Wie Heilung gelingt

Ayurveda bietet durch einen ganzheitlichen, präventiven Ansatz die Möglichkeit, viele Erkrankungen zu vermeiden, bevor sie entstehen. Dazu muss man allerdings Verantwortung übernehmen.

Wie Heilung gelingt

Die Erkenntnisse des Ayurveda beruhen auf einem ganzheitlichen Menschenbild. Die Gesundheitslehre ist die älteste bekannte der Welt und verfügt über 5000 Jahre Anwendungserfahrung. Die neue westliche Medizin ist erst ungefähr 200 Jahre alt und beruht auf Zahlen, Fakten, Daten – alles was messbar ist. Das bedeutet, der Mensch geht zum Arzt, wenn er Symptome bemerkt. Der Ayurveda setzt vier Phasen vor der Krankheitsentstehung bereits an: Als Präventivmaßnahme kann man mit dieser altindischen Lehre durch richtige Ernährung und richtigen Lebenswandel vorbeugen.
„Der Mensch wird gesund genannt, dessen Körper, Verdauung (Agni) und Gewebe (Dhatus ) normal und ausgewogen funktionieren und dessen Sinne, Geist und Seele sich im Zustand äußerer Harmonie und inneren Glückes befinden.“ (Sushruta, Kapitel XV, Vers 38)

Krankheitsentstehung, ayurvedisch betrachtet

Im Ayurveda unterscheidet man insgesamt sechs Stufen der Krankheitsentstehung. Der erste Schritt liegt weit vor den ersten Symptomen, bei der Ansammlung von Störungen (Sanchaya). Das bedeutet, der freie Fluss der Energie ist blockiert und entsprechend sammelt sich etwas an. Gibt es keine Änderung im Verhalten oder der Ernährung, tritt eine Verstärkung (Prakopa) der Blockierung auf. Der Druck wächst, das Zuviel breitet sich im Körper aus: Streuung (Prasara) ist das dritte Stadium und lässt sich im vierten als Vorbote der Krankheit lokalisieren (Sthana Samshraya). In Phase fünf wird es erst als Symptom (Vyakti) im Außen erkennbar. Der Ausbruch (Bheda) der Krankheit ist im Ayurveda der letzte Schritt.

Ayurveda im Alltag

Durch eine persönliche, auf die Konstitution zugeschnittene, ayurvedische Tagesroutine (Dinacharya) soll eine Balance der Bioenergien (Doshas) erreicht werden. Ein erfahrener Ayurveda-Arzt führt dazu eine gründliche Anamnese wie Puls- und Zungendiagnose und körperliche Untersuchungen durch. Dabei wird ebenfalls der Lebensstil beleuchtet. Der Arzt oder Behandler gibt dazu Anregungen und bietet ein Programm mit einem personalisierten Ernährungsplan, Yoga, Meditation und speziellen Kräuterpräparaten an. Sie dienen der Unterstützung der Verdauung und Ausscheidung.

Ayurveda und Yoga

Yoga ist für gesunde Menschen gedacht. Im Ayurveda wird er als Unterstützung zur Therapie verstanden. Aber auch Gesunde können Yoga und Ayurveda kombinieren, um Heilung zu ermöglichen, bevor eine Krankheit überhaupt entsteht. Hierbei schaut sich der Yoga-Lehrer oder Yogatherapeut die Doshas (Vata, Pitta und Kapha) an. Das Wissen um die individuelle Konstitution bietet die Möglichkeit, Yoga-Übungen genauer zu kombinieren. Eine gesunde Ernährung, Kräuter und Öl-Massagen können die Yogapraxis wirkungsvoll ergänzen. Die Regeln des Ayurveda bieten also die Grundlage für ein yogisches Leben.

Medizin der Zukunft

Wie Heilung gelingt fragt fragt man sich überall auf der Welt. Es gibt immer wieder neuen Konzepten und Forschungsergebnissen der modernen Medizin. Die Spezialisierungen schreiten dabei voran. Kombiniert man sie mit dem jahrtausendealten Wissen des Ayurveda, haben wir ein Konzept für die Medizin der Zukunft: Man achte auf das Körper-Geist-Gleichgewicht, auf den ganzen Menschen und auf sein Wohlbefinden, denn ohne Vorbeugung ist die beste Versorgung nichts. Wer nicht die Verantwortung für seinen Lebenswandel übernimmt, muss sich nicht wunder, wenn er krank wird. Ab und zu sündigen verkraften die meisten Menschen, aber andauernd macht es einen krank. Ist der Mensch erkrankt, kann Ayurveda durch seine Ganzheitlichkeit die Behandlung die westliche Behandlung unterstützen.

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