Eingefahrenen Wege: Samskaras

Wer immer den gleichen Weg nimmt, wird immer die gleichen Erfahrungen machen. Er wird sich darin bestärkt fühlen, dass das, was er sieht, die Wahrheit ist.

Geistige Flexibilität

Je öfter man die gleichen Wege geht und bestätigende Erfahrungen macht, umso mehr verfestigen sich Ansichten und Haltungen. Sie werden zu Samskaras, eingefahrenen Pfaden. Starre Haltungen erlauben wenig Flexibilität, Yoga kann da helfen: Nicht nur auf körperlicher Ebene, auch der Geist kann wieder elastischer werden. Wie macht er das nur?

Yoga Sutra 2.13
„Solange wie die Wurzel (des Handelns) existiert, wird sie die Art der Geburt, die Lebensspanne und die Art der Lebenserfahrung bestimmen.“ (übertragen von B. K. S. Iyengar in „Der Urquell des Yoga“)

Nun ist man diesen Vorgängen nicht einfach ausgeliefert, man kann durch die Praxis der Selbst-Untersuchung (Svadhyaya) diese Wurzeln erkennen lernen. Samskara bedeutet Prägung, Muster oder Eindruck. Aus der ersten geistigen Tendenz verfestigen sich Eindrücke und werden zu eingefahrenen Mustern. Yoga hilft dabei, sich selbst zu beobachten und neue Erfahrungen zu machen, neue Wege anzulegen, die die alten ausgetretenen überlagern. Am Ende können sie sogar ganz ausgemerzt werden.

Unsere eingefahrenen Wege: Samskaras

Die Yoga-Theorie dahinter: Wir sind geistige Wesen, die den Körper als Gefäß (Tempel für die Seele) bekommen haben, um in diesem Leben damit Erfahrungen zu sammeln. Nur bin ich nicht mein Körper, so wenig wie ich meine Gedanken bin. Die körperliche Yogapraxis dient als Vorbereitung, um über Selbstbeobachtung das wahre Selbst zu erkennen. Dazu muss man gut sitzen können und längere Zeit am Tag bequem mit Atem und Meditation verbringen. Durch positive Eindrücke im Körper und beim Atmen, kann der Geist beruhigt und gestärkt werden. Ist der Geist ruhig, wird das Gefäß leer für die Erkenntnis.

Vorurteile überwinden lernen

B. K. S. Iyengar "Licht fürs Leben" © O. W. Barth

B. K. S. Iyengar „Licht fürs Leben“ © O. W. Barth

Das Buch „Licht fürs Leben“ von B. K. S. Iyengar beschäftigt sich ausführlich mit der Yoga-Philosophie und den fünf Koshas. Es bündelt alle wesentlichen Merkmale des achtgliedrigen Pfades nach Patañjalis, mit einer grundlegenden Einführung in Yoga im ersten Kapitel. Es ist sozusagen das Nachfolgewerk des vergriffenen Buches „Baum des Yoga“. In den weiteren fünf Kapiteln geht es jeweils um eine Hülle des Körpers, dei Koshas, das letzet Kapitel beschäftigt sich dann mit dem letztendlichen Ziel des Yoga „Leben in Freiheit“. Was bedeutet Freiheit? Ist es die Freiheit von oder mit etwas? Ich darf verraten, es hat mit heiterer Gelassenheit zu tun!

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