Erkenne dich selbst – durch Yoga

Die Grundlagen unserer Kultur liegen im Satz „Erkenne dich selbst“, der am Orakel von Delphi über dem Eingang stand. Darüber kann man ins Grübeln geraten: Wie erkennt man sich selbst außer im Spiegel? Gibt es andere Möglichkeiten, sich selbst auf die Schliche zu kommen? Klar, Yoga! Aber wie erkenne ich das, was ich erkennen soll als das zu Erkennende?

Erkennerkultur in Delphi

Die in Delphi müssen es wissen, was „Erkenne dich selbst“ bedeuten soll: Zum einen bedeutet es, dass der Schlüssel der Erkenntnis in uns selbst liegt. Praktisch angewandt kommen wir ein ganzes Stück weiter, wenn wir öfter auf unser Bauchgefühl achten. Und wie man dazu eine Verbindung herstellt, zeigt uns Yoga, denn beim Yoga geht es um nichts Geringeres als Achtsamkeit. Einerseits ist der Weg des Yoga Erkenntnis, andererseits ist es auch sein Ziel, zu erkennen, wer wir sind. Damit haben wir zwei Fliegen mit einer (Yoga)-Klappe geschlagen! Das Orakel von Delphi hat den Ratsuchenden das Schicksal in Rätselform erzählt. Am Ende musste man sich also selbst die Arbeit machen, das Rätsel zu lösen, um sein Schicksal zu erkennen.

Erkenne dich selbst und dein Schicksal

Im Yoga Sutra finden sich Anleitungen dazu bei den Yamas und Niyamas, unter anderem durch das Selbststudium (Svadhyaya). Wenn man nach seinem Schicksal Ausschau hält, ist man meist auf der Suche nach Erfolg, Glück und seiner Berufung. Was soll ich tun, um all das zu erreichen? Ein weiterer überlieferter Satz soll sich am Orakel in Delphi befunden haben: Er mahnte mit „Nichts im Übermaß“ zu Bescheidenheit. Das gute zielt immer durch die Mitte, damit erreicht man mehr, als mit zu viel Ehrgeiz und zu viel Wollen. Wenn man alles getan hat, was zum Erfolg beigetragen hat, muss man loslassen können, es dem großen Ganzen überantworten und vertrauen, dass alles gut wird. Das sind zwei weitere Eckpfeiler neben Selbsterkenntnis auch Gelassenheit (Samtosha) und (Gott-)Vertrauen (Ishvara Pranidhana) zu erntwickeln.

Erkenne dich selbst – durch Yoga

Das Erkennen des eigenen Selbst und der Berufung im Innern dient der Problemlösung im Außen. Je besser man sich selbst kennt, umso weniger verwirrt ist man über die eigenen Handlungen, die manchmal aus dem Nichts zu kommen scheinen. Mit Gelassenheit und Vertrauen kommen wir unserem „so sein“ nahe, dem Wesenskern, der befreit von allen Wünschen im Hier und Jetzt verweilen kann. Dazu muss man mit sich selbst sehr ehrlich sein. Das letzte Puzzleteil, dass zur Erkenntnis führt ist also Wahrheit, Satya. Hat man sich selbst gefunden, kann man in sich selbst ruhen. In der Ruhe liegt die Kraft: Meditation ist dann keine Übung mehr, die man unter Schmerzen absolviert, sondern ein wunschloser Seinszustand.

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