Yoga beim Warten: Yoga while you wait

Nie wieder dumm rumsitzen, warten und blöd dastehen: Das Buch „Yoga while you wait“ von Judith Stoletzky und Markus Abele zeigt, wie man sich mit Yoga die Wartezeiten vertreibt.

Lustige Aasnas an alltäglichen Orten

Die Idee ist gut: Statt genervt zu warten, nutzt man die gewonnenen Augenblicke für Yoga-Haltungen. Das humorvolle Buch erinnert mich an Milena Mosers „Schlampenyoga“, indem ebenfalls Bilder von Yoga-Haltungen an unmöglichen Orten aufgenommen wurden. In „Yoga while you wait“ erheitern die Aufnahmen an Bushaltestelle und Waschsalon, an der Bahnschranke und im Auto an der Ampel. Herzig auch die Vorbeuge in der Warteschlange an der Supermarktkasse und die Adlerhaltung vorm der Damentoilette. Man muss sich eben nur trauen, dann lernt man das Warten sogar zu schätzen! Das ist einerseits lustig, anderseits kann es Yoga zu dem machen, was es sein soll: alltäglich.

Yoga beim Warten: Yoga while you wait

„Auch Atmen, Schauen, Stehen und Sitzen ist Yoga und richtig ausgeführt ist auch für Fortgeschrittene Yoga jedes Mal das erste Mal.“ Die Autorin möchte nicht mit perfekten Yoga-Haltungen wie in anderen Büchern die Leser einschüchtern, sondern Yoga jedem nahebringen. Yoga beginnt immer da, wo man gerade ist. Die Anleitungen sind gerade deshalb sehr sorgfältig erläutert, denn die Haltungen müssen an den Übenden angepasst werden, nicht umgekehrt. Nun muss man sich trauen, das in der Öffentlichkeit zu praktizieren. Aber auch das ist ja im yogischen Sinne eine Übung, ganz mit Hingabe und Aufmerksamkeit bei sich zu bleiben. Auch und gerade im trubeligen Umfeld, arbeiten wir damit an unserer Gelassenheit.

Die Berghaltung: Unerschütterlich im Alltag

Mit sehr viel Spaß wurde hier zu Werke gegangen: Die einleitenden Texte zu jeder Haltung beschreiben eine alltägliche Situation und Judith Stoletzky schlägt dazu eine passende Haltung vor. es geht ihr mehr darum, jede Möglichkeit am Tag zu nutzen, statt nur einmal in der Woche 90 Minuten Yoga zu üben. Eine Kostprobe aus dem Buch: „Der Berg (tadasana) – Warten auf den Sommer. Das Warten auf die Sonne kann sensiblen Naturen bereits Anfang November vollkommen den Boden unter den Füßen wegziehen. Manch einer fällt spätestens im Frühling in ein tiefes Loch. Die Berghaltung hilft, stoisch zu ertragen, was unverrückbar ist, wie es ist. Wer im Herbst anfängt zu üben, den können weder endlose Winter noch viel zu kurze Sommer, noch 98,73 % aller anderen schwer beeinflussbaren Situationen erschüttern – nicht das Warten auf Godot. Nicht das Warten auf die Freibadsaison, auf den Pizzaboten oder darauf, dass die Menschheit klüger werde.“ Danach folgen die genaue Anleitung, Kontraindikationen und eine kurze Beschreibung der Wirkung.

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