Erkläre mir die Doshas – Vata, Pitta, Kapha

Doshas sind Typenbeschreibungen. Nun möchte jeder im Westen, der schon mal einen Psycho-Test in einer Frauenzeitschrift gemacht hat, wissen: „Welcher Typ bin ich?“ Das ist aber mit den Doshas nicht so einfach. Jeder Mensch hat Anteile von allen drei Doshas in sich und diese verändern sich: im Tagesverlauf, in den Jahreszeiten und im Verlaufe des Lebens. Wozu sich also damit beschäftigen?

Erkläre mir die Doshas

Es gibt drei Doshas: Vata, Pitta und Kapha. Da aber jeder Mensch alle drei Anteile in sich trägt, ergeben sich sieben Typen daraus: Vata, Pitta, Kapha, Vata-Pitta, Pitta-Kapha, Kapha-Vata oder Vata-Pitta-Kapha. Und da jeder seine ganz persönliche Mischung in sich trägt, muss der Ayurveda-Therapeut oder -Arzt erst einmal diese persönliche Mischung bestimmen. Nicht weil die Typenbeschreibung an sich wichtig wäre. Es hilft herauszufinden, die Abweichungen von der ganz individuellen Norm des Patienten zu erkennen. Dann kann der Arzt Erkrankung ebenfalls dem Dosha-System zuordnen. So erhält er eine ganz klare Richtung, was der Patient benötigt, um zu gesunden.

Wozu braucht man die Doshas?

Kennt man sein Dosha kann man vorbeugend die Regeln beachten: Lebensregeln und Ernährungsrichtlinien. Dadurch vermeidet man es, krank zu werden. Man merkt dann selbst auch viel schneller, wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte, und kann frühzeitig wiederum durch Ernährung und Lebensweise dagegen steuern. Ayurveda hilft also genau wie Yoga zur Selbstermächtigung. Wird die Störung zur Krankheit, kann der Ayurveda-Therapeut oder -Arzt Abhilfe schaffen.

Die drei Doshas im Alltag: Vata

Hat der Ayurveda-Therapeut beispielsweise eine Vata-Erkrankung erkannt, kann er Ernährungs- und Lebensregeln vorschlagen und Behandlungen anordnen, die der Vata-Störung entgegenwirken. Vata-Störungen finden sich in ganz unterschiedlichen Bereichen: Bewegungsapparat, Migräne, Schlafstörungen, Nervosität, aber auch trockene Haut und Ohrerkrankungen. Schmerzen in allen denkbaren Körperteilen und Probleme mit der Menstruation gehören auch in das Bild von Vata-Störungen. Sucht man also Abhilfe bei diesen Beschwerden, wird der Ayurveda-Therapeut Wärme, nährende Suppen  und einen geregelten, ruhigen Tagesablauf verordnen. Vata sollte Stress vermeiden und regelmäßige Essenzeiten einhalten, um gut für sich zu sorgen.

Die drei Doshas im Alltag: Pitta

Pitta kann eigentlich alles gut verdauen, sollte aber Sonne, scharfes und erhitzendes Essen, Alkohol und Aufputschmittel meiden. Pitta hat sehr viel Energie und ist eher ehrgeizig, sollte sich lieber mal bremsen. Zu den Pitta-Erkrankungen gehören Entzündungen aller Art, Hautausschläge, Magen-Darm-Erkrankungen und Augenleiden. Zur Linderung wird Kühlung verordnet: Wasser, milde, süße Speisen, süßes Obst, nicht-saure Milchprodukte und kühlendes Kokosöl.

Die drei Doshas im Alltag: Kapha

Hat man zu viel Kapha bei sich entdeckt, heißt es: Hintern hoch! Man ist müde, antriebslos, träge, daraus entstehen Gewichtszunahme, Flüssigkeitsansammlung und Erkrankungen wie Diabetes. Das bequeme Leben ist vorbei, jetzt sollte man sich bewegen, ruhig etwas anstrengendere Yoga-Übungen wählen (aber bitte immer unter Anleitung eines erfahrenen Yoga-Lehrers!). Über die Ernährung erreicht man die Kapha-Störung mit gut gewürzten Speisen, Hülsenfrüchten, scharfen Gemüsesorten, bitterem Obst, Kaffee, vielleicht auch mal Rotwein. Verzichten sollte man auf Süßes und süßes und saures Obst, Salz, Öle und Milchprodukte bis auf Ghee.

Besser keine Selbstdiagnose!

Das sind alles nur Beispiele. Da aber jeder eine einzigartige Mischung aus Doshas und Dosha-Störungen ist, rate ich von Selbstdiagnose ernsthaft ab. Gönnen Sie sich lieber eine gute Konsultation: Sie erhalten einen Ernährungsplan und Tipps zur Lebensführung und können so gut für sich vorsorgen oder Ihre Beschwerden selbst behandeln.

 

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