Die Vayus in der Yogapraxis

Wer den Wind sät, wird Prana ernten. Damit muss man aber auch umgehen können: Die Vayus in der Yogapraxis sind Aspekte von Prana. Schauen wir sie uns aus der Perspektive der Energie an.

Lerne, die Energie zu lenken

Prana ist die Lebensenergie, die überall im Universum unterwegs ist. Schön, wenn man sie durch Yoga- oder Pranayama-Übungen ins Fließen bringt, sie erhöht und sammelt. Und dann? Man muss mit diesen Energien umgehen lernen, sonst verliert man sie wieder. Oder wenn es ganz dicke kommt, ruft sie ungelenkt Störungen hervor. Na, hoppla! Dabei meinen die meisten Menschen, sie würden doch „nur“ ein paar Körperübungen machen! Instinktiv nehmen wir die Energie von anderen Menschen wahr: Wenn jemand traurig oder fröhlich ist oder dicke Luft herrscht. Alles das sind Energien. Man möchte sich vor einem schlecht launigen Menschen schützen. Dabei ist es „nur“ seine Energie. Entsprechend kann man durch körperliche und geistige Übungen auch sich selbst mit zu viel Energie überfluten. Fließen ja, Fluten nein!

Die Vayus in der Yogapraxis

Nun kann man sich Energie im Körper wie Flüssigkeit, Bewegungen oder Luft vorstellen. Tatsächlich beschreibt man mit den fünf Winden bzw. Luft (Vayus bzw. Vata) verschiedene Aspekte von Prana. Luft und Wind sind die Elemente, die für Bewegungen zuständig sind und damit lebenswichtig. Ohne Bewegung gäbe es nichts!:

  1. Prana Vayu bewegt sich im Herzraum und ist zuständig für die Aufnahme von Prana über den Atem.
  2. Apana Vayu befindet sich im unteren Bauch und ist zuständig für die Ausscheidung. Es geht um (wieder) abgeben und loslassen.

    Die ersten beiden möchte man mit der Yoga-Praxis ins Gleichgewicht bringen, um innerlich zur Ruhe zu kommen. Eine wichtige Voraussetzung für die Meditation und für das dritte Vayu:

  3. Samana Vayu regt das Verdauungsfeuer und die Magensäfte an. Es bringt uns in die Mitte, hier ist Unterscheidungsfähigkeit gefragt. Es geht um Verdauen und um Behalten oder Loslassen. In der Mitte sitzt das Bauchgehirn, unsere Intuition! Sie ist erfahrbar in den Atempausen (Kumbhaka).
  4. Udana Vayu ist die Kreativität. Sie sitzt im Kehlkopf und kontrolliert, was an Luft und Nahrung in den Körper gelangt, aber auch was aus uns herauskommt: Was sage und was höre ich? Habe ich eine Stimme, die gehört wird? Was möchte ich in die Welt hinausbringen?
  5. Vyana Vayu betrifft den Körper als Ganzes. Prana bewegt den ganzen Körper und Vyana Vayu verteilt die Energie, die aus der Nahrung und Atmung aufgenommen wurde.

Loslassen, um anzukommen

Je nachdem, auf welches Vayu man meditiert, kann man unterschiedliche Aspekte von Prana erkennen. Diese Erfahrungen helfen zu verstehen, was gerade benötigt wird und wie man seine Energie lenken kann. Man kann über dieses Konzept Gedanken und Glaubenssätze erforschen und herausfinden, was man in die Welt bringen möchten. Was möchte ich ausdrücken? Man kann die fünf Vayus nicht getrennt voneinander sehen, sie arbeiten immer Hand in Hand und bedingen sich gegenseitig. Mit der Übung entsprechender Asanas, über das Meditieren und durch gesunde Ernährung, einen guten Schlaf und die richtige Lebensführung kommt man ins Gleichgewicht. Dann wehen die Winde in Höchstform, die Energie fließt. Dennoch werden äußere Umstände (Gunas) immer wieder das Gleichgewicht stören. So ist das Leben und dadurch bleibt alles im Fluß!

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