Dankbarkeit: I thank the Academy…

Genau, es geht um Dankbarkeit. Erst dankt man der Academy für den Oscar und seinen Eltern, dann wünscht man sich noch etwas Weltfrieden. Wie üblich. Das gehört zum guten Ton und wer möchte sich bei diesen Wünschen ausnehmen? 

Augenzwinkern und Humor

Aber mal im Ernst: Wofür kann man alles dankbar sein? Ich wurde neulich auf Facebook zur „Five-Days-Gratitude-Challenge“ eingeladen: Fünf Tage lang sollte ich fünf Sachen benennen, für die ich an diesem Tag dankbar bin. Das war eine tolle Übung, die mir viel Spaß gemacht hat, weil ich im Alltag den Blick auf etwas Positives gelenkt habe. Ich hätte nie gedacht, wie wunderbar sich diese Übung auswirken würde, und kann sie nur empfehlen. Man kann für die Sonnenstrahlen dankbar sein, für frischen Spargel und Erdbeeren, für ein Lächeln des Nachbarn oder eine nette Postkarte von Freunden. Das Problem bei der Dankbarkeit scheint, sie solle immer für etwas Besonderes ausgedrückt werden, aber eigentlich ist das Blödsinn. Natürlich bin ich meiner Mutter dankbar, dass sie mich geboren hat. Doch viel näher ist mir das dankbare Gefühl für ihr Augenzwinkern und ihren manchmal etwas abgründigen Humor.

I thank the Academy…

Bei der Dankbarkeit ist es wie mit dem positiven Denken, die innere Haltung gibt eine Richtung vor. Wenn man aber beginnt, auf die kleinen Dinge zu achten, kann sich die Dankbarkeit zu etwas Allumfassenden entwickeln. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes großartig und Yoga. Stellen Sie sich also Ihre ganz persönliche Oscar-Verleihung vor: Sie sind nicht nur nominiert, wird Ihr Name aufgerufen? Und ja, Sie gewinnen den Oscar für die beste Hauptrolle! Wahnsinn! Dieses Glücksgefühl (als würde man einen Marathon gewinnen), der Weg zur Bühne, die Treppenstufen hinauf und den Oscar berühren (klar, er fühlt sich in dem Moment an wie pures Gold) und dieser überwältigende Applaus! Toll! Und jetzt richten Sie ein paar Worte an die Gemeinde: Was würden Sie sagen? Ich würde sagen, wie froh ich bin, meinen Weg so gut begleitet von Familie und Freunden bewältigt zu haben. Es hat sich fast leicht angefühlt mit so viel Wohlwollen und in mich gesetztes Vertrauen. Die schweren Stunden scheinen vergessen, wenn ich an all diese unglaublich tollen Menschen denke. Bisher haben diese Helden des alltäglichen Lebens keinen Oscar erhalten, aber verdient haben ihn alle.

Dankbarkeit im Alltag

Und jetzt Sie: Machen Sie doch einfach auch die „Five-Days-Gratitude-Challenge“ (Herausforderung) für sich. Schreiben Sie fünf Tage lang fünf Dinge auf, für die Sie an diesem Tag dankbar sind. Das können ganz kleine und normale Dinge sein oder natürlich auch die ganzen großen Gefühle – was immer Sie für beachtenswert halten. Nehmen Sie sich am fünften Tag ein paar Minuten Zeit, um darüber nachzudenken oder zu spüren, wie es Ihnen mit Dankbarkeit geht. Mir ist aufgefallen, dass meine Achtsamkeit in den alltäglichen Verrichtungen zugenommen hat und Dankbarkeit dadurch zu einer möglichen und leichten Übung werden konnte. Wie geht es Ihnen damit? Schreiben Sie mir!

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