Fleischlos zur Erleuchtung

Das Thema ist brisant, daran scheiden sich sogar die Yoga-Geister: „Yoga und Vegetarismus – Fleischlos zur Erleuchtung“ gehört für manche unbedingt, für andere gar nicht zusammen. Sharon Gannon hat sich in ihrem Buch dem Thema angenommen und erklärt schlüssig, warum sich jeder (Yogi) darüber Gedanken machen sollte.

Yoga und Vegetarismus

Zum einen geht es natürlich um die innere Haltung und damit um die fünf Yamas: Gewaltlosigkeit, die Wahrheit sprechen, Nicht-Stehlen, guter Sex und Gier, Übermaß und Mangel. Aber auch als Nicht-Yogi sollte man sich damit beschäftigen, was man mit Fleischkonsum und dem Verzehr von Milchprodukten der Umwelt und vor allem anderen Lebewesen antut. Wir versklaven die Tiere: Wir trennen die Kinder von ihren Eltern, um sie von uns abhängig zu machen, und zum krönenden Abschluss schlachten und essen wir sie. Würden wir so mit anderen Menschen umgehen? Warum dann mit anderen fühlenden Wesen, die ihre eigene Sprache sprechen (nur sind wir zu dumm sie zu verstehen!).

Sozialverträglich: Die fünf Yamas

Yoga Sutra 2.39:
„Wenn man selbstlos wird und aufhört, mehr zu nehmen als man braucht, erhält man das Wissen, warum man geboren wurde.“
An erster Stelle der fünf Yamas steht Ahimsa, die Gewaltlosigkeit. Eigentlich ist damit schon alles gesagt, denn Gewaltlosigkeit schließt die nächsten vier Yamas ein: Satya, die Wahrheit sprechen, Asteya, Nicht-Stehlen, Brahmacharya ist maßvoller Umgang mit Sex und Aparigraha ist leben ohne Gier und Übermaß, damit niemand Mangel leidet. Dazu liefert das Buch Anregungen zu einem vorgelebten spirituellen Aktivismus: Mitgefühl, Zuhören, richtig hinschauen, Freude und Glück zulassen:
„Schuld hält das traurige Spiel im Gang. Sie stiehlt dir deinen Reichtum – du verschenkst ihn an einen Dummen, der keine Ahnung von Geld hat. Mein lieber, wach auf.“ Hafis
(Zitate aus: „Yoga und Vegetarismus“, Sharon Gannon)

Mitgefühl für alle Wesen

Yoga ist für Sharn Gannon eine effektive Form des Aktivismus, da wir und alle Wesen nicht von einander getrennt sind. Wird dieses Gefühl der Trennung überwunden, gelangt man zur Erkenntnis (yogisch), zur Erleuchtung (buddhistisch) oder zu Befreiung (jivamuktisch). Aber auch wenn man es nicht so kompliziert möchte: Wie im Außen, so im Innen, wie ich es in den Wald hineinrufe, schallt es auch heraus. Das lässt sich auf das Karma-Konzept anwenden: So wie ich Menschen und Tiere behandle, bin ich. Ich werde ein andere, wenn ich mich anders verhalte. Allein mit mehr Bewusstsein durchs Leben zu gehen, würde die Welt für uns alle wesentlich besser machen.

Fleischlos zur Erleuchtung

Buch, Vegetarismus

„Fleischlos zur Erleuchtung“ von Sharon Gannon © Theseus

Sharon Gannon ist eine amerikanischen Künstlerin und Jivamukti-Yogalehrerin, die sich seit ihrer Kindheit fleischlos und später dann vegan ernährt. Sie setzt sich für Tierrechte und vegane Ernährung ein. Das Buch „Yoga und Vegetarismus – Fleischlos zur Erleuchtung“ ist ein guter Einstieg ins Thema ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen. Es versucht vielmehr mit gesundem Menschenverstand Einsichten zu vermitteln, es geht nicht um Verzicht, sondern um ein sinnvolles und gutes Leben.

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