt zur Selbstermächtigung jedes einzelnen bei, ohne Voraussetzungen und Mitgliedschaften im Club der Besonderen und Eingeweihten. Das muss man sich mal vorstellen: Jeder kommt heute an dieses Wissen heran, wenn er Lust dazu hat. Das war nicht immer so. Deshalb ist der Beruf des Yoga-Lehrers ein sehr verantwortungsvoller Job. Man stellt sich damit in eine lange Reihe von ehrbaren Lehrenden und Gurus, denen man gerecht wird, indem man ihr Anliegen ernst nimmt. Als Lehrer verpflichtet man sich, Yoga tatsächlich täglich in Theorie und Praxis zu leben, die grundlegenden moralischen Prinzipien des Yoga, wie in „Yoga Morality“ beschrieben, anzunehmen und  einen ökologisch nachhaltigen Lebensstil zu pflegen. Zu deutsch: Man soll nicht Wasser predigen und Wein trinken, das gilt für den Unterricht genauso wie für das ganze Leben.

Georg Feuerstein: Yoga-Moral

Buchtitel Georg Feuerstein Yoga Morality

Buchtitel Georg Feuerstein Yoga Morality

Lernen und Weiterbildung sind genau wie Selbststudium und Yoga-Philosophie ein nie endender Prozess, Forscherdrang und Neugier werden täglich herausgefordert. Yoga-Lehrende verpflichten sich zu hohen Standards, Fachkompetenz und Integrität. Das hört sich sehr streng an, aber Yoga-Disziplin besteht ja im besten Falle aus freiwilliger Intensität! Damit fördern der Yoga-Lehrende freundschaftlich das Wohlbefinden der Studenten: körperlich, emotional, geistig und spirituell. Dabei nehmen sie Abstand davon, ihren Schülern medizinische Tipps und Ratschläge zu geben, außer sie besitzen die erforderlichen Qualifikationen dazu.

Unbeeinflusste Klarheit

Klarheit entsteht durch das Üben auf dem achtgliedrigen Pfad. Manche Yogis konsumieren durchaus Alkohol oder Kaffee, dabei sind das Substanzen, die die Klarheit beeinflussen und verändern. Das sollte man sich als Yoga-Lehrer vor Augen führen, auch wenn man überlegt, ob mal ein Wein oder Bier doch wohl in Ordnung ist. Georg Feuerstein sagt deutlich: Als Yoga-Lehrender ist man frei von Abhängigkeiten, sowie von Drogen- und Alkoholmissbrauch. Falls doch, unterbricht man die Lehrtätigkeit für die Zeit bis die Abhängigkeit überwunden ist. Diese Yogis bleiben dann auch frei von Drogen und legen regelmäßig Rechenschaft in ihrer Selbsthilfegruppe ab. Das passt zu den Yamas, speziell Satya: Wahrhaftig im Umgang mit sich selbst, den Studenten und allen Menschen.

Offenheit gegenüber allen Schülern

Neben der Wahrhaftigkeit ist Offenheit gegenüber allen Schülern Pflicht: Egal welcher Rasse oder Nationalität, welchem Geschlecht oder sexueller Orientierung sie angehören und wie ihre soziale und finanzielle Situation ist. Das ist durchaus nicht leicht, denn ein Yoga-Lehrender ist ein Mensch wie andere auch, kann den einen oder die andere mehr oder weniger leiden. Er soll sich einfach immer respektvoll gegenüber allen verhalten. Das ist professionell und zeigt Demut gegenüber seinen eigenen Lehrern. Ja, es geht hier um Ethik und Moral!

Fortsetzung „Yoga Morality“ Teil 2

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