Alles Arbeit: Karma-Yoga

Karma Yoga gilt als Yoga der Tat. Während man handelt, soll man alle Anhaftungen loslassen und sein Tun Gott widmen. Meist versteht man unter Karma Yoga den selbstlosen Dienst an der Gemeinschaft, anders als  der Weg der Erkenntnis (Jnana Yoga), Yoga der Hingabe (Bhakti Yoga) oder der Königsweg des Yoga (Raja Yoga).

Selbstloser Dienst

Das ist vielleicht schwer vorstellbar, aber beim Karma Yoga werden alle Handlungen ausgeführt, ohne an einen persönlichen Erfolg oder Vorteil zu denken. Selbstbezogenes Ego-Yoga, das für sich etwas erreichen möchte, ist genau das Gegenteil von Karma Yoga. Auch Handlungen, die einen Effekt haben sollen, sind nicht Karma Yoga. Man erledigt Dinge, die getan werden müssen, mit dem Wunsch, sie für Gott zu tun, das hat eher etwas mit Demut zu tun. Dadurch wird alles Handeln freudig und kommt anderen als sich selbst zugute:
Bhagavad Gita 3.19
„Drum tue immer das Werk, das getan werden muss, ohne Verhaftung! Denn durch Handeln ohne Verhaftung gelangt der Mensch zum Höchsten.“

Alles Arbeit: Karma-Yoga

Das funktioniert nur mit der inneren Haltung der Gelassenheit und ist gleichzeitig das größte Geschenk des Karma Yoga. Man verzichtet auf Erfolg und opfert das Ego-Bewusstsein, um mit der Weltenseele (Brahman) eins zu werden. Das bedeutet aber nicht, dass man die Verantwortung abgibt, sondern man verringert durch gute Taten das angesammelte Karma und das führt zur Befreiung (Moksha) aus dem Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara). Alle Arbeit ist Hingabe:
Bhagavad Gita 2.48
„Fest gegründet im Yoga, vollbringe deine Taten als einer, der jegliche Haftung aufgegeben hat und gleichmütig geworden ist hinsichtlich Misslingen und Erfolg! Denn Ausgeglichenheit ist der Sinn des Yoga.“

Vorbildfunktion

Bhagavad Gita 3.21
„Denn nach dem, was der Beste tut, richten die einfachen Menschen ihr handeln. Der Norm, die er aufstellt, folgen Völker.“
(alle Zitate: Übertragung Sri Aurobindo)
Das bedeutet also, dass das eigene Handeln nicht nur selbstlos sein sollte, sondern immer auch Vorbildfunktion hat. Denn keine Handlung bleibt ohne Wirkung, was ja Karma an sich beschreibt. Der Dienst an der Gemeinschaft ist immer Dienst am Höchsten und hat somit Vorbildfunktion für andere. So wie die Eltern sind oft ihre Kinder, so wie der Chef sind die Kollegen. Wer also mit anderen Menschen zu tun hat oder sogar Menschen führen muss, sollte moralisch einwandfrei leben, weil er immer auch andere mit seinem Tun beeinflusst. Absurd, dass man das extra betonen muss!

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