Yoga & Kreativität

Kreativität bedeutet, schöpferisch tätig zu sein. Man kann damit aber auch die Fähigkeit bezeichnen, offen für Neues zu sein, anders zu denken und zu handeln als gewohnt. So können die Samskaras überwunden und schlechte Gewohnheiten durch gute ersetzen werden.

Shakti, die Urkraft der Schöpfung

Die Urenergie und Schöpferkraft stehen als Synonym für Kreativität, in der Yoga-Philosophie ist es die Shakti-Kraft. Die weibliche Energie ist Shakti, die Neues schafft, und überhaupt Bewegung ins Universum gebracht hat. Diese schöpferische Unruhe versetzt uns erst in die Lage, Dinge aus dem Zusammenhang heraus neu zu betrachten, anders zu ordnen und somit etwas Neues zu schaffen. Eingefahrene Wege (Samskaras) können verlassen werden. Dazu muss man die Wahrnehmung schulen und im Yoga machen wir genau das: Wahrnehmen, was ist, und hineinspüren ebenso in inneren Prozesse. Durch wiederholtes Üben dieser Wahrnehmung, kann ein Raum für Neues geschaffen werden, in dem kreative Lösungen zustande kommen können. Hat man sich so weit vorgearbeitet, muss man wiederum Abstand gewinnen, um das Zwischenergebnis nüchtern zu betrachten.

Yoga & Kreativität

Wenn alles das schon Yoga ist, ist es nun das Loslassen umso mehr: Man soll nicht am Ergebnis kleben und auf Erfolg hoffen, wie es schon in der Bhagavad Gita zu lesen ist. Erst durch die Befreiung durch Yoga und Meditation kommt man zum freien Schöpfergeist und es kann überhaupt Neues entstehen. „Der Weg ist das Ziel“ erhält eine neue Bedeutung und man ist mit Neugier bei der Sache, denn man arbeitet nicht auf ein zu erwartendes Ergebnis hin, sondern beobachtet, was in der Leere entstehen kann. Ist der Kopf voll, kann man keine klaren Gedanken fassen. Damit man aber vor Begeisterung nicht fortgetragen wird, bedarf es hoher Konzentration. Auch das lehrt der Yoga: Ist der Kopf voll, soll man sich bewegen, dann wird der Kopf leer und mit Konzentration (Dharana) geht es nach innen. Yoga und Kreativität unterstützen sich gegenseitig: Auch in allen Übungen des achtgliedrigen Pfades kann kreatives Handeln neue Ansätze liefern.

Saraswati, Göttin der Kreativität

Wenn man sich um Kreativität bemüht, betet man im Hinduismus zu Saraswati, der Göttin der Künste und der Kreativität. Man kennt sie auch als Mahavidya, die große Weisheit. Beides gehört zusammen, denn im Zustand der Kreativität ist Raum für Überbewusstes, das kleine Ego hat Pause. Etwas Größeres als man selbst drückt sich durch einen aus, man erfährt was mit Göttlichkeit gemeint sein kann. Nun glaubt nicht jeder an Gott, aber an das schöpferische Prinzip kann man in diesem hochkonzentrierten, kreativen Zustand anknüpfen. Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

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