Die „Bhagavad Gita“ von Ralph Skuban

Über die „Bhagavad Gita“ kann man viel erfahren: Da geht es um Arjuna, einen Krieger, der nicht kämpfen will, und seinen Wagenlenker, der sich als Gott Krishna entpuppt. Der Gott steht Arjuna in einer Lebenskrise am Vorabend eines großen Krieges zur Seite. Er beantwortet ihm alle die Fragen, die wir uns auch zu Weilen stellen:

Worum gehts im Leben?

Woher kommen wir, wohin gehen wir, was ist meine Aufgabe? Was passiert wenn ich die falsche Entscheidung treffe? Komme ich dann trotzdem in den Himmel? Krishna ist Popstar, einfach cool, zeigt ihm wie das große Ganze zusammenhängt. Er erklärt Arjuna wie man verschiedene Wege einschlagen kann, um nach dem Tod zu ihm zu gelangen. Dazu muss man „einfach“ nur seine Aufgabe im Hier und Jetzt mit Hingabe und Liebe erfüllen. Tolle Sache, so ein göttlicher Wagenlenker!

Bildsprache verstehen lernen

Soweit das Drumherum. Die „Bhagavad Gita“, den „Gesang des Erhabenen“, zu lesen, stellt jedoch eine ganz eigene Herausforderung dar: Man kann sie nicht wie einen Roman mal eben weg lesen. Jeder Satz oder zumindest jeder Absatz enthält so viel Weisheit, dass man Zeit braucht, das Gelesene zu verdauen. Und tatsächlich ist die „Gita“ auch so gemeint: Nicht das Lesen, sonder das Nachdenken darüber führt auf den richtigen Weg. Deshalb wird sie auch immer mit der Bibel verglichen, die ja auch Anregungen für das „rechte“ Leben aufzeigt. Die „Gita“ ist weit mehr als das: sie enthält die grundlegende Philosophie der Veden, der älltesten Schriften der Menschheit. Wenn man sich auf diese Sicht der Welt einlässt, erhält man viele gute Antworten.

Die „Gita“ in den Alltag übertragen

Wenn ich eine Übersetzung gelesen habe, bin ich immer begeistert. Dann möchte ich mir wenigstens das eine oder andere merken und verinnerlichen. Meist habe ich es bald wieder vergessen. Die Erklärungen sind oft zu komplex, da ich nicht aus diesem Kulturkreis komme. Da aber das Buch so viel Interessantes enthält, lese ich dann wieder die nächste „Gita“. Mit der „Bhagavad Gita“ von Ralph Skuban ist es mir sehr viel leichter gefallen als mit anderen Auslegungen. Woran liegt es?

„Bhagavad Gita“ von Ralph Skuban

Buchbesprechung "Bhagavad Gita" von Ralph Skuban © dtv

Buchbesprechung „Bhagavad Gita“ von Ralph Skuban © dtv

Die „Bhagavad Gita“ ist in Dialog- und Versform geschrieben. Daran gewöhnt man sich  schnell, doch die Themen sind nicht so leicht in unsere heutige Zeit zu übertragen. Das hat Ralph Skuban in diesem Fall sehr gut gemacht: Seine Art zu schreiben und zu erklären erleichtert es, die Philosophie anschaulich und alltagsnah zu verstehen. Ganz oft findet er Parallelen zu unserem christlichen Kulturkreis bei Jesus Christus und Mystikern des Mittelalters wie Meister Eckhart. Ja, auch bei uns gab es schon vor Jahrhunderten Wissende, die das göttliche in jedem Menschen und nicht außerhalb von uns selbst oder gar bei der Kirche sahen. Das sind tiefgreifende Gedanken mit denen man sich in diesem Buch auseinandersetzt, wenn man sich darauf einlässt. Als Einstieg in die Yoga-Philosophie ist die „Bhagavad Gita“ von Ralph Skuban hervorragend geeignet und ich kann das Buch nur jedem empfehlen.

Ralph Skuban

Ralph Skuban leitet eine Einrichtung für Demenzkranke, ist Politikwissenschaftler und Buchautor. Aber vor allem interessiert ihn, woher wir kommen und wohin wir gehen, und der Sinn des Lebens. Seine Bücher sind verständlich geschrieben und erleichtern es, die Yoga-Philosophie nachzuvollziehen. Er sucht vor allem den praktischen Ansatz der Philosophie, im Zusammenhang mit dem Alltag und im Yoga.

Ein sehr interessantes Interview von Richard Hackenberg mit Ralph Skuban auf youtube.

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