Mental, Yin oder sanftes Yoga?

Drei Bücher für die sanfte Yoga-Art: Was ist der Unterschied zwischen Mental Yin Yoga, Yin Yoga und sanftem Yoga?

Mental, Yin oder sanftes Yoga?

Um die Antwort vorweg zu nehmen: Im Grunde sind es alles sanfte Yoga-Richtungen, ob „Mental Yin Yoga“, „Yin Yoga“ oder „Sanftes Yoga“. Am Ende ist alles Yoga, wenn es mit der richtigen Einstellung geübt wird. Trotzdem scheint es einen hohen Bedarf nach sanften Yoga-Richtungen zu geben. Power, Ashtanga und andere Stile kann man nur eine gewisse Zeit ausüben bis der Körper verschlissen ist. Es ist eben nicht ein Immer-Mehr, sondern ein Weniger-ist-Mehr, auch auf der Matte. Die drei Bücher liefern eine Unmenge an Wissen, eins so interessant und fundiert wie das andere:

Mental Yin Yoga von Karo Wagner und Tasja Walter

„Mental Yin Yoga“ von Karo Wagner und Tasja Walter © Vianova

Im Buch „Mental Yin Yoga“ von Karo Wagner und Tasja Walter wird gleich zu Beginn behauptet, es wäre ein innovativer Yoga-Stil. Dabei verbinden die Autorinnen die 5-Elemente-Lehre der TCM, Meridiane und Organuhr, und die Faszienkunde wie im Yin Yoga. Das Buch hat also nur einen neuen Namen und eine Aufteilung nach den Elementen bekommen. Das einzige, was die beiden als „innovativ“ anbieten, sind Affirmationen, mit denen positive Gefühle hervorgerufen werden sollen. Atemtechniken und Meditationen werden als besondere Werkzeuge des Mentalen Yin Yogas bezeichnet. Tut mir leid: Ist alles immer schon Inhalt von Yoga gewesen, egal mit welchem Name! Die Übungen im Buch sind teilweise anspruchsvoll und nicht für Yoga-Anfänger geeignet; für Yoga-Lehrer ist es jedoch eine Quelle der Inspiration.

Gesund durch Yin Yoga von Stefanie Arend

„Gesund durch Yin Yoga“ Stefanie Arend © Südwest

Mit „Gesund durch Yin Yoga“ bringt Stefanie Arend ein neues Buch zu „Sanftes Yin Yoga“ heraus. Diesmal geht es um „den sanften Weg, deinen Körper von alltäglichen Beschwerden und seelischen Belastungen zu befreien“, so der Untertitel. Frau Arend erläutert kurz erneut die Grundlagen von Yin-Yoga und stellt dann die Frage: „Wie kann Yin Yoga die Selbstheilungskräfte aktivieren?“ Ohne Selbstverantwortung geht gar nichts und mit Yin-Yoga sei eine innere Kontaktaufnahme besser möglich. Nun ja, ich denke auch das sollte für die meisten anderen Stile ebenso gelten. Trotzdem ist der Ansatz gut und richtig. Nach Erklärungen über die fünf Elemente, Meridiane und Organuhr, folgt eine Fülle von Übungen, Atemtechniken und Meditationen. Im letzten Teil gibt es Sequenzen für über 30 verschiedenen Beschwerdebilder. Ein gut gemachtes Buch, leider fehlen die Kontraindikationen.

Sanftes Yoga von Christine Ranzinger

„Sanftes Yoga“ von Christine Ranzinger © Irisiana

Nun endlich ein Buch mit dem Titel: „Sanftes Yoga“ von Christine Ranzinger, um „mit Achtsamkeit körperlich und geistig beweglich zu bleiben“. Der Autorin geht es um ein schonendes Yoga für Menschen mit speziellen Anforderungen und körperlichen Einschränkungen. Dabei soll die schrittweise Erweiterung des Bewegungsradius durch eine abgewandelte Art von Yin Yoga über sanftes Federn, auf dem Boden rollen und isometrische Übungen (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) erreicht werden. Im ersten Teil geht es um die Grundlagen, dann werden Übungsfolgen (Vinyasas) vorgestellt und im dritten Teil „Meditation als Begleitung im sanften Yoga“. Die Übungsfolgen sprechen im Liegen Becken, Rücken, Schultern an, die Kraft aus der Mitte beschäftigt sich mit dem Beckenboden, weiter geht es um Beweglichkeit, Gleichgewichtsübungen und Tiefenentspannung. Das sehr fundiertes Wissen ist anschaulich aufbereitet; das Buch eignet sich sehr gut für Anfänger und den genannten Personenkreis.

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