Fünf Bewegungen des Geistes: Vrittis

Die fünf verschiedenen Vrittis sind die Bewegungen des Geistes, die man zur Ruhe bringen möchte. Die Yoga Sutras nach Patañjali dienen diesem Ziel. Zuerst erforscht man die Gedanken, die Bewegungen des Geistes, um sie dann ziehen zu lassen. Man lehnt sich einfach zurück und schaut dem wilden und bunten Treiben zu!

Bewegungen des Geistes: Vrittis

Bei Meditation meinen manche, man soll das Denken abstellen, aber das ist kaum zu bewerkstelligen. Das leisten zu müssen, macht es für viele zu einer großen Herausforderung oder sie fangen gar nicht erst damit an. Es ist bedeutet auch nicht einfach Dazusitzen und tolle Fantasien zu haben. Das macht das Yoga Sutra zu so einer berühmten Schrift: Darin wird erklärt, wie der Geist arbeitet, und man erhält eine praktische Anleitung, mit Yoga mit den Geist zur Ruhe zu bringen. Patañjali benennt fünf geistige Bewegungen (Vrittis), die man beobachten kann; sie sind ein eleganter Einstieg in die Meditation. Jeder erlebt Vrittis unterschiedlich, manche sind leidvoll, andere nicht. Die Wellen oder Bewegungen des Geistes werden zur Ruhe gebracht, indem man nicht den Gedanken folgt, sondern sie nur wahrnimmt und dann ziehen lässt. Auch Konzepte und Vorstellungen sind Vrittis, die man loslassen sollte. Identifizieren wir uns jedoch damit, nehmen wir die Welt nur eingeschränkt war.

Fünf Vrittis

Vrittis sind nicht nur Bilder und Wörter, die man denkt, es sind auch die damit verbundenen Gefühle. Sie verzerren unsere Wahrnehmung, und wir halten dann unsere Gedanken für die Wahrheit. Die fünf Vrittis sind: das richtige Wissen, das falsches Wissen, Tiefschlaf, die eigenen Vorstellungen und Erinnerungen. Sie können leidvoll erfahren werden oder auch nicht. Beim falschen Wissen nehmen wir die Wirklichkeit anders wahr als sie ist, bei Erinnerungen und Vorstellungen lassen wir die Fantasie spielen und sind ebenfalls nicht im Hier und Jetzt; im Tiefschlaf haben wir gar keine Kontrolle über unseren Geist. Wahrheit stellt sich also durch Gedanken, Vorstellungen  und Konzepte für jeden anders dar. Alle Muster, die einengen und von der Freiheit abhalten, kann man durch Yoga auflösen:

Yoga Sutra 1.2
Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken (Vrittis) im Geiste.

Unterscheiden lernen beruhigt die Geisteswellen

In Patañjalis Yoga Sutra erfahren wir, wie wir die Vrittis zur Ruhe bringen können: Indem man lernt, die Geisteswellen zu unterscheiden, entziehen wir den Gedanken ihre Macht. Wir fangen an, genau hinzuschauen und Fragen zu stellen. Erscheint mir etwas so, weil ich es mit einer alten Erfahrung vergleiche oder ist das die Wahrheit? Dabei kann man Die Wahrheit durch eigene Beobachtungen, einen integrem Lehrer und der Weisheit alter Schriften überprüfen. Beispiel: „Die Erde ist eine Scheibe.“ So stellt sie sich mir dar, wenn ich noch nicht mit einem Flugzeug geflogen bin. Woher sollten die Menschen im Mittelalter das alos wissen? Wie sind sie darauf gekommen, dass die Erde eine Kugel ist? Man kann es die Sterne am Himmel und deren bewegung beobachten,  darüber lesen oder es sich von einem Astronomen erklären lassen.

Gefangen in alten Gedanken: Samskaras

Galileo Galilei hat seinen Beobachtungen mehr geglaubt als anderen Menschen, die in ihren ewig gleichen Pfaden (Samskaras) gefangen waren. Mit der Unterscheidungsfähigkeit (Viveka) lernt man, die Erwartungen herunterzuschrauben, Einbildungen zu erkennen und sieht die Welt wie sie wirklich ist. Dazu muss man sich auf andere Meinungen und Sichtweisen einlassen können, um nach deren Überprüfung zu allgemeingültigen Wahrheiten vorzudringen. Ein spannendes Unterfangen, wenn wir uns selbst und unseren Glaubenssätzen auf die Schliche kommen wollen.

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