Erkläre mir die Doshas – Vata, Pitta, Kapha

Wenn mich einer fragt: „Erkläre mir die Doshas“ – würde ich sagen, es sind Typenbeschreibungen.

Tolle Mischung!

Dann geht es weiter, denn jeder im Westen, der schon mal einen Psycho-Test in einer Frauenzeitschrift gemacht hat, möchte sofort wissen: „Erkläre mir die dann die Typen der Doshas!“ Das ist aber nicht so einfach. Jeder Mensch hat Anteile von allen drei Doshas in sich und diese verändern sich: im Tagesverlauf, in den Jahreszeiten und im Verlaufe des Lebens. Es gibt drei: Vata, Pitta und Kapha. Da aber jeder Mensch alle drei Anteile in sich trägt, ergeben sich sieben Typen daraus: Vata, Pitta, Kapha, Vata-Pitta, Pitta-Kapha, Kapha-Vata oder Vata-Pitta-Kapha. Verwirrt? Noch nicht annähernd genug! Und da jeder seine ganz persönliche Mischung in sich trägt, muss der Ayurveda-Therapeut oder -Arzt erst einmal diese persönliche Mischung bestimmen. Das macht er über Zungen- und Pulsdiagnostik, die Abfrage nach den Befindlichkeiten, dem Auftreten und dem Erscheinungsbild des Patienten. Die Typenbeschreibung ist nicht an sich wichtig. Es hilft, sie herauszufinden, doch ist Abweichungen von der ganz individuellen Norm des Patienten die eigentliche Besonderheit des Ayurveda. So kann der Arzt Erkrankung ebenfalls dem Tridosha-System zuordnen. So erhält er eine ganz klare Richtung, was der Patient benötigt, um zu gesunden.

Wozu braucht man die Doshas?

Kennt man sein Dosha kann man vorbeugend die individuellen Regeln beachten: Lebensregeln und Ernährungsrichtlinien, förderliches Verhalten für Bewegung, Schlaf und Umgang. Indem seinen ganz persönlichen Weg beachtet, vermeidet man Erkrankungen. Man merkt dann selbst auch viel schneller, wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte. So kann man wiederum frühzeitig durch Ernährung und Lebensweise dagegen steuern. Ayurveda hilft also genau wie Yoga zur Selbstermächtigung im Vorhinein. Wird die Störung zur Krankheit, kann der Ayurveda-Therapeut oder -Arzt zwar mit Kräutern, Ein- und Ausleitungen und Massagen Abhilfe schaffen. Allerdings ist das nicht die grundlegende Herangehensweise in Indien: Man hegt, pflegt und beugt lieber vor, bevor etwas kaputt geht!

Erkläre mir die Doshas: Vata

Hat der Ayurveda-Therapeut beispielsweise eine Vata-Erkrankung erkannt, kann er Ernährungs- und Lebensregeln vorschlagen. Er wird Behandlungen anordnen, die der Vata-Störung entgegenwirken. Diese finden sich in ganz unterschiedlichen Bereichen: Bewegungsapparat, Migräne, Schlafstörungen, Nervosität, aber auch trockene Haut und Ohrerkrankungen. Schmerzen in allen denkbaren Körperteilen und Probleme mit der Menstruation gehören auch in das Bild von Vata-Störungen: Wandernde Schmerzen. Sucht man also Abhilfe für diese Beschwerden, wird der Ayurveda-Therapeut Wärme, nährende Suppen  und einen geregelten, ruhigen Tagesablauf verordnen. Vata sollte Stress vermeiden und regelmäßige Essenzeiten einhalten, um gut für sich zu sorgen. Allerdings fällt Vata-Typen genau das wahnsinnig schwer. Sie sind im besten Falle sehr kreativ, aber auch sprunghaft und oft wenig geerdet.

Pitta, das feurige Dosha im Alltag

Dieser Typ kann eigentlich alles gut verdauen, sollte aber Sonne, scharfes und erhitzendes Essen, Alkohol und Aufputschmittel meiden. Pitta hat sehr viel Energie und ist sehr ehrgeizig, sollte sich lieber mal bremsen. Aber sagen Sie das mal einem Pitta-Menschen! Der wird gleich sauer! (Sauer darf er auch nicht, das heizt ihn ebenfalls nur an.) Zu den Pitta-Erkrankungen gehören deshalb alle feurigen Symptome wie Entzündungen aller Art, Hautausschläge, Magen-Darm-Erkrankungen und Augenleiden. Und über seine Galle will ich gar nicht erst ausholen… Zur Linderung wird Kühlung verordnet: Wasser (aber nicht zu kalt), milde, süße Speisen, süßes Obst, nicht-saure Milchprodukte und kühlendes Kokosöl. Entspannung, Meditation, Abstand gewinnen.

Erdendes Kapha-Dosha

Hat man zu viel Kapha bei sich entdeckt, ist man müde, antriebslos, träge, daraus entstehen Gewichtszunahme, Flüssigkeitsansammlung und Erkrankungen wie Diabetes. Alles wird fest und starr. Der Kapha-Typ mag keine Veränderung, hätte gern alles geordnet und so, wie es immer schon war. Dagegen hilft nur: Hintern hoch: Das dürfen auch die etwas anstrengenderen Yoga-Übungen sein (aber bitte immer unter Anleitung eines erfahrenen Yoga-Lehrers!), richtig Sport und sogar Sex. Das mag der Sofa-liebende Kapha jedoch nicht besonders. Über die Ernährung erreicht man Kapha-Störungen mit gut gewürzten Speisen, Hülsenfrüchten, scharfen Gemüsesorten, bitterem Obst, Kaffee, vielleicht auch mal einem Glas Rotwein. Verzichten sollte man auf Süßes und süßes und saures Obst, Salz, Öle und Milchprodukte bis auf Ghee. Struktur ist gut, zu viel macht führt in die Erstarrung.

Besser keine Selbstdiagnose!

Das sind nur einige Beispiele für die Doshas und was man tun kann. Da jeder eine einzigartige Mischung aus Doshas und Dosha-Störungen ist, rate ich von Selbstdiagnose ernsthaft ab. Gönnen Sie sich lieber eine gute Konsultation: Sie erhalten einen Ernährungsplan und Tipps zur Lebensführung, die Sie sich selbst nie auferlegen würden. Da man immer eher das übt im Yoga, was man mag und gut findet, liegt die Herausforderung darin, das zu üben, was man nicht so gern mag. Genaus ist es mit der Ernährung, dem Schlafrhythmus und der Bewegung. Mit Ayurveda können Sie gut für sich vorsorgen und Beschwerden vorbeugen.

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