Was ist Karma?

Karma  bedeutet Wirken oder Tat. Manche denken dabei jedoch an ein von Gott gegebenes Schicksal, geben die Verantwortung ab und drücken sich vor der Erkenntnis, dass sie es selbst in der Hand haben. Frei davon ist man dann, wenn man sich den Polaritäten nicht mehr hingibt und Beobachter bleibt. Leichter gesagt, als getan!

Was ist denn nun Karma?

Eigentlich ist es ein spirituelles Konzept, das man in Indien seit etwa dem 6. Jahrhundert vor Christus kennt: Jede Handlung oder Tat, ob geistig oder physisch wird Folgen haben. Alles, was wir sind, ist ein Resultat dessen, was wir gedacht haben, sagt schon Aldous Huxley. Nur wenn man das angesammelt Karma auflöst, kann man Samsara, den Kreislauf der Wiedergeburten, verlassen. Das Konzept stellt damit die Grundlage des Hinduismus dar. Die Krux ist, Karma kann über mehrere Leben angesammelt werden, aber wer soll da noch Ursache und Wirkung kennen? Und wie wird man das alles wieder los?

In der Tat!

Karma entsteht immer, wenn man etwas tut, sagt oder denkt. Es hat immer eine Auswirkung, auch wenn man nur eine Augenbraue hochzieht! Dabei geht es nicht um die Abrechnung vor dem jüngsten Gericht, sondern um die Erkenntnis, dass man für alles, was man tut, Verantwortung tragen muss. Wie ich andere behandelt habe, definiert meinen momentane Zustand und was mich umgibt. Ich erschaffe die Welt, in der ich lebe. Nur schlechtes Karma ruft den Zyklus der Wiedergeburt auf den Plan, gutes merzt sogar das schlechte aus. Aber das höchste Ziel ist es, überhaupt keins zu erzeugen. Laut Upanishaden (philosophische Schriften des Hinduismus) kann man altes Karma über die Erkenntnis auflösen, dass die Individualseele Atman mit der Weltseele Brahman eins ist (Advaita Vedanta). Gutes Karma kann man auch erzeugen durch religiöse Riten, Fasten, Wallfahrten oder durch mildtätige Gaben und Handlungen. Wie wäre es mit einem Ehrenamt?

Schlechtes Karma, gute Wirkung?

Eine durchaus schlechte Tat kann aber auch ein gutes Karma zur Folge haben. Wenn also die Beweggründe rein und nicht selbstsüchtig sind, erzeugen sogar schlechte Taten kein schlechtes Karma. Oder man handelt überhaupt nicht mehr und zieht sich aus der Welt zurück. Auch dabei muss man darauf achten, dass selbst die Handlung beim Meditieren nicht auf Erfolg und ein Ergebnis schielt. Als schlichte Handlungsanweisung gilt: Mit Gleichmut und Mitgefühl (Maitri) annehmen, was einem das Leben bietet. Jedoch antwortet Gott Krishna auf Arjunas Frage, wie man das bewerkstelligen soll:
Bhagavad Gita, 3. 8 und 3.9:
Übe du dies beherrschte Handeln! Denn Handeln ist besser als Untätig-Sein. Selbst die Aufrechterhaltung des körperlichen Daseins kann nicht ohne Handeln gelingen.

Wenn die Menschen dieser Welt ihre Werke anders vollziehen denn als Opfer, bleiben sie in der Gebundenheit an die Werke. Als Opfer vollziehe Dein Wirken, o Sohn der Kunti! Und werde so frei von jeglicher Haftung!“ (Übertragung Sri Aurobindo)

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