Erkenntnis & Willensstärke

Yoga Sutra 2, 16: „Zukünftiges Leid (Duhkha) kann vermieden werden.“ Und wie soll das bitte gehen? Auch die Frage zur Willensstärke beantwortet das Yoga Sutra: Heyam, Hetu, Hanam und Upaya. Nein, das kommt von keiner Speisekarte, ist aber ein wirkungsvolles Rezept!

Erkenntnis & Willensstärke

Von Vyasa kommt die Beschreibung: „Der Yoga wird durch den Yoga erkannt.“ Das bedeutet, wenn man dem Yoga-Weg folgt, lernt man sich selbst zu beobachten und kann Ursache und Wirkung auf die Spur kommen. Das schafft die nötige Willensstärke, um sein Leben zu verbessern und gehört gleichzeitig zu den eigentlichen Ziele und Schätzen des Yoga: Erkenntnis der Ursachen und Zusammenhänge und die Willensstärke, einen neuen Weg einzuschlagen. Das gelingt mit Yoga und ist gleichzeitig sein Ergebnis.

Heyam, Hetu, Hanam und Upaya

Heyam bedeutet „was zu beherrschen ist“ und steht für die Symptome. Diese gilt es zu erkennen und mit Hetu erlangt man ein Verständnis der Ursache dieser Symptome. Mit Hanam legt man fest, wie man vorgehen möchte, um eine Änderung herbeizuführen. Und letztlich ist in Upaya verankert, welche Werkzeuge man dazu benötigt, die Ursache und Symptome zu beheben. Wichtig ist es, die Reihenfolge zu beachten. Denn wenn wir an der falschen Stelle ansetzen, kommen wir nicht weit.

Symptome und Ursache: Heyam und Hetu

Symptome können körperlicher, emotionaler oder geistiger Art sein und beim gleichen Auslöser bei zwei Personen völlig unterschiedlich ausfallen. Hetu kann man beobachten und wahrnehmen. Die Ursache, Heyam, kann in der Ernährung oder im Lebensstil liegen, der Auslöser kann ein Unfall, eine unglückliche Liebe, Jobverlust oder eine Sucht sein. Bei Hetu müssen wir ganz genau hinschauen und Zeit darauf verwenden, um das Problem richtig zu definieren. Sonst arbeitet man sich an dem falschen Problem ab. Dabei hilft Yoga über die Schulung der Beobachtung und man kultiviert die Unterscheidungsfähigkeit (Viveka) mit Körper- und Atemübungen (Pranayama), Yamas und Niyamas, Mantras und Meditation.

Ziel und Mittel: Hanam und Upaya

Hanam ist das Ziel, um die Ursachen und Symptome zu beheben. Dabei geht es um Verbesserung der Lebensqualität und letztlich um Ihr Wohlergehen. Upaya sind die geeigneten Mittel oder Werkzeuge, mit denen man sein Ziel erreichen kann. Der Ansatz ist somit individuell und niemals an den Symptomen orientiert, da die gleichen Symptome unterschiedliche Ursachen haben können. Ist man bereits erkrankt, setzt  Ayurveda ebenfalls individuell, also Patienten-orientiert an.

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