Brahma, Brahman & Brahmane

Gott Brahma gilt als der Schöpfer von Himmel und Erde, mit Shiva und Vishnu bildet er die Dreieinigkeit Trimurti. Dann gibt es noch Brahman und die Brahmanen. Nein, das ist keine Popgruppe, sondern es sind weitere Begriffe aus dem Hinduismus, die für unterschiedliche Dinge stehen.

Brahma, Brahman & Brahmane

Gott Brahma steht für die Schöpfung und für die Zeit an sich, Brahmanen dagegen gehören zu ersten Kaste des Hinduismus. Der dritte Begriff „Brahma“ kann mit Atman gleichgesetzt werden. Er steht für das alles durchdringende, göttliche, ewige Prinzip, die Weltenseele. Es ist das Absolute, das wahre Selbst eines jeden Wesens und steht für „nonduale Wirklichkeit“. Das Prinzip des Brahman betont diese nonduale Wirklichkeit, es ist die Einheit, das Nicht-Getrennte im Gegensatz zur Dualität. Aus diesem Konzept entstanden verschiedene Denkrichtungen des Vedanta. Die Natur des Brahman ist Satya (Wahrheit), Jnana (Erkenntnis) und Ananda (Glückseligkeit), deshalb streben Yogis mit viel Disziplin danach, diesen Zustand zu erreichen.

Brahmanen

Brahmanen gehören zur ersten der vier Kasten. Sie sind Priester und Gelehrte, Bewahrer des Wissens und der Rituale. Entstanden sind die Kasten aus dem Opfer des Urriesen Purusha, aus vier Teilen seines Körpers: Brahmanen aus seinem Mund, aus den Armen die Kshatriya (Fürsten- oder Kriegerkaste), aus seinen Beinen die Vaishya (Händler- und Bauernkaste) und aus den Füßen die Shudra (Kaste der Dienende). Die Brahmanen müssen rein leben, um sich überhaupt dem Studium des Vedanta, dem alten Wissen, widmen zu dürfen. Im Mahabharata steht, wie sie sich verhalten sollten: „Die Eigenschaften eines Brahmanen sind Reinheit, gutes Verhalten und Mitleid mit allen Lebewesen.“

Brahma, mythologisch

Wo Brahma herkommt ist selbst Mythologisch nicht eindeutig geklärt: Entweder ist er aus dem kosmischen Goldei Hiranyagarbha geschlüpft, das auf dem Urozeans schwamm, oder entspross einem Lotos aus dem Nabel Vishnus. Was dadurch deutlich wird, ist das Brahma aus der Einheit, dem Brahman, entstanden ist. Da im Veda nichts von ihm überliefert wurde, wurden im Nachhinein Mythen zum Schöpfergott Prajapati gesponnen und Brahma zugeordnet. Sein Reittier ist die Gans Hamsa, die für Reinheit und Unterscheidungskraft (Viveka) steht. Als Gott konnte er alles erschaffen, beispielsweise seine Tochter und seine Gefährtin Sarasvati. Um seine Tochter, die er sehr begehrte, immer sehen zu können, besitzt er vier bärtige Gesichter für alle Himmelsrichtungen.  Seine vier Arme halten häufig die vier Richtungen der Veden oder die Attribute: Gebetskranz, einen quadratische Schöpflöffel, ein Wassergefäß und ein Palmblatt als Symbol für die Veden, das älteste indische Wissen.

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