Noch drei Koshas bis zur Glückseligkeit

Die fünf Koshas durchdringen einander. Wenn man also mit der einen Ebene arbeitet, erreicht man damit auch alle anderen. Durch Körperübungen und Atemarbeit erlangt man Klarheit in den ersten beiden Ebenen. Für die Arbeit an den weiteren drei Koshas, muss man aber die sechs emotionalen Störungen oder Hindernisse erkennen und überwinden. Dann gelangt man zur Glückseligkeit!

Noch drei Koshas bis zur Glückseligkeit

Auf Annamaya Kosha und Pranayama Kosha folgen drei weitere Koshas. Man klärt auf diesen drei Ebenen seine Gefühle und den Geist, kann dann das Glück durch alle Hüllen durchscheinen lassen wie durch ein sauberes Glas. Im normalen Leben sind die Hüllen duch die Ablenkung auf den Geist getrübt, aber Yoga hilft beim Klären und Reinigen auf allen Ebenen. Die sechs Hindernisse aus dem Weg geräumt, kann man sich mit den Yoga Sutras von Patañjali durch die nächsten drei Koshas arbeiten: Die Bewegungen des Geistes (Vrittis) können wir mit Yoga erforschen und unser Denken verstehen lernen, um den Geist zur Ruhe zu bringen. Es ist ein Konzept und dadurch zu Beginn rein theoretisches Wissen, jedoch muss man eine täglich Praxis etablieren, sonst wird man auch nicht voran kommen.

Manomaya Kosha

Im Mentalkörper geht es um den individuellen Geist als Teilaspekt oderdie  äußere Schicht des Bewusstseins. Im Sanskrit wird sprachlich klarer unterschieden als im Deutschen, deshalb steht Manomaya Kosha zwar für die Geisthülle, meint aber das einfache Denken und Fühlen: Denkfähigkeit, Verstand, Gemüt und den Geist als Herrscher der Sinne. In den Yogasutras des Patañjali geht es um die Reinigung der Gedanken und Überwindung der neun Zerstreuungen, um Klarheit im Geist zu schaffen. Stellen Sie sich einen klaren Bergsee vor: Auf der Oberfläche spiegelt sich die Umgebung, man kann aber auch auf den Grund sehen. Durch zu viel Bewegung  im See oder in unseren Gedanken werden See und Geist aufgewühlt oder durch Stagnation können See und Geist trübe werden. Diese aufwühlenden oder stagnierenden Gedanken soll man erkennen: Im Yoga ist es das Selbststudium (Svadhyaya), das uns das erkennen lässt, andere Verfahren sind Homöopathie und Psychotherapie.

Vijnanamaya Kosha

Vijnanamaya Kosha ist die Weisheitshülle und meint ebenfalls den Geist, aber auf kultivierter Ebene: Diese Schicht steht für Intelligenz, Unterscheidungsfähigkeit (Viveka), Vernunft, den freien Willen und Weisheit. Das können wir aber erst entwickeln, wenn wir in Manomaya Kosha unser Denken erkundet und verstanden haben: Wie reagiere ich in welchen Situationen? Kann ich von meinem Denken Abstand nehmen, gelassen bleiben und nicht handeln? Dann könne  wir im vierten Kosha durch Intelligenz unsere Verhaltensweisen erkennen und verändern, die eingefahrenen Pfade (Samskaras) verlassen und steuern Erkenntnis und Erleuchtung an. Das erreichen wir im Yoga über Pratyahara, Dharana und Dhyana, oder über andere Techniken wie etwa die Hypnotherapie.

Anandamaya Kosha

„Erfolg ist nicht der Schlüssel zum Glück.
Glück ist der Schlüssel zum Erfolg.
Wenn du liebst, was du tust, wirst du erfolgreich sein.“

Buddha

Die Glückseligkeitshülle ist die letzte Hülle, sie besteht aus Freude, verdeckt das wahre Selbst aber noch. Um Anandamaya Kosha zu klären, kann man sich über seine Wünsche Gedanken machen: Erfüllt mich ein Wunsch oder bringt er mich von mir selbst weg? Genau dafür hat man sich im Vijnanamaya Kosha in Unterscheidungsfähigkeit geübt. Ist etwas gut oder schlecht? Die Werkzeuge im Yoga für dieses Kosha sind die fünf Yamas, unser ausgewogenes Verhältnis zu anderen Menschen. Das Gesamtbild der fünf Koshas, Pancha Koshas, ist die Grundlage für Yoga schlechthin. Die eigentliche Glückseligkeit ist aber der Wesenskern, die Seele, Atman oder das große Ganze, das durch die Klärung der fünf Koshas durch alle Hüllen hindurch strahlen kann.

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